Polens ältester und größter Tiergarten in Wrocław (Breslau) feierte 2015 seinen 150. Geburtstag. Das größte Geschenk hatte sich der Zoo allerdings bereits selbst gemacht. In den vergangenen Jahren investierte die Verwaltung massiv in neue Schaugehege und Themenhäuser. Ein Portrait des Breslauer Zoos.

Das neu eröffnete Afrykarium ist ein Ausstellungspavillon der Superlative. Das 160 Meter lange und 54 Meter breite Gebäude zeigt auf zwei ober- und einer unterirdischen Etage verschiedene Ökosysteme des afrikanischen Kontinents. Das einende Band dieser Lebenswelten ist das Wasser. Insgesamt 15.000 Kubikmeter fassen die 19 verschiedenen Bassins und Aquarien der Anlage.

Die Reise führt von den Stränden und Korallenriffs des Roten Meeres über den Nil, das Great Rift Valley, die Tiefen der Straße von Mosambik bis zur Skelettküste vor Namibia und zum Dschungel der Kongomündung. Eindrucksvoll ist der Besuch der Straße von Mosambik. Durch einen 18 Meter langen Plexiglastunnel geht es vorbei an Haien und Rochen. Pinguine und Seebären trifft man an der Skelettküste, mehr als 1.500 Fischarten können Gäste im Roten Meer erleben. Im Afrykarium gibt es aber auch Landtiere zu sehen, so etwa Erdferkel oder ostafrikanische Dik-Diks. Der Pavillon verfügt darüber hinaus über einen Konferenzsaal, eine Aussichtsterrasse und ein Restaurant.

Westafrikanische Pinselohrenschweine und Okapis

Ebenfalls im vergangenen Jahr eröffnete im Breslauer Zoo eine weitere interessante Anlage. Das Odrarium ist der Lebensader von Wrocław gewidmet. Besucher werden auf einem Pfad durch verschiedene Wasserbecken geführt, die auf kleinstem Raum den Verlauf der Oder von der Quelle in Tschechien bis hin zur Mündung in die Ostsee nachzeichnen. Gebirgsbewohner wie Äschen und Barben sind dort ebenso zu sehen, wie Plötzen und Ukeleien, die den Mittellauf des deutsch-polnischen Grenzflusses bevölkern. Informationen werden zeitgemäß über Multimedia-Bildschirme bereitgestellt. Seit 2013 besitzt der Breslauer Zoo mit Maiko aus Frankfurt am Main und Nkosi aus Antwerpen als einziger polnischer Tierpark gleich zwei Okapis. Im gleichen Jahr bekamen die seltenen Tiere gemeinsam mit den westafrikanischen Pinselohrschweinen ein neues Auslaufgehege. Zu den weiteren Investitionen gehören außerdem ein Freilaufgehege für indische Nashörner, das 2012 fertiggestellt wurde, sowie der bereits 2010 eröffnete Madagaskar-Pavillon.

Der 1865 an der Alten Oder im Osten von Breslau eröffnete Zoologische Garten blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Dort wurde der weltweit erste Tapir in Gefangenschaft geboren, dort gab es in der Zwischenkriegszeit die einzige Rundschwanzseekuh Europas und dort wurden dem niederschlesischen Publikum Ende des 19. Jahrhunderts, heute undenkbar, auch »exotische Völker« präsentiert. Die Gründungsidee geht auf eine Initiative um den damaligen Bürgermeister Julius Elwanger zurück.

4.200 Wirbeltiere und 5.000 Wirbellose auf 30 Hektarn

Bis zur Jahrhundertwende entstanden auf dem damals rund neun Hektar großen Areal die ersten Gebäude. So zum Beispiel der Bärenzwinger, das im mauretanischen Stil errichtete Affenhaus oder das Japanische Tor. Sie sind heute erhalten. Zur Eröffnung besaß der Zoo rund 400 Tiere aus 50 verschiedenen Gattungen, hauptsächlich Geschenke von Breslauer Bürgern. Aufsehenerregend war die Ankunft des ersten Elefanten im Jahre 1873. Während der beiden Weltkriege blieb die Anlage jeweils für mehrere Jahre geschlossen.

Der Neubeginn im nun polnischen Wrocław folgte 1948 mit 150 Tieren aus 60 verschiedenen Gattungen, von denen 84 Exemplare noch aus dem deutschen Zoo stammten. 1951 eröffnete das erste Aquarium auf dem Zoogelände, das in den folgenden Jahrzehnten vergrößert wurde. Derzeit leben im Breslauer Zoo auf dem 30 Hektar großen Gelände rund 4.200 Wirbeltiere und etwa weitere 5.000 Wirbellose, die Gesamtzahl der Arten beträgt 876.

Der Breslauer Zoo befindet sich rund drei Kilometer östlich der Altstadt am Abzweig der Alten Oder vom Hauptflusslauf. Nördlich der Anlage beginnt der Park Szczytnicki (Scheitniger Park) mit der als Unesco-Welterbe geschützten Jahrhunderthalle und dem Japanischen Garten. Der Eintritt in den Zoologischen Garten kostet 40, ermäßigt 30 Złoty (ca. 10/7,50 Euro) und berechtigt auch zum Besuch des Afrykariums. Informationen zum Breslauer Zoo unter www.zoo.wroclaw.pl und zum neuen Afrykarium unter www.afrykarium.com.pl.

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