Im Frühling und Sommer ist es wieder so weit: Die Radsaison ist in vollem Gange. Viele wollen auch im Urlaub mit dem Rad unterwegs sein. Damit Fahrraddiebe einem nicht die schönste Zeit im Jahr verderben, sollte man es ihnen möglichst schwer machen. Text: Frank Störbrauck

Als Karin F. nach dem Mittagessen aus dem Landgasthaus zurückkehrte, war der Schreck groß: Ihr Fahrrad war verschwunden. Gemeinsam mit Freunden war sie unterwegs auf dem Elberadweg von Tangermünde nach Magdeburg. Die Region ist berühmt für die vielen Biber und Storche – und gerade deshalb bei Radfahrern sehr beliebt. Aber Fahrraddiebe? Mit denen hatte Karin F. in diesem idyllischen Landstrich nicht gerechnet.

Mit ihrem Schicksal ist die 53-Jährige nicht allein. Die Statistik der Polizei zu den Fahrraddiebstählen spricht Bände: Allein 2015 wurden mehr als 330.000 Zweirad-Diebstahl-Delikte registriert. Und daran dürfte sich nicht viel ändern. Denn angesichts der geringen Aufklärungsquoten bei den Fahrraddiebstählen dürften einige Langfinger auch in Zukunft ihr Unwesen treiben. Umso wichtiger ist es für Fahrradfahrer, ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Immer abschließen, am besten an belebten Orten

Was eigentlich selbstverständlich ist: Das Fahrrad niemals unabgeschlossen stehen lassen. Auch wenn man nur kurz in den Kiosk geht oder sich schnell einen Kaffee besorgen möchte. Denn professionelle Fahrraddiebe nutzen diese Unachtsamkeit und langen zu. Das Fahrrad abzuschließen, ist also ein Muss. Dabei sollte es freilich nicht irgendein Schloss sein. Spiral- oder Speichenschlösser sind ungeeignet.

Bügelschlösser mit einem schweren Stahlbügel gelten als beste Methode, um das Fahrrad zu sichern. Je stabiler und damit meist schwerer das mechanische Schloss ist, desto sicherer ist es. Generell gilt: Das Fahrrad muss mit einem eigenständigen Fahrradschloss gesichert sein. Ein einfaches Rahmenschloss ist kein Diebstahlschutz. Empfehlenswert sind auch Panzerkabel und Kettenschlösser. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt einige Schlösser.

Fahrraddiebe mögen keine Codierung

Wichtig ist es auch, das Fahrrad an einem geeigneten Ort abzuschließen. Am besten an einer Rad-Abstellanlage, einem Laternen- oder Schildpfahl oder etwas ähnlich Unbeweglichem. Achten sollte man auch darauf, das Fahrrad an einem belebten Ort abzuschließen. Denn viele Diebe fühlen sich am wohlsten, wenn sie unbeobachtet sind. Schlecht einsehbare oder verlassene Straßen und Plätze sollten also nach Möglichkeit vermieden werden.

Ein weiterer Diebesschreck ist die Codierung des Fahrrades. Dabei wird ein verschlüsselter, personenbezogener Code auf den Rahmen des Fahrrades graviert. Dieser besteht aus dem Autokennzeichen und Gemeindecode des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, drei Ziffern für die Hausnummer und den Initialen des Eigentümers. Einige Polizeidienststellen bieten diesen Dienst an, aber auch vom ADFC empfohlene Experten. Für den Fahrradfahrer hat der Code gleich zwei Vorteile. Zum einen werden Diebe abgeschreckt. Zum anderen ist es für die Polizei im Falle eines Wiederfindens des Fahrrades deutlich einfacher, den Eigentümer herauszufinden. Die Codierung kostet etwa 15 bis 20 Euro.

Unbedingt Anzeige erstatten bei der Polizei

Wurde das Rad dennoch geklaut, ist es wichtig, den Diebstahl bei der Polizei zu melden. Ist eine entsprechende Hausratpolice oder eine zusätzliche Fahrradversicherung abgeschlossen worden, muss der Versicherer zügig informiert werden. Wichtig: Die Anzeige bei der Polizei ist Voraussetzung für die Versicherungsleistung.

Karin F. jedenfalls hat ihre Lehren aus dem Diebstahl gezogen. Ihr neues Fahrrad ist codiert. Und auch das Schloss ist deutlich voluminöser als früher: »Auch wenn ich insgesamt 100 Euro zahlen musste. Das war es mir einfach wert«, sagt sie.

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