So viel Zeit muss sein. Einmal dem Nichtstun frönen und die Augen nur für die schönen Dinge des Lebens haben. Im luxuriösen Danai Beach auf Chalkidiki liegt das Schöne vor der Nase: Die eleganten Luxusvillen sind vom Blumengarten umgeben, und der Meeresblick gehört der Kategorie »wow« an. Es ist der perfekte Ort für Frischvermählte. Text: Karolina Golab

Heute ist Montag, 8:40 Uhr. Die griechische Sonne scheint, der Mai blüht, und neben mir liegt der Mann, den ich gerade erst geheiratet habe. Wochenlang haben wir Hochzeitseinladungen verschickt, Weine ausgesucht und Silber poliert, um anschließend ein rauschendes Fest zu geben. Jetzt wird ausgeschlafen.

8:25 Uhr: Nirgendwo ist das Aufwachen so schön wie im griechischen Danai Beach Hotel. Durch die hohen Panoramafenster dringt der Duft von Jasmin und Oleander aus dem Garten hinein und lockt mich, die paar Schritte hinauszutreten, die unser Bett vom Privatpool trennen.

Großes Frühstück am Rande der Klippen

8:49 Uhr: Der Wind spielt fast unhörbar mit den weißen Chiffonvorhängen. Herr Gemahl schlummert noch, während unsere Nachbarn, die Schwalben, die unter dem Dachsims ihre Nester gebaut haben, Kurs auf unseren Pool nehmen, um dort ihre Schnäbel einzutauchen. Es vergehen Minuten, bis sich etwas Neues ereignet.

10:17 Uhr: Es wird Zeit, diesen sonnigen Tag mit einem ausgedehnten Frühstück zu begrüßen. Gern gesellen wir uns zu den anderen Gästen auf der Hotelterrasse am Rande der Klippen und staunen über den Meeresblick.

10:17:05 Uhr: Drei Servicekräfte nehmen unsere kulinarischen Wünsche gleichzeitig entgegen, und kurze Zeit später fließt von links der Darjeeling aus dem Silberkännchen ins hauchdünne Porzellantässchen, von rechts werden uns die noch dampfenden Croissants und frisches Obst gereicht.

11:37 Uhr: Wir sind wohl nicht die einzigen Honeymooner. An den Nebentisch gesellt sich ein Paar, das einem Hochglanzmagazin entsprungen sein könnten. Sie – im breitkrempigen Hut und goldenen Stilettos. Er, ein sportlicher Typ, bestellt zum Frühstück Champagner. Die sehen nicht so aus, als hätten sie das Silber und Porzellan für ihre Hochzeit selbst polieren müssen. Womöglich sind sie gar nicht verheiratet!

Begehrtes Open-Air-Restaurant

11:45 Uhr: Der Mann am Klavier ist nicht nur ein begnadeter Pianist, er kann offenbar Gedanken der Gäste lesen. Seit wir die Frühstücksterrasse betreten haben, spielt er meine Lieblingsmelodien aus Michael Nymans Filmmusik »Das Piano«. Es wäre eine schöne Idee, den Pianisten samt Klavier unten an den Strand zu setzen, ganz wie im Film.

11:46 Uhr: Schon die ganze Zeit hat ein Eichhörnchen in den Pinienkronen über unseren Köpfen Vorwärtsflips gemacht, sich von Ast zu Ast geschwungen und dabei ordentlich Pinienzapfen vertilgt. Die süßen Nager gehören sozusagen zum Inventar des Hotels, auch im übertragenen Sinne: Das Open-Air-Gourmetrestaurant, unmittelbar neben der Frühstücksterrasse, trägt den Namen »The Squirrel«. Es ist bekannt für seine riesige Auswahl an feinen Weinen und für die Molekularküche des Chefkochs. Wer im »The Squirrel« ein Plätzchen an einem der sechs Tische ergattern will, muss entweder früh genug reservieren oder gute Beziehungen zum Hausherren, Kimon Riefenstahl, unterhalten, denn die Plätze sind hochbegehrt, auch bei der lokalen Prominenz.

Spritztour mit dem Heli zum Berg Athos? Kein Problem!

11:47 Uhr: Kimon Riefenstahl, in makellosem Weiß gekleidet, sieht gern selbst nach dem Rechten. Er ist Allgegenwärtigkeit und Diskretion in einer Person. Auch beim Frühstück sollte alles nach seinen Vorstellungen laufen, ganz nach dem Motto: »Unmöglich gibt es bei uns nicht.« Die Wünsche der Gäste dürfen grenzenlos sein. Grenzenlos sollte auch der Inhalt des Portemonnaies sein. Herr Riefenstahl ist ein Mann mit ausgeprägtem Sinn für Luxus und Romantik und ermöglicht seinen Gästen so ziemlich jedes noch so verrückte Begehren: Für jemanden wie ihn ist es ein Klacks, ein Candle-Light-Dinner mit Flügel am Strand zu organisieren. (Habe ich doch gesagt.) Schließlich bewältigt er im Handumdrehen ganz andere Herausforderungen.

Wenn es sein muss, kann er eine Spritztour mit Helikopter zum benachbarten Berg Athos einrichten. Normalerweise dauert die Beschaffung einer Einreisegenehmigung in die autonome Mönchsrepublik Wochen. Doch im Danai Beach unterhält man beste Beziehungen zu den orthodoxen Klöstern am benachbarten Chalkidiki-Finger. Ein Anruf genügt, und schon schlendern die Danai-Gäste gemeinsam mit dem Abteivorsteher zu den goldenen Ikonen der Klöster. Eines werden jedoch auch die Riefenstahls nicht ändern können: Schon seit Generationen ist dem weiblichen Geschlecht der Zutritt zum streng orthodoxen Berg absolut verboten. Selbst weibliche Hühner sollen auf dem Eremitenberg nicht geduldet werden. Frauen sind – wenn überhaupt – dann nur in Form von zweidimensionalen Marienikonen zulässig.

Am Strand den ganzen Tag im Daybed

13:15 Uhr: Der Entschluss steht fest: Eremiten genießen nicht gerade den Ruf von hervorragenden Gastgebern. Wir bleiben also im Danai Beach. Die Kulisse ist schließlich mit der des Berg Athos identisch, und auf die im Dunkeln lagernden Ikonen können wir diesmal verzichten. Ein Tag auf dem Daybed unten am Strand ist ein ganz guter Tausch. Wir lassen uns Erfrischungstücher auf Crushed Ice servieren und sündhaft teure Cocktails.

16:44 Uhr: Das Verhängnisvolle ist, dass man irgendwann anfängt, das zu tun, was man zu Hause auch tun würde: Handy suchen, duschen, den eigenen Ehemann suchen. Nur man tut es eben kultivierter und um einiges länger, denn die 200 Quadratmeter große Poolvilla bietet genug Fläche, um ständig etwas zu verlegen. Auf welchem der vielen Hochglanztische habe ich mein Handy liegen lassen? Welches der beiden Bäder soll ich jetzt benutzen? Lieber baden oder duschen? Wo ist mein Mann?

Wir bleiben im Hotel. Entspannen nur.

17:59 Uhr: Eigentlich genügen wir uns an diesem Ort selbst. Natürlich könnten wir die Hoteljacht leihen, wir könnten Wasserski laufen, wir könnten Sithonias verschlafene Dörfchen erkunden oder einen extravaganten Wunsch äußern, den Kimon Riefenstahl mit einem Fingerschnippen erfüllen würde …

24:00 Uhr: … aber man muss hier nichts tun. Wirklich nicht. Nur entspannen. Gute Nacht.

Unterkunft. Danai Beach Resort. 63088 Nikiti, Sithonia, Chalkidiki, ein DZ kostet inklusive Frühstück 310 Euro. Die etwa 200 qm große Danai Villa kostet ab 2.350 Euro. Die größte Villa der Anlage, Villa of the Greek Riviera, ist etwa 2.000 qm groß und kostet ab 7.300 Euro. (Preise variieren). Tel.:+30 23750 20400; in der Winterzeit, von Oktober bis April, ist das Hotel geschlossen, dann gilt folgende Tel.: +30 2310 341810, www.dbr.gr

Anreise. Mit Lufthansa nach Thessaloniki. Das Hotel ist 80 Kilometer vom Flughafen entfernt. Der Abholservice per Limo kostet one way 80 Euro, per Helikopter 1.890 Euro

 

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