Wien wurde in diesem Jahr zum zwölften Mal in Folge als lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet. Ein Grund mehr, in der österreichischen Metropole wieder vorbeizuschauen und sich zwischen Sachertorte und Stephansdom, Naschmarkt und Schloss Schönbrunn umzuschauen. Für reisen-EXCLUSIV-Autorin Simone Sever wurde im hippen Freihausviertel im Hotel »Das Triest« eine Suite hergerichtet.

Es wäre zu schade, das Hotel Das Triest im 4. Bezirk Wieden nicht zu verlassen – Wien bietet einfach zu viel  – es wäre aber möglich! Und so nehmen meine Begleitung und ich gleich am ersten Abend unserer Wienkurzreise das Angebot wahr und bleiben einfach im Haus.

Fassade des Hotels Das Triest in Wien

Das Triest

In hohen Hacken stöckele ich die glücklicherweise nur wenigen Schritte ins »Collio«, dem Hauben-Restaurant unserer Herberge. Hier bringt Küchenchef Josef Neuherz seine Gäste – im Sommer im romantisch erleuchteten mediterranen Innenhof unter Olivenbäumen und winters in den behaglichen Räumen des Restaurants – mit seinen Interpretationen einer norditalienischen Küche auf den Geschmack.

Das Filetto di Branzino, das Wolfsbarschfilet mit gebratenem Spargel und einem leichten Zitronen-Fencheldip, und auch das Bistecca di Filetto di Manzo, das Rinderfiletsteak sind auf den Punkt gegart und Appetit anregend auf den Tellern angerichtet, ein leichter Pittnauer Rosé 2015 aus dem Burgenland harmoniert mit Fisch und Fleisch gleichermaßen.

Als Dessert lockt an diesem Abend Verführerisches im Knusperteig: Rabarbaro al Marzapane in Sfloglia Croccante. Das und klingt schon bei der Bestellung wie eine italienische Sünde.

Hier ging die Post ab

Wieso mitten in Wien ein Stück Italien liegt? Schwarzweiß-Fotografieren in den Fluren helfen beim Verstehen. Vor über 300 Jahren war Wiens erstes Designhotel Pferdebahnhof und Stützpunkt für die Postkutschenverbindung zwischen Wien und Triest. Die italienische Hafenstadt war es auch, die 1995 den englischen Star-Architekten Sir Terence Conran dazu inspirierte, den historischen Bau mit seinem zeitlosen Design zu unterstreichen.

Besonders in den Bädern stechen maritime Elemente hervor. Ende 2018 wurde »Das Triest« nach langjähriger Umbauphase um 49 Zimmer und Suiten erweitert. Gestaltet wurden die neu integrierten Räume der ehemaligen Österreich Werbung am Rilke-Platz von den österreichischen Wehdorn-Architekten.

Home away from Home

Für mich hat man eine der neuen Stephansdom-View-Suiten hergerichtet. Mein Home away from Home überzeugt mich bereits beim Eintritt. Wärme, Maskulinität, Eleganz kommen mir in den Sinn. Die Nussholzstruktur, die mich im Flurbereich meiner Suite zu umarmen scheint, zieht sich bis ins Schlafzimmer und schafft Ruhe in Schrank- und Türbereichen.

Suite im "Das Triest" in Wien

Das Triest

Das Farbspektrum von Möbeln, Wänden und Böden reicht von gedecktem Moosgrün über verblasstes Orange. Der helle Eichenboden im Wohnbereich schmeichelt nackten Füßen. Und das zarte Rosa der graphischen Wand dekorierenden Lautsprecheranlage von Bang & Olufsen und Flos, die Arco-Stehleuchte mit schwerem Marmorfuß fügen sich geschmeidig in das Gesamtbild des Raums ein.

In dieser Kombination ergibt das Interieur der Stephansdom-View-Suite Gemütlichkeit mit extrem hohen Wohlfühlfaktor. Im Schlaf- und Badezimmer wurde das Farbspiel auf beruhigende Grau-, Schwarz und Weißtöne reduziert. Die Bisazza-Fliesen im Bad und WC sind so zahlreich, dass man sie eigentlich nicht zählen kann – wobei die Zahl 4,2 Millionen im Raum steht. So viele der kleinen Teilchen wurden in den 49 neuen Zimmern und Suiten verlegt und verklebt.

Bisazza-Fliesen im Bad

Das Triest

Auf dem Rücken liegend schaue ich vom Bett aus direkt in den Wiener Himmel. Die in die Dachschrägen eingebauten Fenster machen es möglich. In der Minibar hat eine kleine Flasche Grünen Veltliner aus der Domäne Wachau die perfekte Temperatur. Und so erlaubt uns der erste Abend bei einem abschließenden Glas Wein den Blick vom überdachten Balkon bis hin zum Stephansdom. »Vienna calling …« muss noch bis morgen früh warten.

Ein musikalischer Höhepunkt

»Das Triest« mit insgesamt 120 Zimmern und Suiten liegt im hippen Grätzel (wienerisch für Stadtteil) Freihaus und somit nur wenige Minuten Fußmarsch von der Inneren Stadt, dem Ersten Bezirk, entfernt. Als Tourist, der Wien noch nicht kennt, ist die City um die Wiener Staatsoper und das Café Sacher beliebter Ausgangspunkt für Kultur, Shopping und Sightseeing. Das Freihausviertel indes ist nicht jedem Besucher gleich ein Begriff. Dabei liegt der allseits bekannte Naschmarkt mittendrin. Und wie der Name erahnen lässt, gibt es auf dem größten Markt der Stadt eine ganze Menge Köstliches zu probieren.

Obst auf dem Naschmarkt in Wien

Aneta Pawlik

Für unser Abendprogramm – Picknicken unter freiem Himmel mit musikalischer Untermalung der Wiener Philharmoniker dirigiert von Gustavo Dudamel, seines Zeichens Superstar der Klassischen Musik und das alles bei freiem Eintritt rund um das Schloss Schönbrunn beim alljährlichen Sommernachtskonzert – bräuchten wir also Oliven, Käse, Antipasti, Mezze …

Die Auswahl zwischen linker und rechter Wienzeile ist groß, dummerweise vergesse ich den Wein für den Abend. Wie gut, dass »Das Triest« in einer ehemaligen Apotheke das »Alimentari«, einen italienischen Feinkostladen, beherbergt.

Feinkostladen Alimentari in Wien

Das Triest

Ob Gin oder Österreichs größte Sammlung von 150 verschiedene Grappasorten … natürlich kann sich auch die Auswahl der ausgezeichneten Weine aus Bella Italia sehen lassen. Dem musikalischen Höhepunkt des Abends steht also nichts mehr im Wege.

Mitternachtssnack im »Das Triest«

Für Breakfast im Bett ist das Angebot des Frühstückbuffets im Das Triest einfach zu ausgiebig. Wer will sich hier entscheiden? Käse oder Bircher Müsli, Eier mit Speck oder lieber Lachs? Den Latte Macchiato kann der erfreute Gast ohne Probleme auch mit Sojamilch bestellen. Ein Gläschen La-Jara-Schaumwein bringt den Kreislauf in Gang – denn die letzte Nacht war länger als geplant. Und der späte Cosmopolitain vom prämierten Silver Barchef Monsieur Keita ein weiterer Höhepunkt der Nacht.

Wie gut, dass wir zu später Stunde noch ein Paar Frankfurter (wienerisch für Wiener) mit Senf und Kren (wienerisch für Meerrettich) aufs Zimmer bestellen konnten.

Toast, Würstchen und Brötchen auf Tellern

Simone Sever

»Was ein richtiges Hotel sein will, braucht einen 24-Stunden-Zimmerservice und eine anständige Bar« sagte schon Ernest Hemmingway. Im »Das Triest« hätte der Pulitzer-Preisträger sicherlich richtig gelegen. Und Robbie Williams könnte ein Lied davon singen.

Infos zur Anreise und zum Hotel »Das Triest«

Anreise. Von Süddeutschland mit der Deutschen Bahn und mit diversen Airlines etwa mit Eurowings ab Hamburg.

Tipp. Die Standardzimmer im neuen Trakt sind wunderschön und kommen zum Teil mit einem kleinen Erker und tollem Blick auf den Rilke-Platz daher.

Lieblings-Gadget. Der Alpha Guide Vienna, eine kleines Falt-Booklet mit Übersichtskarten und amüsanten Erklärungen, welches »Das Triest« für seine Gäste bereithält.

Adresse: Wiedner Hauptstraße 12, A-1040 Wien,Tel: +43-1-589-18-0. Doppelzimmer inkl. Frühstück ab ca. 180 Euro, mehr Infos und Buchung hier.

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