Es gibt Hotels, die zeichnen sich durch ihr richtungweisendes Design aus. Andere wiederum liegen phänomenal günstig. Dann gibt es noch die Luxushotels, die für ihren exzellenten Service bekannt sind. Das Landmark Mandarin Oriental in Hongkong vereinigt alles unter einem Dach. Text: Jennifer Latuperisa-Andresen

Der Service ist das A und O der Hotellerie.

Sozusagen die Kernkompetenz. Aber wie genau bewerten wir diesen Service? Ein kleiner Leitfaden wäre wünschenswert. Was kann ein Hotel, dessen Leistungen man als exzellent einstufen würde, denn alles leisten? Hier, liebe Hotelmanager, sei Ihnen empfohlen, eine Reise nach Hongkong anzutreten, denn dort erreicht bester Service eine neue Klasse. Ach was, eine neue Dimension. Sodass man ein neues Adjektiv erfinden müsste. Einen Begriff der besser ist als gut und exzellenter als ausgezeichnet. Nennen wir es einfach »mandarinisch orientalisch«. Angelehnt an das Hotel, The Landmark Mandarin Oriental Hongkong, das diese neuen Maßstäbe setzt.

Aber wieso die Lobeshymnen? Lassen Sie mich von vorne beginnen.

Die Ankunft im Hotel findet um fünf Uhr morgens statt, eine Uhrzeit, die mir ansonsten Gänsehaut über den Rücken jagt. Jetzt in Zeitlupe. Das Taxi hält. Die Tür geht auf. »Good morning, Miss Latuperisa.« Wow! Noch nie wurde ich bei dem Vorgang der Türöffnung bereits mit Namen begrüßt. In der Lobby wartet dann eine deutschsprachige Guest-Relations-Managerin, die mich auf mein Zimmer führt, das ich bereits so früh am Morgen beziehen kann. Die Check-in-Formalitäten werden bequem auf dem Zimmer erledigt. In aller Ruhe. Kein nerviges Gewühle im Handgepäck, das nach einer so langen Reise bereits hoffnungslos überfüllt ist.

Aber das Beste kommt noch:

der Geruch von duftendem frischen Kaffee. Das Frühstück steht bereits frisch serviert auf dem Zimmer. Neben den Heißgetränken finden sich Croissants und Brot, Marmelade und Honig sowie frisch gepresster Mangosaft. »Sie wollen sicher in Ruhe frühstücken«, höre ich nur die Guest-Relations-Managerin sagen, bevor sie dezent entschwindet. Oh ja! Eine Aufmerksamkeit, die sich in sofortiger Glückseligkeit ausdrückt. Selten habe ich mich auf Anhieb in einem Hotel so wohlgefühlt.

Das Landmark Mandarin Oriental ist eines der teuersten Stadthotels der Welt. Da sind die Erwartungen an die Ausstattung gerechtfertigt hoch. Das Zimmer ist für sich genommen schon eine Augenweide. Weiß trifft auf Schwarz und Purismus auf Gemütlichkeit. Dennoch, irgendetwas ist anders. Die Architektur hat, so glaube ich, das Badezimmer als Herzstück erkoren. Drumherum versammelt sich die Wohnlichkeit. Die Couchecke und das Bett. Ungewöhnlich, aber toll. Zudem ist es hell. Überall gibt es Fenster. Die Aussicht ist typisch für Hongkong. Also nicht weit, nur ein paar Meter, ins nächste Zimmer eines Bürogebäudes gegenüber. Das ist wirklich das einzige Manko. Aber gut, was erwartet man in einem Stadthotel, das umringt ist von Hochhäusern? Ansonsten sei denjenigen, die es lieben, nach Fehlern zu suchen, gesagt: Es wird schwer etwas zu finden. Denn alles ist vorhanden. An jedes Detail wurde gedacht. Perfekt.

Der perfekte Ort zum Abschalten? Der wahnsinnige Spa!

»Die Weisheit des Lebens besteht im Ausschalten der unwesentlichen Dinge« ­– so ein chinesisches Sprichwort. Der perfekte Ort, um abzuschalten, ist das Spa. Oder besser ausgedrückt: der Wahnsinnswellnesstempel. In einer Stadt wie Hongkong, in der Platzmangel eines der größten Probleme ist, ein Spa zu erschaffen, das sich über 7.620 Quadratmeter erstreckt, ist schier Größenwahn. Aber der Platz macht hier natürlich nicht den Geist lebendig. Dafür werden Yoga- und Pilates-Stunden angeboten. Selbstverständlich. Fitnesscenter mit neusten Geräten. Natürlich. Ein Swimmingpool, um ein paar Bahnen zu kraulen. Na klar, und zwar mit einer Länge von 18 Metern.

 

Mandarin Oriental

Ja, und der wichtigste Ort der Entspannung, der Nassbereich? Die Wucht! Dort findet sich alles, was das Herz begehrt. Ein türkischer Hamam, ein marokkanischer Rhassoul und ein römisches Laconium. Dazu Amethyst-Kristalldampfbäder, eine schlichte finnische Sauna mit anschließendem Eisbrunnen … und einer Atmosphäre, die der Seele das Baumeln lehrt. Das Spa-Personal denkt mit. Wer im Duschbereich etwas braucht, kann sicher sein, dass es dort liegt. Haarspray, Wattestäbchen und Rasierschaum sind selbstverständlich. Frisches Obst, Ingwertee und Wasser auch. Eigentlich ist der Eindruck so überwältigend, dass ich schon eine Stunde Whirlpool brauche, um mich vom asiatischen Perfektionismus zu erholen.

Pool Position für Shopping

Frisch verschönert, ist natürlich ein Shoppingexkurs in der Einkaufsmetropole unverzichtbar. Ein Hotel mit einer besseren Startposition für einen Shoppingmarathon gibt es in Hongkong nicht. Das Landmark Mandarin Oriental liegt praktisch in einem Einkaufszentrum und in kürzester Distanz zu den elegantesten Modehäusern der Welt. Ein finanzieller Albtraum – nicht nur für die Damenwelt. Spätestens nach einer halben Stunde glüht die Kreditkarte, und dabei ist die Geschäfteflut bisher noch nicht einmal zur Hälfte abgearbeitet worden. Da sei denjenigen, die grundsätzlich einen Bogen um Einkaufs­zentren machen, doch gesagt, dass das Hotel auch ideal liegt für einen Stadtbummel in altbewährter Sightseeing-Manier.

Das Restaurant Amber im The Landmark Mandarin Oriental Hotel in Hongkong

Mandarin Oriental

Richard Ekkebus ist der Küchenchef – und was für einer!

Aber das Hotel hat noch einen Trumpf im Ärmel: Richard Ekkebus. Er ist Küchenchef vom viel prämierten Restaurant Amber. Und Amber ist eine Augenweide. Ein Gourmettempel, der dezent, aber dennoch stylish ist, so wie die Küche von Richard Ekkebus. Der Niederländer betreibt eine Zwei-Michelin-Sterne-Küche, die in Asien wohl nur schwer ihresgleichen findet. Beheimatet in der französischen Küche, doch wesentlich leichter, und man möchte fast wagen zu sagen – noch facettenreicher. Da trifft Seeigel auf Hummergelee oder Enten-Foie-Gras auf violette Artischocke. Ein geschmackliches Feuerwerk. Natürlich hat auch der Service gehobenes Niveau, aber damit nicht genug: Irgendein Vögelchen hat ihnen gezwitschert, dass mein Heimflug noch am gleichen Abend stattfindet. Kurz vor dem Dessert kommt der Kellner und weist darauf hin, dass vor dem Transfer noch genug Zeit bleibt, um das Passionsfruchtsoufflé mit »sticky-rice ice cream« in aller Ruhe zu genießen. Er gießt noch einen Muskateller ein und öffnet damit die Türen, um auch die letzten Gänge entspannt zu genießen.

Leider heißt es Abschied nehmen

Nach dem Essen ist vor dem Auschecken. Die Rezeption hat schon alles vorbereitet. Kein Warten, kein Erläutern. Es scheint, als kenne jeder Mitarbeiter jeden Gast persönlich. Mit Namen angesprochen zu werden, ist hier selbstverständlich. Und das bei 101 Zimmern und zwölf Suiten. Die Koffer stehen schon bereit, das Auto ist schon vorgefahren. Jetzt heißt es nur kurz kontrollieren, ob alles dabei ist. Sicherlich. Anders kann ich es mir nicht vorstellen, in diesem Weltklassehotel, wo der Service einfach nur zwei Adjektive verdient: mandarinisch orientalisch!

Anreise. Cathay Pacific fliegt 10-mal/Woche von Frankfurt a. M. nach Hongkong. www.cathaypacific.com/de

Hotel. The Landmark Madarin Oriental, Hongkong. 15 Queen’s Road Central, The Landmark, Central, Hongkong, Tel.: +00 800 2828 3838, www.mandarinoriental.com/landmark

Info. www.discoverhongkong.com/german

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