Magaluf ist die Partyhochburg der Briten im Westen Mallorcas. Die Stadt hat zunehmend mit dem zu kämpfen, was vor allem junge Briten unter Urlaub auf Mallorca verstehen: Alkohol bis zum Abwinken, Dauerparty, sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit, Wildpinkeln und Prügeleien. Jetzt wurde der Bußgeldkatalog verschärft. Und zwar drastisch. Text: Claudia Kickel

Die Mallorquiner haben ja generell nichts gegen eine gepflegte Party. Von gepflegt kann allerdings in Magaluf schon lange nicht mehr die Rede sein. Dort ist den Einheimischen und den Behörden der Partytourismus der vornehmlich britischen Gästen schon lange ein Dorn im Auge. Urin und Erbrochenes in Hauseingängen, Krakeelen in der Öffentlichkeit, sogar Sex in dunklen Ecken – die Liste der Pöbeleien und Unanehmlichkeiten ist lang. Unter den Briten ist Magaluf deshalb seit langem auch als »Shagaluf« bekannt.

Die Behörden reagieren

Die spanischen Behörden reagieren jetzt mit noch höheren Geldstrafen, um den ausufernden Sauftourismus unter Kontrolle zu bekommen und den angekratzten Ruf des Ferienortes zu retten. Die Verwaltung der Gemeinde Calvià hat einen neuen Bußgeldkatalog veröffentlicht, in dem die Geldstrafen für insgesamt 16 Vergehen zusammengefasst sind. Darin ist deutlich zu sehen, dass die Bußgelder sich mindestens verdoppelt, mitunter sogar verfünffacht haben.

Wildpinkelei: Das kann teuer werden

Wer diesen Sommer mit einem alkoholischen Getränk in der Öffentlichkeit gesichtet wird, muss mit einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro rechnen. Und wer nicht nur trinkt, sondern dabei auch noch ausfällig wird, kann gleich noch 300 Euro drauflegen. Wildpinkeln kostet 400 Euro, die Benutzung von Lautsprechern an öffentlichen Stränden schlägt mit 200 Euro zu Buche. Wer seine nahtlose Bräune – und sei es nur am Oberkörper – auch in den Straßen von Magaluf präsentieren möchte, riskiert eine Strafe von 400 Euro.

Saufen in Magaluf: Es soll gesitteter zugehen

DisobeyArt/Shutterstock.com

Neues vom Ballermann

Auch für die Partyhochburg der Deutschen gibt es Neuigkeiten. Der Partytempel »Megapark« in El Arenal wird ab dieser Saison weniger mega. 50 Prozent der Fläche sollen geschlossen werden, so entschied kürzlich die Stadt Palma de Mallorca. Das heißt für den Betreiber, dass die Außenbewirtung ab sofort eingestellt und eines der beiden Gebäude geschlossen werden muss. Das dürfte einen massiven Einfluss auf die Besucherzahlen haben. Statt bis zu 6.000 finden dann nur noch etwa 2.500 Besucher Platz.

Mit den neuen Auflagen wird der Betreiber dazu aufgefordert, sich auf die Anfänge zurückzubesinnen. Schließlich waren ursprünglich zwei getrennte Lizenzen für Diskothek und Gastronomie vergeben worden. Von einer Zusammenlegung war nie die Rede, dennoch werden seit zehn Jahren beide Bereiche unter einer Lizenz geführt.

Ist der Ruf erst ruiniert …

Ob Magaluf oder El Arenal – es bleibt abzuwarten, ob und wie die Maßnahmen den exzessiven Partytourismus tatsächlich einschränken werden. Eines ist jedoch sicher: Für das britische und deutsche Partyvolk, das auch dieses Jahr wieder nach Mallorca pilgert, wird das Glas bei diesen Aussichten wohl eher halb leer sein.

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