Die Skyline der Stadt ist berühmt, doch wer kennt die Franfkurter Altstadt? Im Stadtzentrum erstreckte sich eine der schönsten und größten zusammenhängenden, mittelalterlichen Fachwerk-Altstädte des Landes. Nun bekommt die Stadt mit dem DomRömer-Quartier einen Teil seiner Geschichte zurück.

Mit Spannung verfolgen die Frankfurter derzeit die Bauarbeiten am DomRömer-Quartier. Auf den historischen Grundrissen entsteht zwischen Kaiserdom und Römer die »neue Altstadt«. Mit alten Werkstoffen, handwerklichem Können und viel Liebe zum Detail werden die alten Stadthäuser rekonstruiert. Einzelne Schmuckelemente, die bei der Bombennacht 1944 gerettet wurden, kommen zurück an ihren alten Platz.

Die Frankfurter Altstadt war früher Mittelpunkt des wirtschaftlichen und politischen Lebens der Stadt und des Alten Reichs. Hier wurden Märkte und Messen abgehalten, Könige gewählt und Kaiser gekrönt. Im Erdgeschoss des Römers wurden die sogenannten Römerhallen als Kaufhaus verwendet und zu Messezeiten zu enormen Standpreisen vermietet. Dieser Nutzungszweck blieb dem Römerkomplex bis zum Niedergang des alten Messegeschäfts im Stadtzentrum 1846 erhalten.

Einst die größte mittelalterliche Altstadt Deutschlands

Im Obergeschoss wurden in der Ratsstube, auch Wahlzimmer genannt, an den Wahltagen die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches von den Kurfürsten gewählt und dann im Dom gekrönt. Im Anschluss schritt die ganze Prozession über den Krönungsweg zurück in den Römer, um dort zu feiern.

In der einstmals größten mittelalterlichen Altstadt Deutschlands lebten auch Dichter, Denker und Komponisten wie Johann Wolfgang von Goethe, Arthur Schopenhauer, Clemens Brentano, Ludwig Börne oder Georg Philipp Telemann. Das bunte Leben und Treiben lockte schon damals, besonders bei den großen Messen und Veranstaltungen, viele Besucher in die Stadt. Nun wird dieses Lebensgefühl zurück in das Zentrum geholt. Es entstehen 15 Rekonstruktionen historischer Gebäude und 20 zeitgenössische Neubauten, die die typischen Stilelemente der Frankfurter Altstadt aufgreifen. Auf rund 7.000 Quadratmetern findet man wieder die alten Gassen und Plätze und wie früher wird es in dem Viertel neben 80 Wohnungen auch 30 kleine Läden und Restaurants geben. Dann wird man wieder im Herzen der Stadt wohnen und arbeiten können. Die Geschichte und die Gegenwart der Stadt treffen hier aufeinander.

Aus Alt mach Neu

Das Stadthaus am Markt wurde bereits im Sommer eröffnet. Es bildet ein zentrales Element des Quartiers und wird als Versammlungsort dienen. Mit seinen rund 4.000 Quadratmetern Nutzfläche bietet das Stadthaus Raum für Veranstaltungen verschiedenster Art: Festveranstaltungen, Vorträge oder Lesungen können künftig an diesem Ort stattfinden. Neben seiner Funktion als Veranstaltungsgebäude überbaut es die Funde des »Archäologischen Gartens«. An den erst in den 1950er Jahren entdeckten Ausgrabungen lässt sich die bewegte Geschichte der Mainmetropole ablesen, hier finden sich Spuren der Römer- und Karolingerzeit sowie des Hochmittelalters. In die Gebäudestruktur eingelassene Lichtkorridore ermöglichen es den Besuchern, die Funde bei Tageslicht zu besichtigen.

DomRömer-Quartier Frankfurt

DomRömer GmbH, HHVISION

Die Goldene Waage ist das berühmteste Gebäude von den 15 Häusern, die originalgetreu rekonstruiert werden. Das im Renaissance-Stil erbaute Haus, mit reich verziertem Fachwerk, gehörte bis zum Zweiten Weltkrieg zu den Vorzeigehäusern in Frankfurt. Einst baute ein niederländischer Gewürzhändler und Zuckerbäcker die Goldene Waage, der sich in Frankfurt mit seiner Familie niederließ.

Die neue Altstadt soll ein Schmuckstück werden und als Beispiel für die gelungene Frankfurter Stadtentwicklung gelten. Bis Ende 2017 werden alle Häuser fertig gestellt sein und für 2018 ist dann die große Eröffnungsfeier geplant. Schon jetzt kann man virtuell durch die Gassen schlendern und das künftige Altstadtleben erkunden.

 

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