Jerusalem hat sich mit seinen mehr als 150 Museen, Galerien und kulturellen Einrichtungen zu Israels Kulturhauptstadt entwickelt. Die Heilige Stadt bietet neben den klassischen Sehenswürdigkeiten mit historischem und religiösem Hintergrund rund um die Altstadt ein breites Angebot an erstklassigen Kunstausstellungen, Tanz- und Gesangfestivals sowie Folklore-Festen. Was es zu beachten und zu besuchen gilt, verrät unser Jerusalem-Reiseführer.

Anreise: Der internationale Flughafen Ben Gurion (TLV) liegt nur ca. 40 Minuten Fahrtzeit vom Jerusalemer Stadtzentrum entfernt und wird mit bis zu 75 Direktverbindungen wöchentlich von El Al, Lufthansa, Easyjet und Up angeflogen. Deutsche benötigen einen Reisepass, der bei Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein muss (Touristen mit deutschem Reisepass, die vor dem 01.01.1928 geboren sind, benötigen ein Visum).

Seit dem Frühjahr 2017 verbindet die Buslinie 485 Jerusalem direkt mit dem Flughafen. Der Bus 485 verkehrt ganztägig zur vollen Stunde außer am Sabbat. Zu den Services an Bord gehören kostenfreies W-LAN und USB-Ladestationen an jedem Sitzplatz. Eine Einzelfahrt ist mit rund 4,10 Euro die günstigste und schnellste Verbindung zum Airport. Die Fahrt dauert je nach Verkehrslage rund eine Stunde, die Fahrtzeit wird damit um mindestens 20 Minuten verkürzt – bisher gab es eine Busverbindung mit Umsteigen. In Jerusalem werden mehrere Haltestellen angefahren, darunter der zentrale Busbahnhof und die Knesset. Auf der Rückfahrt stoppt der Bus unter anderem am International Convention Center und am Israel Museum. Freitags fährt die Buslinie bis 14 Uhr, samstags nimmt sie den Betrieb nach dem Sabbat um 19 Uhr wieder auf.

Ben Gurion Airport in Tel Aviv

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Übernachtungstipp in Jerusalem

Unterkunft: King David: Eine Topadresse ist das legendäre Fünf-Sterne-Hotel King David, wohl eines der berühmtesten Hotels der Welt, ziemlich sicher aber das bekannteste in Jerusalem. Gebaut 1920, sind hier schon unzählige Stars und Sternchen, Könige und Premiers abgestiegen. Die Altstadt ist nur ein paar Fußminuten entfernt, auf dem Hotelgelände findet man grüne Ruheecken ebenso wie Tennis-Courts und Swimmingpools für Kinder, King David Street 23, Jerusalem, 94101 Israel, Tel. +972-2-620-8888, E-Mail an Kingdavid@danhotels.com. Ein Standard-Doppelzimmer kostet hier inklusive Frühstück 560 US-Dollar pro Nacht.

Nicht weniger exklusiv und auch nur einen Katzensprung von der Altstadt entfernt ist das Mamilla. Hier wohnt man im modernen und stylischen Ambiente und kann sich auch noch in der direkt angrenzenden neuen Shopping- und Eventmeile Alrov Mamilla Avenue treiben lassen,  11 King Solomon St., Jerusalem 94182, Tel.: +972-2-548 2222, Reservierung per E-Mail an reservations@mamillahotel.com. Der Preis in der Nebensaison für ein DZ beträgt 420, in der Hochsaison 650 US-Dollar.

Die Luxusherberge Waldorf Astoria Jerusalem liegt ebenfalls nicht weit entfernt von der Altstadt, nahe am Independence Park,  26–28 Agron Street, Jerusalem 9419008, Tel.: +972-2-542 3333. E-Mail: jerusalem.info@waldorfastoria.com. Doppelzimmer ab 490 US-Dollar pro Nacht.

Lange und sehr heiße Sommer

Sprache: In Israel spricht man Hebräisch und Arabisch. Englisch wird aber von nahezu jedem Israeli gesprochen, und auch mit Deutsch kann man sich in Jerusalem manchmal durchschlagen.

Markt in Jerusalem

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Klima: Israel liegt im Nahen Osten. Da sind die Sommer sehr lang, etwa von April bis Oktober, und auch sehr heiß, zum Teil über 30 Grad. Von November bis März ist Winter, dann wird es mild und manchmal kühl. Da Jerusalem auf 700 Höhenmetern liegt, ist es hier kälter als im Rest des Landes. In den vergangenen beiden Wintern gab es sogar Schnee. Im Januar befinden sich die Temperaturen um den Nullpunkt.

Reisezeit: Im Allgemeinen ist Jerusalem eine Ganzjahres-Destination. Die heißen Hochsommermonate sollte man jedoch meiden, und auch die jüdischen und christlichen Feiertage (Pessah/März oder April und Ostern/April) können in der Altstadt sehr anstrengend werden. Allerdings sind die Eindrücke dann auch sehr intensiv.

Nicht nur die heiligen Stätten besuchen

Sehenswürdigkeiten: Neben den heiligen Stätten und zahllosen archäologischen und baulichen Highlights in der Altstadt hat die Neustadt eine Menge zu bieten. Noch hat die Orthodoxie das Leben nicht gelähmt, die Stadt ist bunt, vielseitig und lebendig. Auf der Jaffa Road und der Ben Yehuda Street kann man in einem der vielen Cafés die Atmosphäre der Stadt aufsaugen.

Cafe in Jerusalem

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Entlang der Jaffa Road fährt die Straßenbahn und verbindet die wichtigsten Stadtteile miteinander. Interessant ist auch, einmal mit der modernen Tram von einem Ende zum anderen der Stadt zu fahren, dann siehtn man auch etwas von den weniger bekannten Orten. Im Zentrum, am Ende der Jaffa Road, kommt man zu einem der Höhepunkte der Stadt: zum Mahane Yehuda Market. Auf dem großen Frischwarenmarkt der Stadt taucht man ein in ein Meer von Aromen, Düften und Geschmäckern. Nach Geschäftsschluss werden einige Läden kurzerhand in Bars oder Kneipen mit Livemusik umgebaut.

Das Israel Museum in Jerusalem erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 50.000 Quadratmetern und ist eines der weltweit führenden Museen im Bereich Kunst und Archäologie. Neben über 2.300 Jahre alten Schriftrollen vom Toten Meer sind hier die bedeutendsten Ausstellungen zur Bibel und Geschichte des Heiligen Landes zu sehen. Der Bily Rose Kunstgarten am westlichen Hang des Museumsgeländes, entworfen von dem japanisch-amerikanischen Bildhauer Isamu Noguchi, stellt eine Synthese verschiedener Kulturen dar und lädt zum Verweilen ein.

»See it all – small«. Getreu diesem Motto lässt sich in Mini Israel das gesamte Land an einem Tag erleben: Detailgetreue Nachbildungen der bekanntesten Sehenswürdigkeiten aus ganz Israel faszinieren die Besucher des Miniaturparks. In einem Maßstab von 1:25 werden 350 Modelle der wichtigsten und schönsten Gebäude wie zum Beispiel der Felsendom oder der Bahai-Schrein ausgestellt. Über 30.000 Figuren, Tiere, Pflanzen und Transportmittel beleben das gesamte Museum. Zudem zeigt ein 3D-Luftfilm Aufnahmen der israelischen Landschaft aus spektakulären Winkeln.

Speisen rund um den Mahane Yehuda Markt

Restaurants: In ganz Jerusalem befinden sich etliche sehr gute Restaurants. Die Stadt ist durch das Aufeinandertreffen vieler Kulturen zu einem kulinarischen Schmelztiegel geworden; ein Mix aus lokaler Küche, orientalischen, nordafrikanischen und osteuropäischen Einflüssen macht das gastronomische Angebot Jerusalems abwechslungsreich – auch abseits des allseits beliebten und köstlichen Hummus aus Kichererbsen – und besonders. Hier nur einige wenige Tipps: Rund um den Mahane Yehuda Markt befinden sich mit die besten Restaurants der Stadt wie z. B. das gleichnamige Machneyuda-Restaurant, bei dem es lokale Küche auf höchstem Niveau mit einer besonderen Showeinlage der Köche einmal pro Abend gibt.

Ebenfalls in der Nähe des Marktes befindet sich das HaMotzi, das vom Gewinner des Masterchef-Wettbewerbs in Israel geführt wird. Sehr gute israelische Küche bekommt man auch im Kadosh, das außerdem mit einer tollen Atmosphäre und sehr nettem Personal zu überzeugen weiß. Im Eucalyptus erhält man alle Speisen und Zutaten seines Gerichts erklärt und wird über ihre Bedeutung in den biblischen Schriften aufgeklärt. Um beim Essen oder Cocktail einen atemberaubenden Blick zu genießen, muss man ins Rooftop-Restaurant des Mamilla Hotels. Und sollte man in der Altstadt eine kurze Pause brauchen, bieten sich ein guter Kaffee und der beste Apfelstrudel der Region im österreichischen Hospiz an.

Einkaufen auf der Ben Yehuda Street

Trinkgeld: In Israel sind zehn Prozent, gerne auch mehr, üblich.

Shopping-Tipps: Die Ben Yehuda Street ist die Einkaufsmeile der Stadt. Flanieren, shoppen und bummeln kann man gut in der Mamilla Mall, direkt neben dem gleichnamigen Hotel nahe der Altstadt.

Ben Yehuda Street in Jerusalem

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Persönlicher Tipp: Wenn man die Altstadt von oben sehen möchte, dann sollte man einen Spaziergang auf der Altstadtmauer antreten. Der Blick ins neue Jerusalem ist ganz prima, aber die Altstadt selbst ist sehr verbaut, um viel zu erkennen. Ein berühmter Aussichtspunkt ist das Dach des österreichischen Hospizes im christlichen Viertel. Hier kann man einfach eintreten, weder wird Geld verlangt noch stört dies die Betreiber. In der Neustadt ist das Israelische Museum natürlich ein Highlight. In Sachen Kunst und Archäologie kann es sich mit anderen Museen dieser Art messen. Außerdem kann man in der Neustadt an verschiedenen Stellen elektrische Segways mieten und eine Tour durch die Stadt starten. 20 Minuten außerhalb der Innenstadt liegt Em Kerem, ein schöner Ort mit vielen Künstlerateliers und Boutique-Weingütern.

Rücksicht auf religiöse Befindlichkeiten nehmen

Besser nicht: Zu körperbetonte und freizügige Kleidung wird in Moscheen, Kirchen und Synagogen gar nicht gern gesehen. Außerdem muss man in der Heiligen Stadt auch immer die religiösen Tage im Auge behalten, wenn man z. B. Tempelberg (Freitag und Samstag geschlossen) und Klagemauer (Freitag keine Fotos/Samstag/Sabbat/kein Zutritt). Wer neugierig auf das ultraorthodoxe Viertel Mea Shearim in der Neustadt ist, sollte sich vorher sehr genau über Verbote und Gebote informieren – sonst wird man rasant schnell hinauskomplimentiert.

Reiseführer: Israel, Palästina, Sinai, DuMont Reise-Handbuch, egal ob Sie Ihre Reise selbst planen oder das Land in der Gruppe kennen lernen, ob Sie als Pilger, Kultururlauber oder Städte- und Badetourist kommen – das DuMont Reise-Handbuch »Israel, Palästina & Sinai« führt und begleitet Sie kompetent auf Ihren Wegen, erklärt Hintergründe und aktuelle Entwicklungen, macht vertraut mit Land und Leuten. ISBN 9783770177011, 22,95 Euro.

Israel und Palästina, Reise Know-How Verlag. Der Reiseführer präsentiert das Land und die Autonomiegebiete ausführlich und dennoch kompakt. Alle interessanten Sehenswürdigkeiten sind jeweils am Kapitelanfang aufgelistet und in vier Kategorien bewertet. Ausführliche Beschreibungen finden sich dann im laufenden Text. Das gewährleistet eine schnelle Orientierung und erlaubt es Schwerpunkte zu setzen. Ob man nun an den endlosen Mittelmeerstränden baden und surfen, Eindrücke der fantastischen Unterwasserwelt im Roten Meer sammeln oder durch die Wüste trecken will, der Führer zeigt, wie man jeweils hinkommt und was man unternehmen kann. ISBN 978-3-89662-485-7,  21,99 Euro.

Reiseführer-Tipps und Kontakt zum Fremdenverkehrsbüro

Jerusalem, Dorling Kindersley. Jerusalem als die Wiege der drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam ist ein faszinierendes Reiseziel für Pilger und Urlauber. Von der Grabeskirche und dem alten Stadtviertel Yemin Moshe über die Klagemauer bis zum Ölberg: Im Vis-à-Vis Jerusalem wird die beeindruckende Vielfalt der Stadt detailliert wiedergegeben. Außerdem steht das Heilige Land mit seiner Geschichte, seinen Menschen und Sehenswürdigkeiten ausführlich im Porträt. Zahlreiche praktische Hinweise zur An- und Einreise, Sicherheit und Gesundheit und zur Währung ermöglichen eine optimale Vorbereitung und eine einfache Reiseorganisation. 336 Seiten, mehr als 800 farbige Fotos, ISBN 978-3-8310-2272-4, 22,95 Euro.

Infos: Israel: Staatliches Israelisches Verkehrsbüro, Friedrichstraße 95, 10117 Berlin, Tel 030 20 39 970, E-Mail an Info@goisrael.de

Lesen Sie hier unsere Reise-Reportage über Jerusalem.

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