Obwohl Gin einst zu den beliebtesten Spirituosen zählte, verschwand er eine Zeit lang aus vielen Bars. Heute erlebt der Gin sein großes Comeback. In ganz Großbritannien eröffnet eine Gin Bar nach der anderen, Destillerien werden modernisiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Wurzeln des englischen Nationalgetränks befinden sich in den Niederlanden, im Genever (Wacholder). Erfunden vom Mediziner Franciscus Sylvius, brachten ihn englische Soldaten, die im spanisch-niederländischen Krieg gekämpft hatten, im 17. Jahrhundert in ihre Heimat und nannten ihn Gin. Mit Wacholder, Kräutern, Früchten und Gewürzen destilliert, ist Gin eine Spirituose, die man pur aber vor allem gemixt mit anderen Getränken genießt.

Crazy about Gin

Gin wurde in England, da er preisgünstig war, sehr beliebt und durchlebte seine Blüte als der Niederländer Wilhelm III. von Oranien 1689 den englischen Thron bestieg. Es folgte der sogenannte »Gin Craze«: Nachfrage und Produktion boomten enorm. Die Qualität steigerte sich mit der Zeit und 200 Jahre später ist aus dem billigen Schnaps eine hochwertige Spirituose geworden. Doch die Euphorie um den Gin legte sich und der Branntwein verlor in den 1950er Jahren an Beliebtheit. Dafür kam Wodka in Mode, er war neutral und ebenfalls pur und in Mixgetränken zu konsumieren.

Im Laufe der Jahre ist die Auswahl an Gin jedoch deutlich gestiegen, mit ihr auch seine Popularität. In den Bars – egal ob klassisch oder hip – erfreut sich der Gin erneut größter Beliebtheit und die Nachfrage ist riesig.

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Eins, zwei, fünf, sieben, Gin

London bietet einiges zu dem Thema: Fachkundige Gin-Kurse oder eine abendliche Tour mit Chauffeur bei der fünf verschiedene Gin-Bars besucht werden. Viel über die Spirituose erfährt man auch bei der London Gin Experience, bei der u.a. vier Destillerien besucht werden.

Hier eine kleine Auswahl an Gin Bars:

Die City of London Distillery gibt es erst seit einem Jahr, etabliert hat sie sich dennoch längst in der Metropole als begehrte Destillerie, Bar und Touristenattraktion.

Das Londoner Dirty Little Secret serviert nicht nur gängigen Gin, auch besondere Kreationen mit Earl Grey oder Thymian bekommt man hier.

Das Whim Wham Café in Manchester ist wenig bekannt, bietet aber Gerüchten zufolge einen der besten Gins der Stadt.

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Die Gin-Luxusmarke Bombay Sapphire wird im Herbst 2014 eine Destillerie und ein Besucherzentrum in der Nähe des Laverstoke Parks in Hampshire eröffnen. Designer der Inneneinrichtung ist Thomas Heatherwick.

Edinburgh Gin ist »the thing to have« im Twenty Price Street Grill and Smokehouse. Neuster Spot, der in der schottischen Hauptstadt für viel Aufsehen sorgt.

Die Destillerie Balmenach befindet sich mitten im schottischen Hochland im Cairngorm National Park. Sie zählt zu den ersten Destillerien Schottlands und war ursprünglich für ihren Whisky bekannt.

Penderyn ist die einzige Whisky-Destillerie in Wales, wurde aber auch für ihren Gin bereits mehrmals ausgezeichnet.

Da Mhile in Wales ist die erste zertifizierte Bio-Destillerie, die 2012 in der Glynhynod Farm eröffnet wurde.

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