Schluss mit Bettelei und penetranten Verkäufern? Die ägyptischen Behörden jedenfalls scheinen genug zu haben von Aufdringlichkeiten gegenüber Touristen. Das Parlament in Kairo verabschiedete ein Gesetz, das Hausierer und taktlose Verkäufer disziplinieren soll. Wer trotzdem bettelt oder aggressiv seine Waren feilbietet, muss mit Geldstrafen rechnen.

Viele Reisende, die schon einmal in Ägypten ihren Urlaub verbracht haben, kennen die Situation: Man verlässt das Hotel, um in Ruhe Land und Leute kennenzulernen. Doch mit der Ruhe ist es oft schnell vorbei. Denn egal ob man sich die Pyramiden von Gizeh, das Tal der Könige oder die Tempel von Abu Simbel ansehen oder einfach nur über einen Basar schlendern möchte: Oft wird man binnen weniger Minuten von geschäftstüchtigen Einheimischen umgarnt, die einem ihre Dienstleistungen oder Produkte anbieten.

Tempel von Philea in Ägypten

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Da hat schon so mancher Tourist genervt das Weite gesucht – und fortan die Hotelanlage erst gar nicht mehr verlassen. Im schlimmsten Fall kehrte er oder sie nie wieder nach Ägypten zurück.

Bis zu 475 Euro Strafe bei Verstoßen

Den ägyptischen Behörden sind die quirligen Verkäufer und Almosenbittende offenbar seit einiger Zeit ein Dorn im Auge. Das Parlament in Kairo hat nun ein Gesetz verabschiedet, das Bettlern und aufdringlichen Verkäufern den Garaus machen soll. Fortan ist es verboten, Waren wie Souvenirs in aufdringlicher Art und Weise anzubieten. Aber auch das Aufdrängen von Dienstleistungen wie Stadt- oder Museumsführungen und Ritte auf Kamelen wird künftig sanktioniert.

Touristin auf einem Kamel in Ägypten

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Wer dabei erwischt wird, dem droht eine Geldstrafe von bis zu 10.000 ägyptischen Pfund. Das entspricht derzeit einer Summe von umgerechnet rund 475 Euro.

In Ägypten wird das Gesetz unterschiedlich aufgenommen. Während Händler und Dienstleister laut eines Berichts des Guardians dem Gesetz kritisch gegenüberstehen, weil es sozial Benachteiligte stigmatisiere oder mangels entsprechender Vorfälle überflüssig sei, plädiere Ex-Minister Zahi Hawass für höhere Strafen.

Touristenzahlen: Ägypten wieder im Aufwind

Ziel des Gesetzes ist es offenbar, das Land für Touristen attraktiver zu machen. 2010 besuchten noch 14,7 Millionen Touristen das Land. Nach den schweren politischen Turbulenzen der vergangenen Jahre ging die Zahl der Touristen zurück. Seit 2017 befindet sich die ägyptische Reisebranche allerdings wieder im Aufwind. So besuchten in dem Jahr 1,2 Millionen Deutsche das Land. »Das lag nur knapp unter dem Allzeithoch von 1,3 Millionen im Jahr 2010. Die Zahlen für 2018 sind bisher vielversprechend, sodass wir von einer weiteren Steigerung ausgehen«, erklärte die ägyptische Botschaft gegenüber reisen EXCLUSIV.

Hotel in Ägypten: Touristen am Pool

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Die Aussagen der Botschaft korrespondieren mit denen von Nils Lübbe, Ägypten-Produktleiter bei den Veranstaltern ITS und Jahn Reisen: »Ägypten bietet ein fast unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis. Viele Hotels wurden kürzlich renoviert. Es wurde außerdem in Service und Qualität investiert – dies macht sich auch in einer gestiegenen Gästezufriedenheit bemerkbar. Die Aussichten für die Sommerbuchungen sind sehr positiv. In beiden Hauptdestinationen – Hurghada und Marsa Alam – verzeichnen wir Gästezuwächse.«

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