Axel Milberg: Mein Südafrika

Axel Milberg: Mein Südafrika Foto: Marion von der Mehden

Er ist einer der namhaftesten deutschen Schauspieler und den Tatort-Fans natürlich bestens als Kommissar Klaus Borowski bekannt. Was kaum jemand weiß: Axel Milberg hegt zu Südafrika eine ganz besondere Zuneigung. Vor allem die Kapregion hat es ihm angetan.

Herr Milberg, wie sind Sie denn auf Südafrika gekommen?
Das war vor gut zehn Jahren bei Dreharbeiten. Nach meiner ersten Begegnung mit Kapstadt dachte ich gleich: Mein Gott, warum lebe ich nicht immer hier?!

Was hat Sie denn so fasziniert?
Diese unglaubliche Mischung. Zum einen ist es das Mittelmeerklima – mit einem Meer, das nie gleich aussieht, wenn es an die Strände und Felsen spült, mit seiner steinigen, zerklüfteten Küste, die im nächsten Moment unweigerlich an Südengland erinnert. Man hat dauernd Assoziationen mit Orten, an denen man schon gewesen ist. Zum anderen die Mischung aus englischem und holländischem Baustil, immer vor dem Hintergrund der afrikanischen Kultur. Es ist ein bisschen so, als ob man in 80 Tagen um die Welt reist, ohne sich vom Fleck zu rühren.

Das klingt fast paradiesisch.
Kapstadt ist ja auch ein kleines Paradies. Es gibt dort einfach alles. Wale, Weinberge, Weingüter wie aus dem 18. Jahrhundert, Abenteuer, Tiere, Cage Diving zum Haie-Füttern, alte Buchhandlungen mit Antiquariaten und unglaublich tolle Möglichkeiten zu wohnen. Eine davon ist übrigens das Hotel The Table Bay unten an der Victoria and Alfred Waterfront.

Direkt an dem berühmten Einkaufszentrum?
Ja, wobei ich zugeben muss, dass ich der Waterfront anfangs recht skeptisch gegenüberstand. Auf den ersten Blick ist es ein überdachtes Labyrinth mit Hunderten von Geschäften. Aber eben auch ein Teil des südafrikanischen Lebens und keine Touristenfalle. Die Einheimischen gehen dort tatsächlich einkaufen. Und wenn die Südafrikaner auf ihre ganz besondere Art ihre Waren präsentieren, da denke ich immer, warum gibt es das in Deutschland nicht?! Vielleicht findet man in Berlin-Mitte mal jemanden, der eine Seife oder ein Gewürz etwas anders verpackt. Die Südafrikaner haben jedenfalls ein ausgesprochenes Gespür für Design. Und natürlich ist die Kulisse dort beeindruckend. Man blickt über den Hafen auf die Table Bay, mal mit und mal ohne Nebel, und guckt dem Schiffsverkehr zu. Irgendwann sah ich auch mal ein Exkursionsschiff aus Kiel vor Anker liegen – da war dann gleich ein Stück Heimat da.

Und wo finden Sie das Fremde?
Es herrscht immer ein sehr merkwürdiger Widerspruch. Du kommst dahin und denkst, ach, das ist ja alles fast wie bei uns. Riesen Supermärkte, schicke neue Häuser, Straßen, der Stadtpark – und dann gehst du zwei Meter weiter links oder rechts, und plötzlich gibt es von all dem nichts mehr. Da leben die Menschen in Wellblechhütten und sind trotzdem neugierig. Am Sonntagvormittag laufen die Leute in Choruniformen herum, und du hörst die Gesänge aus der Kirche oder beobachtest die Pfadfinder, die gerade Knoten knüpfen lernen. Man sieht sehr viel unverstelltes Leben, das bei uns in Deutschland nur hinter sieben Schleiern stattfindet. Außerdem haben Inder und Malayen am Kap nicht nur in der Küche, sondern auch im Design ihre Spuren hinterlassen. Das ist ein ganz angenehmer, inspirierender Mix.

Wie steht's denn um die südafrikanische Küche?
Für mich ist es eine europäische Küche mit einem afrikanischen Touch. Vor allem aber schätze ich die frischen Früchte, wie etwa die für mich obligatorische Frühstücks-Papaya mit Limejuice. Und natürlich die enorme Bandbreite. Von Springbock mit Schokoladensoße über Fish and Chips bis hin zur luftgetrockneten Wurst Biltong, die hier überall angeboten wird.

Gibt's zum Abschluss einen Milberg-Tipp für den Südafrika-Neuling?
Oh, da gibt es einige ... Kalk Bay und Simon's Town, das »Two Oceans Aquarium« an der Waterfront oder die Misty Cliffs in Kapstadt. Auf jeden Fall der Besuch eines der Townships, um dort mit den Bewohnern zu sprechen. Ich kann nur jedem empfehlen, so schnell wie möglich Südafrika zu besuchen und das Land und die Leute kennenzulernen und auf sich wirken zu lassen. Es wird dann später schwer genug werden, sich von diesem Land wieder zu trennen.

ella Verlag
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