Wer offen schwul oder lesbisch lebt, dem droht ab nächster Woche in Brunei die Todesstrafe. Der US-amerikanische Schauspieler George Clooney macht dagegen mobil. Er fordert zum Boykott der Luxushotels auf, die der Brunei Investment Agency gehören.

Seitdem bekannt wurde, dass das Sultanat Brunei sein Strafgesetzbuch verschärft hat und Schwule und Lesben künftig mit dem Tod bedroht, sieht sich das Land einer Welle internationaler Kritik ausgesetzt.

Auto mit "hate sucks" Schriftzug

Filippo Andolfatto

»Brunei muss umgehend die Pläne zur Einführung dieser grausamen Strafen stoppen und das Strafgesetzbuch in Übereinstimmung mit den menschenrechtlichen Verpflichtungen des Landes überarbeiten. Die internationale Gemeinschaft muss den Schritt Bruneis, diese grausamen Strafen in die Tat umzusetzen, deutlich verurteilen«, kritisierte Rachel Chhoa-Howard, Brunei-Expertin bei Amnesty International.

Auch im Show-Business regt sich Widerstand. Hollywood-Star George Cloony will es aber nicht allein beim Protest belassen. Er forderte zum Boykott von neun Luxushotels auf, die der Brunei Investment Agency gehören, die wiederum im Besitz des Bureiner Sultans Hassanal Bolkiah ist. »Lasst uns über eines im Klaren sein: Jedes Mal, wenn wir in einem dieser neun Hotels übernachten oder Besprechungen abhalten, stecken wir direkt Geld in die Taschen von Männern, die ihre eigenen Bürger steinigen und zu Tode schlagen, weil sie schwul sind oder Ehebruch begangen haben«, schrieb Clooney in einem Gastbeitrag auf der Website deadline.com.

Schwules Paar

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Im Visier: neun Luxushotels in Nordamerika und Europa

Konkret geht es dabei um folgende Hotels der Brunei Investment Agency: The Dorchester und 45 Park Lane (beide in London), Coworth Park (bei London), The Beverly Hills Hotel und Hotel Bel-Air (beide in Los Angeles), Le Meurice und Hotel Plaza Athenee (beide in Paris), Hotel Eden (Rom) und Hotel Principe di Savoia (Mailand). Alle neun Hotels gehören der Dorchester Collection an.

Logo des Beverly Hills Hotel in LA

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Er, Clooney, wisse, dass jeder Boykott wenig Einfluss auf die Änderung dieser Gesetze habe. »Aber wollen wir wirklich dazu beitragen, diese Menschenrechtsverletzungen zu bezahlen? Wollen wir wirklich helfen, den Mord an unschuldigen Bürgern zu finanzieren?«, fragt Clooney. Er habe im Laufe der Jahre im Umgang mit mörderischen Regimes gelernt, dass man sie moralisch nicht überzeugen könne. Dann appelliert er an seine Leser: »Aber du kannst die Banken, die Finanziers und die Institutionen, die mit ihnen Geschäfte machen, beschämen und Sie dazu bewegen, sich anderweitig zu orientieren«, so Clooney.

Unterdessen hat auch das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land aktualisiert: »Homosexuelles Verhalten, auch im Privatleben, wird als schwere Straftat geahndet und kann mit Prügel- oder auch Todesstrafe bestraft werden.« Diese Verschärfung sehe harte Körperstrafen vor, bis hin zur Amputation und der Todesstrafe durch Steinigung. Einzelne Straftatbestände im Scharia-Recht beträfen auch Nicht-Muslime, insbesondere wenn ein beteiligter Teil Muslim sei.

Brunei ist ein Ministaat auf der Insel Borneo in Südostasien. Rund 500.000 Menschen leben in dem Land.

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