Ach, war die Hochzeit schön von Prinz Harry und Meghan. Und der Blumenschmuck erst. Die Glücklichen! Die beiden frisch Getrauten können in London weiterhin Blumen genießen. Denn die Stadt ist voll blütenreicher Orte mit royalem Touch, zugänglich für jedermann.

Sunken Garden im Kensington Park

Prinz Harry und Meghan Markle residieren in London im Kensington Palace, gleich neben William und Kate. In dem königlichen Palast am westlichen Rand von Kensington Gardens hat auch Prinzessin Diana, die Mutter der Prinzen, zuletzt gewohnt.

Ein Teil des stattlichen Gebäudes ist für die permanente Ausstellung »Diana: Her Fashion Story« geöffnet. Die Leute stehen Schlange, um Dianas Garderobe zu bestaunen. Diana soll auch den »Sunken Garden« geliebt haben. Dieser Senkgarten schließt gleich am Kensington Palace an.

Gärten in London: Sunken Garden im Kensington Gardens

Daniela David

Ein royales Gartenidyll ganz ohne Eintrittsgebühr oder Wartezeit! Beete voller Blumenpracht umrahmen in der tiefergelegten Mitte ein großes Wasserbecken. Palmen verleihen der versteckten Blütenoase ein mediterranes Feeling. Verliebte können sich hier verstecken, weil der rechteckige Garten auf allen Seiten von schützenden Laubengängen umgeben ist.

In diesem romantischen Setting kann man sich gut vorstellen, wie Harry und Meghan vielleicht an einem frühen Morgen auf einer Parkbank turteln, den Duft der Rosen einatmen oder einfach nur den Anblick ihres »Hausgartens« genießen.

Christo Installation im Hyde Park

Das royale Paar könnte dann weiter durch die große Parkanlage Kensington Gardens in Richtung Osten wandern. Dort grenzt der Hyde Park an, der ebenfalls zu den königlichen Gärten Londons gehört. Auf dem Parksee »The Serpentine« wird es diesen Sommer bunt. Weder Royals noch Normalos werden sich dort Christos neues Kunstwerk entgehen lassen.

Der Verhüllungskünstler packt diesmal nicht ein, sondern stapelt Ölfässer aufeinander: über 7500 Stück für eine trapezförmige Skulptur von 20 Meter Höhe. Ein Turmbau zu London auf dem Wasser! Christos Skulptur »The Mastaba« ist vom 18. Juni bis 23. September 2018 zu sehen. Eintritt frei.

Entweder macht man – ganz englisch – auf einer Decke in der Wiese ein Picknick. Oder rudert mit einem Boot direkt an den Fässern vorbei. Oder setzt sich zwischen Blumen ins »Park Café« am Lido am südlichen Ufer von »The Serpentine« mit direktem Blick auf das temporäre Fässerwerk Christos.

Kew Gardens – Royal Botanical Gardens

Ein Muss, nicht nur für Pflanzenliebhaber! Kew Gardens im Londoner Stadtteil Richmond ist einer der bedeutendsten botanischen Gärten überhaupt auf diesem Planeten – mit Pflanzenarten aus allen Herrgottsländern. Wie eine Kathedrale aus Stahl und Glas thront das weltgrößte viktorianische Gewächshaus von 1860 in dem weitläufigen Pflanzenreich.

Palmenhaus in Kew Gardens in London

Daniela David

Im Palmenhaus herrscht Regenwaldklima, angenehm warm, vor allem, wenn es draußen stürmt. Exotische Pflanzen wuchern überall. »Viele unserer Pflanzenarten sind bereits vom Aussterben bedroht«, erzählt Scott Taylor, der Leiter des Gartenbaus von Kew Gardens. Auch in Sachen Forschung hat der Königliche Botanische Garten Weltruhm, nicht nur wegen seiner riesigen Pflanzensammlung. Patron dieses royalen Pflanzenweltreiches mit Unesco-Label ist übrigens der Thronfolger Prinz Charles. Der hat ohnehin ein Faible für Pflanzen und Gärten.

Garden Museum – Londons Gartenmuseum

Es soll eine Hommage an die Gärten des Landes und an das »Gardening« – das Gärtnern auf englische Art – sein: das Garden Museum in London, das einzige Gartenmuseum in Großbritannien. Die Gartenleidenschaft der Briten ist ja legendär.

Die kleine Sammlung mit Stücken aus der englischen Gartengeschichte ist in einer ehemaligen Kirche am Ufer der Themse im Stadtteil Lambeth ausgestellt. Der Kirchhof wurde in einen Garten mit Liegestühlen und Café verwandelt. Mitten drin das Grab des englischen Pflanzenjägers John Tradescant aus dem 17. Jahrhundert.

Im Museum bleibt besonders ein blumiges Gemälde im Gedächtnis, welches den Prince of Wales mit einer Vase zeigt. Da ist er wieder: Charles, ein Prinz, der die Blumen liebt. Wer in London in Sachen Gärten unterwegs ist, wird diesem »grünen« Mitglied der königlichen Familie immer wieder begegnen.

Vom Turm der Museumskirche hat der Besucher, welcher die enge Wendeltreppe nicht scheut, einen tollen Blick auf Westminster Houses of Parliament.

Chiswick House Gardens

Blumen im Chiswick House Gardens

Chiswick House & Gardens

Eine andere Gartengeschichte wurde in Chiswick geschrieben. In dem Stadtteil im Westen Londons hat Lord Burlington im 18. Jahrhundert die absolutistische Gartenkunst mit den strengen, symmetrischen Formen revolutioniert und den Englischen Landschaftsgarten »erfunden«.

Chiswick House & Gardens ist also der Ort der Gartenrevolution, die sich weit über England hinaus verbreiten sollte. »Seitdem flaniert der Besucher in Chiswick Gardens vorbei an Wasserfällen, Teichen, antiken Statuen und Tempeln«, erzählt Geraldine King, die Chefgärtnerin. Dabei soll der Eindruck einer natürlich gewachsenen Landschaft entstehen.

Geraldines Lieblingsort ist allerdings der Küchengarten. Profan nur in der Art der Nutzung, royal, was seine Größe angeht: gut 12.000 Quadratmeter voller Obst und Gemüse.

Infos: Der Garten ist auch für seine historische Kameliensammlung bekannt.

RHS Chelsea Flower Show

Blumiger geht’s nicht. Die Chelsea Flower Show der Royal Horticultural Society, der königlichen Gartenbaugesellschaft, ist die Show der Shows. Berühmte Gartendesigner präsentieren akribisch vorbereitete Weltklasse-Gärten und konkurrieren um begehrte Medaillen. Selbst die Queen schaut immer vorbei.

Die farbenfrohe Show ist ein absolutes Muss für Garten-, Blumen- und Pflanzenfans und das seit mehr als einhundert Jahren. Auf dem Gelände des »Royal Hospitals« im Stadtteil Chelsea herrscht eine Woche blütenreicher Ausnahmezustand.

Chelsea Flower Show in London

Daniela David

Allein die Stimmung auf dieser wichtigsten Gartenmesse des Landes und wohl auch der Welt ist schon eine Reise wert. Damen und Herren im Flower-Power-Dress, Ausbrüche des Entzückens beim Anblick einer genialen Neuzüchtung und nicht zuletzt die Kreativität von »Blooming Chelsea«. Der ganze Stadtteil gibt sich floral – mit Blumen geschmückte Läden, Skulpturen aus Pflanzen oder einem riesigen Herz voller Blüten.

Die Chelsea Flower Show findet jedes Jahr im Mai statt. Nach der Show ist vor der Show. Tickets sollten rechtzeitig erworben werden. Ab Herbst stehen sie zum Verkauf.

Chelsea Physic Garden

Die Chelsea Flower Show verpasst? Macht nichts. Dann einfach ein paar Meter weiter an der Themse den Chelsea Physic Garden, den ältesten Botanischen Garten Londons, besuchen. Der hat das ganze Jahr über geöffnet. Umgeben von Wohnhäusern liegt dieser geheime Garten ziemlich versteckt.

Chelsea Physic Garden in London

Daniela David

»Dank eines warmen Mikroklimas wächst bei uns auf kleiner Fläche eine große Vielfalt an Pflanzen, mehr als 5000 Arten«, erklärt Nell Jones, die Obergärtnerin. »Vor allem unsere Sammlung an Heilpflanzen ist außergewöhnlich.« Das hat traditionelle Gründe, denn der Garten wurde 1673 von der Gilde der Apotheker angelegt. Übrigens: Prinz Charles ist auch der Schirmherr dieses verträumten gärtnerischen Kleinods. Mit seinem biologischen Mustergut Highgrove hat er sich als »royaler Gärtner« qualifiziert. Keiner in der königlichen Familie kennt sich wohl mit Pflanzen besser aus als der designierte Thronfolger.

Infos: Im Café des Gartens sitzen die Besucher mitten zwischen den Pflanzen.

Blumenmode im Victoria & Albert Museum

Und wenn es regnet in London? Dann schnell zu den Blumen ins Museum. In der Fashion-Abteilung des außergewöhnlichen Victoria & Albert Museums für Kunstgewerbe und Design im Stadtteil South Kensington sind die wunderbarsten Blumen auf historischen Kleidungstücken zu entdecken.

Feinste Blüten, gestickt auf Seidenroben aus dem 18. Jahrhundert. Dazu Blumenmuster, inspiriert von exotischen Pflanzen aus den ehemaligen Kolonien des Königreichs, die Londoner erstmals in Kew Gardens zu Gesicht bekamen.

Vermutlich würde das auch Harrys modebewusste Meghan interessieren, die frisch ernannte Herzogin von Sussex. Übrigens eine an Gärten überreiche Gegend in England. Aber das ist eine andere Reise.

Infos: Freier Eintritt in diesem Museum. Derzeit läuft dort auch die empfehlenswerte Ausstellung »Fashioned from Nature« bis 27.01.2019. Sie zeigt, wie aus Naturprodukten trendy Mode wird.

Tipps für eine Reise nach London

Reisezeit. Bis auf den Winter sind alle Jahreszeiten gartenreisetauglich. Im Frühjahr und Sommer finden in den Parks und Gärten zumeist Veranstaltungen statt.

Gärten. Die meisten Gärten können das ganze Jahr tagsüber besucht werden. Dennoch sollte man sich zuvor nach den Öffnungszeiten erkundigen.

Fortbewegung. Alle beschriebenen grünen Orte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die aufladbare »Oystercard« ist hierfür praktisch.

Infos. Informationen über das Reiseland Großbritannien gibt es hier, über die Destination London hier und über die königliche Familie hier.

Unsere Autorin Daniela David hat ihren eignen Blog, auf dem sie über Gärten aller Welt berichtet. Schaut mal
-> hier vorbei.

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