Das Marais Poitevin im französischen Poitou-Charentes ist ein Paradies für Natur-, Wander- und Fahrradfans.

Pappeln, Eschen und Weiden säumen die Ufer der Kanäle des Marais Poitevin und verflechten sich zu einem grünen Blätterdach. Nicht umsonst wird das außergewöhnlichste Sumpfgebiet Frankreichs auch »das grüne Venedig« genannt. Eine knappe Stunde entfernt vom Trubel an der Küste, bietet die Region ein kleines Paradies.

Ideale Bedingungen für ausgedehnte Endeckungstouren

Das heutige Naturschutzgebiet wurde im Mittelalter durch die Anlage von Deichen und Kanälen zu großen Teilen trockengelegt, um die Böden für Viehhaltung und Landbau zu nutzen. Circa 4000 Kilometer Wasserwege führen durch das Gebiet. Die erkundet man am besten mit dem lokalen Fortbewegungsmittel, der plate.

Spazierfahrten auf diesen flachen, schwarzen Kähnen kann man entweder alleine oder mit einem Bootsführer unternehmen. Besucher können die Landschaft und malerische Dörfer wie Coulon und Arçais aber auch auf  800 Kilometern Fahrradwegen oder zahlreichen gesicherten Wanderwegen entdecken. Beschilderte Routen und weitgehend flache Strecken bieten ideale Bedingungen für ausgedehnte Entdeckungstouren.

Hier kann man die Seele so richtig baumeln lassen.

Die Natur, das ruhige Plätschern des Wassers, die Stille – dieses Fleckchen Erde kommt einem vor wie ein Traum. Im Sommer breiten Wasserlinsen einen smaragdgrünen Teppich auf der Wasseroberfläche aus. Das Wasser ist erstaunlich klar, da die Kanäle mit den Flüssen Sèvre und Autise verbunden sind und das Wasser dadurch ständig in Bewegung bleibt.

Engelswurz als Bestandteil regionaler Köstlichkeiten

Die dicht bewachsenen Ufer geben hier und da den Blick auf saftige Weiden frei. Man stößt auf Schwäne, Brachvögel und Reiher. Neben Seerosen und Schilf wächst hier auch der Engelswurz, eine Pflanze, die im Mittelalter von Mönchen als Heilmittel gegen die Pest eingeführt wurde, aber heute als Likör, Marmelade oder Süßigkeit genossen wird. Die fruchtbare Gegend wartet mit zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten auf.

Die hübschen typischen Häuser im Marais stehen mit der Vorderfront auf dem Deich und mit dem Hintereingang auf Kanalebene, wo sich der eigene Bootssteg für den Kahn der Hausbewohner befindet. Im Marais Poitevin wird so gut wie alles über den Wasserweg befördert – selbst die Kinder werden mit dem Boot in die Schule gebracht.

Etliche Bereiche des Feuchtmoors sind auch heute noch ausschließlich über Kanäle zu erreichen.

Die Region Poitou-Charentes

Poitou-Charentes besteht aus den vier Départements Charente, Charente-Maritime, Deux-Sèvres und Vienne. Die Region hat 1, 7 Mio. Einwohner und verfügt über 460 km Küste, 110 km Sandstrände, vier Inseln, fünf lange Wanderwege, 828 km Pilgerwege (»Sankt Jakob von Kompostella«), 2 950 km ausgeschilderte Fahrradwege, 2 195 km Mountainbikewege, 220 km befahrbare Wasserwege, 20 Golfplätze, sechs Thalassotherapiezentren und vier Thermalbäder.

Die Region wartet außerdem mit 800 romanischen Kirchen und acht Sehenswürdigkeiten auf, die zum Unesco-Kulturerbe zählen. Drei Städten wurde das Siegel »Ville d’Art et d’Histoire« (Stadt der Kunst und der Geschichte) verliehen und sechs Dörfer sind mit dem Siegel »Plus beaux villages de France« (Die schönsten Dörfer Frankreichs) ausgezeichnet. Hauptstadt der Region ist Poitiers.

Weitere Informationen unter www.poitou-charentes-vacances.com

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