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Man nehme eine Handvoll Superfoods wie Goji- oder Açaibeeren, einen Teelöffel Heilerde, etwas Brennnessel oder Minze und ab damit in den Standmixer – et voilà, fertig ist der Smoothie für die anstehende Detox-Kur. Die anstehende was? Wir bringen Licht ins Dunkel und erklären ganz simpel und auch für die Nicht-Anhänger der Healthy-Lifestyle-Szene, was es mit dem Ernährungstrend auf sich hat … und was NICHT. 

Von Giften im Körper: Was Detox wirklich ist

Unser Körper ist ein prima Autopilot. Alle lebenswichtigen Abläufe regelt er ganz natürlich von alleine – auch das Entgiften. Leber und Niere, aber auch der Darm und die Haut sorgen normalerweise dafür, dass Schadstoffe im Körper gebunden und anschließend ausgeschieden werden. Normalerweise. Detox-Anhänger gehen allerdings davon aus, dass der heutige Lifestyle unseren Körper überfordert und eine ungesunde Ernährung mit Zusatzstoffen, viel Fett und Zucker, aber auch Nikotin, Alkohol, Umweltgifte und Stress dafür sorgen, dass sich Rückstande bilden. Die unerwünschten Stoffe verstopfen dann die Zellen und lagern sich in sogenannten »Schlacken« in Bindegewebe und Organen ab. Das Ergebnis: Man fühlt sich schlapp, ausgelaugt und ist müde, der Teint ist fad und das Immunsystem geschwächt. Die Detoxification – zu Deutsch ganz einfach Entgiftung – soll da Abhilfe schaffen. Und wie soll das genau funktionieren?

(K)ein Saftladen! So funktioniert die Kur

Gleich vorweg: Auf dem Markt existiert ein regelrechter Detox-Dschungel, in dem man zwischen Mono-Fruit-Entgiftungsdiät, Säuren-Basen-Diät und Master Cleanse-Entgiftungsdiät schnell den Überblick verliert. Die gängigste und bekannteste unter den Entgiftungskuren ist die Juice-Cleanse oder auch einfach Saftkur genannt. Hierbei werden alle Mahlzeiten durch frisch gepresste Säfte aus Obst und Gemüse ersetzt. An dieser Stelle sei schon mal angemerkt, dass von Smoothies aus dem Supermarkt die Finger gelassen werden sollten. Hier stecken so viele Zusatzstoffe und vor allem Zucker drin, da kann man das ganze Prozedere gleich lassen. 

Das beginnt nämlich typischerweise mit dem »Colon-Cleansing«, der Darmentleerung. Mit Hilfe bestimmter Tabletten oder Kapseln soll der Darm gereinigt werden, damit sich ein positives Darm-Milieu aufbauen kann und die Kur unterstützt wird. Im Anschluss folgen die Safttage, welche je nach Länge der Detox ein paar Tage oder auch bis zu zwei Wochen andauern können. Neben den Säften stehen natürlich auch viel Wasser und Kräutertees auf der Tagesordnung – Alkohol und Kaffee sind hingeben tabu, ist auch irgendwie klar. Nach den Safttagen wird wieder langsam mit einer ballaststoffreichen Ernährung angefangen, feste Lebensmittel und vor allem tierische Produkte werden wie beim klassischen Fasten erst langsam wieder in den Speisplan integriert.

Die Tücken und Brücken beim Detoxen

Besonders für Detox-Beginner stellt die Kur eine Herausforderung dar. Daher sollte man sich so gut es geht von Alltagstücken befreien. Der Süßigkeiten- und Alkohol-Vorrat kann beispielsweise außer Sicht- und Reichweite gebracht werden, um möglichen Versuchungen besser widerstehen zu können. Verabredungen, bei denen man letztlich doch in einem Café, einer Bar oder einem Restaurant landet, sollten in dieser Zeit gestrichen werden. 

Generell ist der Zeitraum der Detox mit Bedacht zu wählen. Die Kur verspricht eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und verlangt sowohl physisch als auch psychisch viel ab. Kopfschmerzen und Müdigkeit sind keine seltenen Nebenwirkungen während der ersten Tage. Daher ist ein Wochenende, an dem nichts Besonderes ansteht, deutlich besser geeignet als der altbekannte »ab Montag«. 

Hilfreich sind hingegen nicht zu heiße Saunagänge, leichte Yoga-Übungen, Spaziergänge an der frischen Luft und viel Ruhe. In erster Linie also Zeit für sich selbst; man möchte ja auch seinen eigenen Körper entgiften und nicht den der Kollegen und Freunde. 

Frau steht mit geschlossenen Augen im Wald und atmet tief durch

Ich bin dann mal entgiften

Gerade bei den ersten Detox-Versuchen kann es hilfreich sein, die Kur unter professioneller Anleitung durchzuführen oder sich bewusst eine Auszeit dafür zu nehmen. Verschiedene Anbieter haben sich auf Detox-Urlaube spezialisiert. Wir zeigen euch die schönsten Orte und exklusivsten Angebote zum Entgiften. 

Am Kraftort der Natur – das Hideaway FORESTIS

Latsche, Fichte, Lärche und Zirbe: Die vier heimischen Baumsorten spielen in dem neu eröffnetem Forestis nicht nur bei den Anwendungen eine zentrale Rolle, sondern entfalten ihre Wirkkräfte auch in den 62 Suiten. Das Holz wirkt sich nachweislich beruhigend und regenerierend auf den Körper und die Psyche aus. Es löst Blockaden, erzeugt Harmonie und verleiht Kraft und Ruhe.

Auf 1.800 Metern Höhe in Palmschoß auf der Plose gelegen und das beeindruckende Massiv des Unesco-Welterbes der Dolomiten direkt gegenüber, lässt sich der Alltag innerhalb kürzester Zeit vergessen. Hier kann dem Immunsystem vor Beginn der kalten Jahreszeit etwas Gutes getan werden, vor allem bei der siebentägigen Fastenkur unter professioneller Anleitung. (Klang-)Meditationen, Wanderungen, Gruppencoachings und individuelle Workshops helfen dabei, das Gemüt und den Respekt gegenüber dem eigenen Körper wieder zu erfahren. Heilsames Quellwasser und die Vielfalt, Natürlichkeit und Authentizität der »Waldküche« des Forestis bringen neue Vitalität. Hier erlebt man Detox inmitten der Natur ganz neu für den Körper – und auch für den Geist. 

Detoxing mit (Familien-) Tradition im Schüle’s

Ein Ansatz, der nicht ganzheitlicher und individueller sein kann – und das innerhalb von fünf Tagen! Bei dem fünftägigen Arrangement »Detoxing« des familiengeführten Schüle’s erfolgt als Erstes eine ärztliche Beratung sowie ein separates Gespräch mit der Küchenleitung. So wird sichergestellt, dass bei jedem Gast ganz individuell ein Gesundheits- und Ernährungsplan erstellt wird, den er nach seinem Aufenthalt einfach fortführen kann. Verschiedene entschlackende und entspannende Anwendungen wie Lymphdrainage, ein Heubett, eine wohltuende Entspannungsmassage und ein Kaiserbad gehören zum Entgiftungsprogramm. 

Das exklusive Gesundheitsressort im Allgäu hat noch mehr zu bieten: Auf 2.600 Quadratmetern stehen kostenlos ein großer Wellness-Bereich mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, Kneippbereich, Panorama-Ruheraum und exklusivem Ladies‘SPA zur Verfügung. Viel Obst, Gemüse und vollwertige Kohlenhydrate zum Frühstück, mittags eine basische Gemüsesuppe sowie eine kohlenhydratfreie und vitalstoffreiche Kost am Abend helfen dabei, sich schnell wieder leichter, vitaler und zufriedener zu fühlen und Körper und Geist von unnötigem Ballast zu befreien.  

Ein Spa-Konzept mit Auszeichnung 

Im Urlaub etwas für den Alltag tun, loslassen statt festhalten und sich von körperlichen und geistigen Lasten freimachen: In der Umgebung des Nabel.DasSpa und mit den verschiedenen Detox-Angeboten des G’sund und Natur Hotels Die Waserin könnte das nicht einfacher sein! Begleitet von einer ärztlich geprüften Fastenbegleiterin und einem Team aus Therapeuten können sich das Immunsystem bei ausgewogenen Aktivprogrammen und ruhigen Meditationseinheiten regenerieren und die Abwehrkräfte gestärkt werden. 

Mitten im Herzen Österreichs, in der Steiermark gelegen, spielt die Natur und Kultur der Region in dem auf Detox spezialisierten Hotel eine besondere Rolle: Naturmaterialien wie Holz, Stein und Lode werden ebenso in dem Interior-Design der Zimmer aufgegriffen wie Ausseer Trachtenstoffe. Ankommen, sich zu Hause fühlen und mehr Vitalität erlangen – die Wasnerin hat zurecht den Spa Star Award 2020 bekommen!

Detox, Energise, Perform 

Man nehme Grundsätze der traditionellen chinesischen Heilkunst und vereine diese mit den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der westlichen Medizin. Heraus kommt die Chenot Methode®. Eine Therapie zur Förderung der präventiven Gesundheitspflege und Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Wenn diese Methode dann auch noch in der traumhaften Umgebung des Vierwaldstättersees in der Schweiz von dem hoteleigenen Spezialistenteam aus Medizinern, Ernährungsberatern sowie Therapeuten durchgeführt wird, schlägt das Detox-Herz gewiss höher! 

In dem modernen Health Wellness Retreat der Marke Chenot wird der Gesundheitszustandes der Gäste individuell bewertet. In drei verschiedenen, buchbaren Programmen werden Körper und Geist durch das Chenot-Ernährungskonzept sowie mit energetischen Behandlungen wieder regeneriert. Während man am Privatstrand des Chenot Palace Weggis liegt und den Blick über die Alpen streifen lässt, kann man regelrecht fühlen wie Körper und Geist in harmonischen Einklang kommen. 

Der erhobene Finger der Wissenschaft – was Detox NICHT ist

So schön sich die Vorstellung von einem reinen und giftfreien Körper auch anhört, aus wissenschaftlicher Sicht besteht keine Notwendigkeit für ein Detox. Auch der Beleg, dass der Stoffwechsel durch solche Kuren angeregt wird, fehlt bisher. Vielmehr wird davor gewarnt, Detox als Diät zu missbrauchen, um schnell abzunehmen. Denn auch wenn während das Detox die Kilos purzeln, handelt es sich hierbei um eine extreme Form der Ernährung. Dies bedeutet im Umkehrschluss: Kehrt man nach der Kur zu dem gewohnten Essverhalten zurück, lässt der Jojo-Effekt nicht lange auf sich warten. Daher sollte man das Detox vielmehr als Anlass nehmen, um eine Ernährungsumstellung anzustoßen und gesunde Gewohnheiten wie der Verzicht auf gesüßte Getränke, Fast Food und Co. auch nach der Entgiftungskur beizubehalten.

Auch warnt die Verbraucherzentrale vor Produkten wie Kapseln oder Tabletten, die während der Kur unterstützend wirken sollen. Solche Nahrungsergänzungsmittel können in Wechselwirkung mit der Einnahme bestimmter Medikamenten stehen und sollten daher unbedingt vorher mit dem Hausarzt abgesprochen werden. Außerdem können sie bei Verwendung über längere Zeit entwässernd wirken und zu einer erhöhten Ausscheidung bestimmter Mineralstoffe führen.

Und nun? Am Ende bleibt es jedem selbst überlassen, wie er mit dem Detox-Trend umgeht. Sofern das Detox nicht als dauerhafte Ernährungsform angesehen wird, ist sie in jedem Fall nicht schädlich. Und ganz ehrlich: Eine Auszeit nur für sich, und das Gefühl dem Körper etwas Gutes zu tun, geht doch immer!