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Inselloft

Inselloft
Damenpfad 37 – 40
26548 Norderney
https://inselloft-norderney.de
35 Studios, Lofts und Penthouses
€€


getestet von Harald Braun
fotografiert von Sabine Braun
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Der erste Eindruck

Wo ist denn hier ein Loft-Hotel? Kurzer Check: Okay, Adresse stimmt. Aber diese vier weiß-glänzenden Häuserfassaden schicker Villen aus der Zeit der Jahrhundertwende wirken im ersten Moment nicht wie ein trendiges Hotel, das seine urbane Zielgruppe schon im Namen einkreist. Erst die verbindende Holzterrasse vor dem Gebäudequartett weist drauf hin, dass es sich bei diesem prächtigen Ensemble am Nordstrand Norderneys tatsächlich um das beliebte Inselloft-Hotel handeln könnte. Und die nostalgisch wirkenden Fahrräder mit Körbchen natürlich, die sich in Reih und Glied auf der alle vier Gebäude miteinander verbindenden Terrasse formiert haben und auf denen der Schriftzug des Hauses die Besitzverhältnisse klärt.

Jene können für einen kleinen Betrag ausgeliehen werden, erfährt der Gast, wenn er sich an der »Rezeption« des Insellofts angemeldet hat. Auch hier ein überraschender, durchaus sympathischer Effekt: Statt hinter einem klassischen Tresen, wie man ihn aus Hotelrezeptionen kennt, empfangen einen die freundlichen und jungen Mitarbeiter des Hauses in einem hellen Raum hinter ihren Laptops, schon am Eingang stehen Napf für den Hund und Info-Material für die Gäste parat. Die Botschaft des Insellofts ist deutlich und angenehm: Kommt mal klar. Relaxt!

Wer wohnt hier?

Hoteldirektor Philip Menke – der im »Inselloft« allerdings schlicht unter »Betriebsleiter« firmiert, kennt seine Pappenheimer: Moderne, unkonventionelle Menschen, die so individuell wie möglich wohnen und leben, aber auf die Annehmlichkeiten eines Hotelbetriebs nicht verzichten wollen, so beschreibt er seine Klientel. Auffallend viele Gäste haben ihren Hund dabei, auch zahlreiche generationsübergreifende Familiengruppen scheinen sich im Inselloft wohlzufühlen. Dafür ist sicherlich auch das großzügige »Wohnzimmer« gleich gegenüber der Rezeption verantwortlich, in dem sich die Gäste in gemütlichen Sofas (oder einem Schaukelstuhl) vor dem Kamin versammeln können. Ein gutes Glas Wein, ein Tee aus dem Samowar und kleine kulinarische Aufmerksamkeiten sind in diesem mit Geschmack inszenierten Raum (kostenloser) Standard. Wobei das bei der Klientel des Insellofts nicht ins Gewicht fällt. Wer penibel auf den Euro achten muss, dürfte das nicht ganz preiswerte (aber sehr reelle) Inselloft gar nicht erst in Erwägung ziehen.

Gut geschlafen?

35 unterschiedliche Studios, Lofts oder Penthouses werden im Inselloft vermietet. Größe und Preise variieren, eins allerdings bleibt gleich: Jeden einzelnen Raum umweht eine frische, fröhliche Ausstrahlung, was einerseits an den großzügigen Fensterflächen liegt, die das Licht der Nordseeinsel ins Hotelzimmer tragen und andererseits dem Mut und Geschmack des zuständigen Designers geschuldet ist. Dafür ist im Inselloft genauso wie in den anderen Häusern der Bremer Brune-Familie Sohn Marc Brune verantwortlich. Er ist wie sein Vater und Firmengründer Ewald Brune als Architekt für die Ausgestaltung des Insellofts und der anderen Brun´schen Hotelbetriebe, Restaurants und Cafés verantwortlich, die Norderneys touristischen Entwicklungssprung in den letzten Jahren mitgeprägt haben.

Der Wellnessfaktor

Wellness, übersetzt schlicht Wohlbefinden, hat ja in den seltensten Fällen nur etwas mit dem Vorhandensein von Sauna, Massagepersonal und Yoga-Kursen zu tun, obwohl auch das Inselloft über derartige Einrichtungen (plus einem kleinen Gym) verfügt. Ein hoher Wellnessfaktor stellt sich im Inselloft allerdings aus anderen Gründen ein: Das freundliche Team, die lichten und smart farbakzentuierten Zimmer, dieses Gefühl, unter einem Dach mit Freunden zu wohnen, sind es eher, was eine Feriensause in diesem Norderneyer Kleinod ausmachen. Dass die vielen kleinen Design-Gimmicks des Hauses vom bunten Bademantel bis zur gebrandeten Teetasse in einem kleinen Laden neben der hauseigenen Bäckerei verkauft werden – und dass es dafür augenscheinlich einen großen Markt gibt – zeigt darüber hinaus, wie rund sich das Urlaubserlebnis im Inselloft anfühlt.

Bauchgefühl

Dafür, dass im Inselloft nur überschaubare 35 Wohneinheiten glücklich und satt gemacht werden können, betreibt man dort einen ganz schönen, ja herausragenden Aufwand. Das liebevoll und reichhaltige Frühstück wird schichtweise in zwei kleinen – einer davon tagsüber auch als kleine Weinhandlung genutzten – Räumen zwischen 7 und 11 Uhr angeboten. Wer möchte, kann sich seine Auswahl auch aufs Zimmer servieren lassen.
Von Dienstag bis Sonntag sorgt man im »Esszimmer Norderney« an gleicher Stelle für echte kulinarische Highlights. Unbedingt reservieren, die Plätze im »Esszimmer Norderney« – unter anderem an einer kommunikativen langen Tafel – sind überaus begehrt. Berühmt und selbst bei den einheimischen Norderneyern extrem beliebt sind auch die Produkte der Inselloft-Bäckerei. Zwar ist der Hype um das – immer noch vorzügliche – Trauben-Nuss-Brot inzwischen etwas abgeebbt, doch die Inselloft-Bäcker werden nicht müde, immer wieder neue Köstlichkeiten zu entwickeln.

Das besondere Etwas

Das Inselloft mit seiner »Zu Gast bei Freunden«-Philosophie liegt nah am Weststrand der Insel. Zwei andere Häuser der Familie Brune schmiegen sich dort direkt in perfekter Lage an das Inselloft an. Das wären das exklusive Relais & Chateaux Hotel »Seesteg« mit seinem ikonographischen Pool auf dem Dach und das »Rodehuus«, ebenfalls modern und elegant, aber im Inselloft-Vergleich etwas konventioneller. »Inselloft«-Gäste haben nach Absprache die Möglichkeit, die Restaurants oder andere Facilities der Partner-Hotels zu nutzen. Bonus: Auch der wohl beliebteste »Sundowner«-Treffpunkt der Insel gehört zum touristischen Brune-Konsortium: Die »Milchbar« ist bei gutem Wetter DER Treffpunkt der Insel, um den Tag mit Meerblick, Musik und angemessenen Erfrischungsgetränken zu verabschieden. Und eine kleine, überraschend preiswerte Anzahl von Speisen ist dort ebenfalls den ganzen Tag über zu haben.

3 gute Gründe, dort zu buchen

1. Das Motto »Zu Gast bei Freunden« wird im Inselloft mit lässigem und zurückhaltendem Stil gelebt.
2. Zwischen Nordsee, dem attraktivsten Gastro-Spot der Insel »Milchbar« und dem eigenen Hotelzimmer liegen nicht mal fünfzig Meter.
3. Das »Wohnzimmer« im Inselloft ist ein beliebter Treffpunkt, an dem sich Gäste in angenehmer Atmosphäre kennen lernen und ein (kostenloses) Gläschen Wein miteinander trinken können – bei Schietwetter auch gern vor dem Kamin.
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