Die innenpolitische Lage in der Türkei und der Streit mit Deutschland bleibt auch für den Tourismus nicht ohne Folgen. Das Auswärtige Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land verschärft, ein Tourismusexperte rät vehement von einem Türkeiurlaub ab. Text: Frank Störbrauck

2017 droht für die Tourismusbranche der Türkei ein schwieriges Jahr zu werden. In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Terroranschläge das Land erschüttert und einen Rückgang der Touristenbuchungszahlen aus Deutschland zur Folge. In deutschen Reisebüros hätten sich die mit Türkei-Sommerurlauben erzielten Umsätze im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert, so das Marktforschungsinstitut GfK.  Dabei seien die Buchungen schon vor einem Jahr von massiven Rückgängen gekennzeichnet.

Auswärtiges Amt: »Erhöhte politische Spannungen und Proteste«

Nun droht weiteres Ungemach. Das Auswärtige Amt hat mit Blick auf das anstehende Verfassungsänderungsreferendum am 17. April dieses Jahres seine aktuellen Reisehinweise für das Land verschärft. »Im Zuge des Wahlkampfes muss mit erhöhten politischen Spannungen und Protesten gerechnet werden, die sich auch gegen Deutschland richten können. Hiervon können im Einzelfall auch deutsche Reisende in der Türkei betroffen sein«, heißt es nun auf der Website des Außenministeriums.

Weiter heißt es, dass seit Anfang Februar 2017 in einzelnen Fällen deutschen Staatsangehörigen an den beiden Istanbuler Flughäfen die Einreise in die Türkei verweigert worden sei. Und zwar ohne Angabe genauer Gründe. Die betroffenen Personen hätten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden ihre Rückreise nach Deutschland antreten müssen.

Insbesondere an Reisende, die neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen, richtet sich folgender Hinweis: »In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass unbeachtlich des gesetzlichen Anspruchs deutscher Staatsangehöriger auf konsularischen Rat und Beistand, konsularischer Schutz gegenüber hoheitlichen Maßnahmen der türkischen Regierung und ihrer Behörden nicht in jedem Fall gewährt werden kann, wenn der oder die Betroffene auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt.«

Tourismusexperte Born: »Rate vehement ab«

Die aktualisierten Reisehinweise des Auswärtigen Amtes kommen für die Türkei zur Unzeit. Erst vor wenigen Tagen, unmittelbar vor der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin, äußerte der Tourismusexperte und Ex-TUI-Vorstandsmitglied Karl Born harsche Kritik an dem Land.

Stand der Region Kusadasi auf der ITB in Berlin 2017

ITB Berlin

»Für mich wäre die Türkei zurzeit das allerletzte Zielgebiet, in dem ich Urlaub machen würde. So demonstrativ gegen Urlaub war ich zuletzt bei Südafrika, während der Apartheid-Politik. Aber bei der Türkei rate ich nun schon seit Wochen von Reisen ab. Vehement, ja sogar sehr vehement«, sagte er in einem Interview mit dem Reception Insider.

Auf der ITB ging Türkei-Tourismusminister Nabi Avci indes davon aus, dass 2017 für die Tourismusbranche des Landes erfolgreicher sein werde als 2016.

 

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