Wie verschönert man ein Kolonialgebäude aus dem 19. Jahrhundert und macht daraus ein attraktives Luxushotel? Man verpflichtet einen der teuersten Architekten der Welt. Text: Markus Grenz

Wohlgestimmt aufwachen

Selten hat mich eine eindrucksvollere Aussicht wachgeküsst. Von meinem kuscheligen Bett aus fällt mein Blick genau auf das Ende der Straße von Singapur. Wie auf einem gigantischen Parkplatz liegen die zahllosen Containerschiffe und warten auf ihre Fracht. Meine Hand tastet nach dem Touchpad neben dem Kopf­ende, lautlos fahren die Jalousien der Glasfront meines Apartments in die Höhe und geben die Sichtachse frei auf den wolkenlosen Himmel, der sich über das stahlblaue Wasser des Südchinesischen Meeres spannt.  »Remarkable«, hätte sicher der Erbauer meines Fünf-Sterne-Domizils, der britische Architekt Sir Norman Foster, bemerkt. Wer will da noch aufstehen?

The Capella Singapore

Obwohl ich mich in meinem modern, aber trotzdem behaglich eingerichteten, geräumigen Apartment mehr als wohlfühle, heißt Liegenbleiben doch etwas verpassen. Natürlich könnte ich mir vom aufmerksamen Service auch den Wunsch nach dem Frühstück im Bett von den Augen ablesen lassen. Doch hat das Capella Singapore auf der vorgelagerten Insel Sentosa mehr zu bieten als 111 luxuriöse Unterkünfte.

Betreten muss man das Resort durch die Vergangenheit.

Zwei restaurierte britische Kolonialgebäude aus den 1880er-Jahren sorgen bei der Ankunft für eine private und gemütliche Atmosphäre. Erst dahinter, vor und an einen sanft abfallenden Hang gebaut, schlängelt sich Fosters Vision der Zukunft in Stahlgrau mit abgesetzten roten Lamellen. Spätestens seit dem Bau der Berliner Reichstags-Kuppel weiß man, dass der Architekt auch ein Herz für runde und organische Formen besitzt. Bei der Nutzung des Hangs hat man sich die traditionell asiatische Terrassenbauweise zunutze gemacht. Vier Außenpools laden auf unterschiedlichen Ebenen zum Plantschen ein. Es sei denn, man nutzt das hoteleigene Stück Küste.

The Capella Singapore

Ich lasse den Frühsport aus und fasse Wesentliches in den Blick: das Frühstück. Vom Küchenchef lasse ich mir mein Omelett japanisch, mit Thunfischbrühe, Soja- und Mirinsauce, verfeinern. Englische Hühnchenwürstchen machen meinen Ost-trifft-West-Start in den Tag perfekt. Und dann? Eine Partie Golf im benachbarten Sentosa-Club? Ein relaxter Vormittag im feinen »Auriga«-Hotel-Spa? Oder ein Trip im hauseigenen Rolls-Royce über die Causeway Bridge ins Herz Singapurs? Da wird mir schon etwas einfallen.

Capella Singapore. 1 The Knolls, Sentosa Island, Singapore 098297. Reservierungen unter Tel.: +65 6377 8888, oder per E-Mail: reservations.singapore@capellahotels.com
Info.  www.capellasingapore.com

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