Vom 6. bis zum 8. Mai lud die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) zum Germany Travel Mart (GTM) nach Dresden ein. Mehrere Hundert Fachbesucher aus dem Ausland informierten sich auf der Veranstaltung über das Reiseland Deutschland. Die Botschaft auf dem GTM: Der Tourismus in Deutschland ist weiter im Aufwind. Text: Frank Störbrauck

Egal ob man Schloss Neuschwanstein, das Brandenburger Tor oder den Kölner Dom besucht – fast überall in Deutschland tummeln sich Touristen aus dem Ausland. Und es werden immer mehr. Das zeigen auch die aktuellen Besucherzahlen, die die DZT Anfang der Woche ausländischen Journalisten auf dem GTM in Dresden präsentierte. Wir haben mal einen Blick auf die DZT, den GTM und die aktuellen Zahlenkolonnen zum Thema Tourismus in Deutschland geworfen.

Was macht die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT)?

Die DZT ist die nationale Marketingorganisation zur Vermarktung des Reiselands Deutschland im Ausland. Sie vertritt die Destination Deutschland im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums und hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Darüber hinaus unterhält die DZT im Ausland 32 Büros und Marketingorganisationen. Wenn also Reisende einen Aufenthalt in Deutschland planen, kommt zuweilen die DZT ins Spiel. Auf ihrer Website finden sich in vielen Sprachen Infos zum Thema Reisen in Deutschland. Außerdem tummelt sie sich in den sozialen Medien, z.B. auf Facebook, Twitter, Instragram, YouTube, Pinterest oder Snapchat. Die DZT arbeitet eng mit der Reiseindustrie und Medienvertretern in den jeweiligen Ländern zusammen. Vorstandsvorsitzende der DZT ist seit 2003 Petra Hedorfer.

DZT-Chefin Petra Hedorfer auf dem GTM 2018 in Dresden

Frank Störbrauck

Was ist der Germany Travel Mart (GTM)?

Einmal im Jahr lädt die DZT zum Germany Travel Mart nach Deutschland ein. Mehrere hundert Reiseveranstalter und -agenten, die in ihren Ländern Reisen nach Deutschland verkaufen, aber auch Reise- und Fachjournalisten, besuchen den GTM jährlich. Herzstück des GTM ist ein zweitägiger Workshop, auf dem sich touristische Organisationen zahlreicher Bundesländer, Regionen und Städte sowie Hotels, Autovermietungen, Museen und Freizeitparks präsentieren. In diesem Jahr war Dresden Gastgeber des Events. 338 Reiseveranstalter und mehr als 140 Reisejournalisten aus 51 Ländern waren dieses Mal dabei. Zu den Sponsoren des GTM gehören u.a. die Lufthansa und die Deutsche Bahn.

Findet der GTM jedes Jahr in Dresden statt?

Nein. Gastgeber des GTM ist jedes Jahr eine andere Stadt. 2017 war Nürnberg Gastgeber. Im kommenden Jahr ist Wiesbaden an der Reihe. Für die gastgebenden Städte ist der GTM eine gute Gelegenheit, sich von der besten Seite zu präsentieren. Dresden hatte in diesem Jahr großes Glück mit dem Wetter. Vier Tage lang zeigte sich die Stadt von ihrer sonnigsten Seite.

Frauenkirche in Dresden

Frank Störbrauck

Abends waren die Teilnehmer zu Veranstaltungen im Verkehrsmuseum, im Kulturpalast und auf den Schiffen der Sächsischen Dampfschifffahrt eingeladen.

Wie bewirbt die DZT Deutschland vor allem?

Im Vordergrund stehen zwei Aspekte: Zum einen »Städte, Metropolen und Kultur«. Darunter fallen Städtetrips, die Unesco-Welterbestätten, Kulinarik und Nachtleben, Museen sowie Parks und Gärten. Zum anderen »Natur und Erholung«. Damit sind Fahrrad- und Wandertouren, tolle Landschaften und Wellness-Urlaube gemeint. Darüber hinaus setzt die DZT jährlich auf Schwerpunkte. Dieses Jahr ist das Thema »Kulinarik in Deutschland«, 2019 wird es »100 Jahre Bauhaus« und 2020 der »250. Geburtstag Beethovens« sein.

Woher kommen die meisten Touristen, die Deutschland besuchen?

DZT-Chefin Petra Hedorfer präsentierte am Montagmorgen in Dresden die aktuellen Zahlen. Die meisten Touristen, die Deutschland besuchen, kommen aus den Niederlanden. 11,2 Millionen Übernachtungen waren es 2017. Es folgen die Schweiz (6,7 Millionen), die USA (6,2 Millionen), Großbritannien (5,6 Millionen) und Österreich (4 Millionen). Die höchsten Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es übrigens aus der Ukraine (plus 24,4 Prozent), Russland (plus 20,3), Rumänien (plus 18,6), Indien (plus 13,8) und China (plus 10,6). Bis 2030 möchte die DZT für 50 Millionen zusätzliche Übernachtungen sorgen (Basis 2013-2030).

Münzgasse in Dresden

Frank Störbrauck

Wie reisen die Touristen nach Deutschland und wohin vor allem?

Ganz klar mit dem Auto. 49 Prozent aller Deutschland-Besucher reisen mit dem PKW an. Es folgen das Flugzeug (32 Prozent), der Bus (9 Prozent) und die Bahn (7 Prozent).

In Deutschland profitiert Bayern am meisten von den Touristen aus dem Ausland. Über 19 Millionen Übernachtungen von Besuchern aus dem Ausland verzeichnete Bayern 2017. Es folgen Berlin (14 Millionen), Baden-Württemberg (11,4 Millionen) und NRW (11 Millionen). Schlusslichter sind das Saarland (0,5 Million), Sachsen-Anhalt und Thüringen (je 0,6 Million).

Wie informieren sich die ausländischen Touristen und wie buchen sie ihren Urlaub in Deutschland?

Das überrascht nicht: Das Internet wird immer wichtiger. Mittlerweile nutzen 77 Prozent aller europäischen Deutschland-Reisenden das Internet zur Vorbereitung! 63 Prozent der europäischen Gäste bucht dabei den Aufenthalt in Deutschland, immerhin noch 14 Prozent informieren sich vorab. Bei den Gästen aus Übersee sind es 80 Prozent der Reisenden, die ihren Trip nach Deutschland online buchen, 10 Prozent informieren sich vorab.

Was sagen ausländische Journalisten über Deutschland?

Wir haben uns in Dresden bei den Kollegen aus dem Ausland einmal umgehört. Francisco Gavilan, Journalist und Buchautor aus Spanien: »Ich war schon ein Dutzend Mal in Deutschland, habe schon viel gesehen. Was mir jedes Mal auffällt: Wie sauber es überall in Deutschland ist.« Frank Bausback, der für die DZT in Spanien Journalistenanfragen betreut, sagt: »Berlin, München und der Schwarzwald kommen bei den Spanien besonders gut an.«

Val Baynton, Journalistin aus England, ist dagegen angetan von Bus und Bahn in Deutschland: »Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland ist wirklich sehr gut. Es ist wunderbar leicht, von A nach B zu kommen«. Aber auch die Menschen, denen sie in Deutschland begegnet sei, seien sehr freundlich gewesen.

Isabel Leong, Reise-Bloggerin aus Singapur (Foto unten links), besuchte Deutschland schon einmal privat. Dabei war sie als Couchsurferin unterwegs. »Ich hatte tolle Gastgeber in Deutschland. Eine Familie aus Köln hat mich sogar wunderbar bekocht.« Was sie sonst an Deutschland mag? »Die vielen geschichtsträchtigen Orte und die tolle Kunstszene in den Städten. Aber auch die Berge und Seen in Bayern sind zum Verlieben.«

Foto-Collage Journalisten aus Asien

Hyon Ko, Reisejournalist aus Korea (Foto rechts), dagegen erinnert sich zuerst an ein Erlebnis auf der Autobahn. Er fuhr mit dem Auto von München nach Wolfsburg. »Ich dachte, auf deutschen Autobahnen gäbe es überhaupt kein Geschwindigkeitslimit. Leider bin ich einer Tempozone geblitzt worden«, erinnert er sich. Das war weniger erfreulich. Und was gefällt ihm am besten in Deutschland? Hyon liebt das Essen hierzulande: »Wurst und Sauerkraut sind echt lecker. Aber auch das Bier schmeckt sehr gut«, sagt er.

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