Vor vier Jahren wurde in der Bucht von Sistiana im Nordosten Italiens ein neues Luxusdorf für Gutbetuchte eröffnet: Portopiccolo. Unser Reise-Guide für das Dorf und die Umgebung. Text: Frank Störbrauck

Anreise. Der Flughafen von Triest liegt 15 Minuten mit dem Auto von Portopiccolo entfernt. Aktuell kommt man täglich nonstop von Frankfurt und München mit der Lufthansa hin. In der Sommersaison (2. Juni bis 24. Oktober 2019) ist auch Eurowings zweimal wöchentlich ab Köln/Bonn am Start.

Vom Flughafen Triest könnt ihr mit dem Zug für 2,85 Euro bis zum Bahnhof Sistiana-Visogliano (umsteigen in Monfalcone) fahren. Die Fahrt dauert je nach Verbindung und Anschlusszug zwischen 30 und 44 Minuten.

Triest Airport

Frank Störbrauck

Von der Autobahnabfahrt A4 sind es nur fünf Minuten und in nur wenigen Stunden erreicht man Österreich und Deutschland. Die Stadt Triest liegt 10 Kilometer entlang der Küste entfernt. Und wer von Venedig anreist, ist in anderthalb Stunden mit dem Auto hier. Slowenien ist ebenfalls nur eine 15-minütige Autofahrt entfernt.

Wer mit dem Zug anreisen möchte, kann ab München-Ost mit dem EC nach Villach und dann mit der Regionalbahn weiter nach Udine fahren. Von dort fährt ebenfalls ein Regionalzug bis nach Sistiana-Visogliano. Ihr seid dann allerdings mehr als acht Stunden unterwegs.

Portopiccolo: 35 Hektar groß, inklusive Marina

Portopiccolos Geschichte. Portopiccolo wurde von dem Immobilienunternehmen Rizzani De Eccher (RDE) entwickelt und gebaut. Mehrere Jahre lang wurde an dem Projekt gearbeitet, im Sommer 2015 war es fertig. Das Unternehmen hat Portopiccolo eigenen Angaben zufolge nach höchsten Baustandards errichtet, was Qualität, Ausstattung, Umwelt- und Energieeffizienz angeht. 35 Hektar groß ist das Dorf heute, von der Hafenpromenade hinauf auf den Hügel, der die Bucht umschließt. Portopiccolo wendet sich in erster Linie an Wohlhabende, die sich hier niederlassen oder eine Ferienwohnung kaufen möchten.

Panorama von Portopiccolo mit Marina

Frank Störbrauck

Das Angebot der Wohnanlagen beläuft sich auf 460 Wohneinheiten. Falls jemand unter euch ein neues oder zweites Domizil sucht: Der Durchschnittskaufpreis beträgt 6.500 Euro pro Quadratmeter. Angeboten werden verschiedene Wohneinheiten von der Einzimmerwohnung bis zur Villa mit einer Größe zwischen 50 und 400 Quadratmetern. Rund 70 Aufzüge in dem Dorf erleichtern es, von A nach B zu kommen. Autos sind im Dorf verboten. Eine riesige unterirdische Tiefgarage, die unter den Häusern gebaut wurde, bietet aber ausreichend Parkplätze für alle, die mit dem Wagen anreisen.

In Portopiccolo wurde auch eine Marina gebaut. Sie bietet über 120 Liegeplätze für Boote und Yachten von bis zu 25 Meter Länge und 5 Metern Tiefe und ist ausgestattet mit Videoüberwachung, einem Bootsverleih und einem Charterservice für Gäste, die kein eigenes Boot besitzen. Gleichzeitig organisiert der Yachtclub Events und Regatten.

Luxusyacht in der Marina von Portopiccolo

Frank Störbrauck

Beste Reisezeit: Früh- und Spätsommer

Klima und Reisezeit. Das Gebirge der Alpen und der Apennin sind dafür verantwortlich, dass der Einfluss des milden Mittelmeers in der Region deutlich weniger zu spüren ist als in der Mitte und im Süden Italiens. Im Winter, Frühjahr und im Spätherbst kann es durchaus ziemlich frisch werden. Im Sommer dagegen sind Temperaturen von über 30 Grad keine Seltenheit. Empfehlenswert sind die Monate Mai, Juni und September.

Unterkunft. In dem Dorf gibt es nur ein einziges Hotel: das Fünf-Sterne-Haus Falisia. Das Resort gehört zur Luxury Collection von Marriott und verfügt über 58 Zimmer und Suiten, einen Strand mit Infinity-Pool, zwei Restaurants mit Gourmet- und Vital-Küche, eine Lounge Bar, einen Spa-Bereich sowie drei Konferenzräume.

Zimmer im Portopiccolo Falisia Resort & Spa

Portopiccolo Falisia Resort & Spa

Köstlichkeiten der Region probieren

Essen und Trinken. Die Region Friaul-Julisch Venetien, in der Portopiccolo zu Hause ist, gehört zu einer bedeutenden Weinanbauregion. Das Weinangebot umfasst 10 DOC- und 3 DOCG-Anbauzonen mit den jeweils typischen, geographischen und klimatischen Eigenschaften.

Auch die Vielfalt der lokalen Küche ist besonders. Ein paar Beispiele gefällig? Der »Boreto alla Graisana« ist die typische Fischsuppe der Fischer von Grado, und der »Baccalà mantecato« (Creme aus Stockfisch) entstammt der traditionellen venezianischen Küche. Das »Frico« ist ein schmackhafter Käsefladen mit Polenta-Beilage. Aus den in Rotweintrester eingesäuerten und geraspelten Speiserüben wird die »Brovada« zubereitet, eine Beilage zu gesottenem oder gebratenem Fleisch. Unbedingt probieren solltet ihr die »Jota«. Das ist eine Saubohnensuppe mit Sauerkraut. Lecker sind auch die Brotknödel mit Eiern und Schinken sowie die Pflaumenknödel aus Kartoffeln. Diese isst man mit zerlassener Butter und Semmelbröseln.

Food Italien

Frank Störbrauck

Die »Gubana« ist ein Hefekuchen aus den Natisone-Tälern mit einer Füllung aus Walnüssen, Rosinen, Pinienkernen, Zucker und Zitronenschale, der vor dem Verzehr mit slowenischem Slibowitz oder friaulischem Grappa beträufelt wird. Zu den typischen Süßspeisen gehört der »strucolo in straza«, der Apfelstrudel, und die creme carsoline, ein Blätterteiggebäck mit Vanillecreme.

Restaurants in Portopiccolo: Cliff’s, L’Oro di Napoli, Maxi’s

Restaurants. Das Falisia Resort & Spa bietet euch ein Restaurant, in dem ihr sehr gut und gesundheitsbewusst speisen könnt: das Cliff’s. Es bietet gesunde Gourmet-Speisen, angereichert durch eine Selektion von DOC-Weinen.

Salat im Cliff's Restaurant in Portopiccolo

Frank Störbrauck

An schönen Sommerabenden könnt ihr auf der Terrasse mit Blick auf die Marina und das adriatische Meer dinieren.

Im Inneren des Hotels Falisia Resort & Spa befindet sich die Lounge Bar »La Piazzetta«, wo ihr euch abends einen Cocktail, Aperitif oder Snack gönnen könnt. Darüber hinaus gibt es in Portopiccolo weitere Restaurants, darunter Pizzerien, Strandbars, Cafés, Bäckereien und Eisdielen. Und auch einige edle Shops gibt es.

Für einen Abend mit Freunden oder der Familie ist die Pizzeria »L’Oro di Napoli« ein guter Ort. Hier werden Mehle aus antiker Mahlproduktion zusammen mit dem Mozzarella D.O.C. und frischen Zutaten aus lokaler Herkunft verwendet, diese schenken der neapolitanischen Pizza, die im Holzofen gebacken wird, deren authentischen Geschmack.

Das Maxi’s schließlich bietet vornehmlich traditionell zubereitete Fischgerichte, aber auch eine Auswahl von Fleischgerichten sowie vegetarische Gerichte und eine qualitativ hochwertige Weinkarte.

Entspannung im Portopiccolo Spa by Bakel

Wellness. Sofern ihr im Falisia-Hotel übernachtet, könnt ihr dort den Wellnessbereich gratis nutzen. Es gibt eine Finnische Sauna und einen Haman sowie ein kleines Fitness-Studio. Rund 200 Meter vom Hotel entfernt, findet ihr das Portopiccolo Spa by Bakel. Das ist 3.600 Quadratmeter groß und verteilt sich auf drei Etagen.

Portopiccolo Spa by Bakel

Portopiccolo Spa by Bakel

Im Wellnessbereich findet ihr einen Ruheraum, Innen- und Außenpool mit Meerblick, Hamam, eine Bio-Sauna, ein Kneippbecken, ein 20 Meter langes Schwimmbecken, einen Eisbrunnen und die Cocoon Bar. Wer sich verwöhnen lassen möchte, kann eine Anwendung buchen. Angeboten werden Facials, Peelings, Massagen oder Ganzkörperbehandlungen.

Wandern über die Klippen von Duino und im Val Rosandra

Unternehmungen in der Umgebung. Wie wäre es mit einem Spaziergang durch das angrenzende Naturrerservat? Schön anzuschauen ist das schneeweiße Kalkgestein der Klippen von Duino, die aus dem Meer emporragen. Während eines Spaziergangs auf dem Rilke-Weg kann man sich wunderbar inspirieren lassen.

Rilke-Weg in Duino

brunetto ziosi

Der Weg ist nach dem Lyriker Rainer Maria Rilke benannt, der während seines Aufenthaltes auf Schloss Duino (1912-1922) seine ersten Elegien verfasste.  Neben Rilke waren dort unter anderem Johann Strauß, Franz Liszt, Mark Twain, Paul Valéry und Gabriele D’Annunzio zu Gast.

Nicht weit entfernt, vor den Toren Triests, liegt das Schloss Miramare, ehemals Residenz von Erzherzog Maximilian von Österreich und Prinzessin Charlotte von Belgien. Das Schloss ist von einem idyllischen Park umgeben. Von dort blickt ihr direkt auf ein vom WWF geschütztes Meeresreservat.

Lohnend ist auch ein Besuch des größten Naturschutzgebietes im Triestiner Karst: das Val Rosandra. Das Gebiet umfasst das schöne tief eingeschnittene Tal des Wildbachs Rosandra, des einzigen oberirdischen Wasserlaufs im italienischen Karst wie auch den höchsten Gipfel, den Monte Cocusso (670 Meter).

Val Rosandra in Italien

zakaz86/Shutterstock.com

Naturschutzgebiete Monte Lanaro und Monte Orsario

Schön sind auch zwei weitere Naturschutzgebiete im Landesinnern: das des Monte Lanaro mit seinem besonderen Baumbestand, da hier Karstgehölz mit schönen Sommer- und Zerreichenwäldern abwechselt, und das Naturschutzgebiet des Monte Orsario mit Hügeln, Dolinen und anderen Karsterscheinungen. In der Gegend wurden einige interessante Säugetierarten gesichtet. So die Wildkatze und der Goldschakal, aber auch vereinzelt Bären.

Einen Besuch verdient auch der Botanische Garten Carsiana in der Gemeinde Sgonico, der Pflanzenarten des italienischen und slowenischen Karsts sammelt, auf einem Gelände, das die typische Karstlandschaft zeigt: mit einer großen Doline, Gehölz und Unterholz, Geröllhalden, natürlichen Brunnen und Karsterscheinungen.

Aber es gibt auch den unterirdischen Karst: eine Welt von Höhlen, Gängen, Karstbrunnen und manchmal unterirdischen Flüssen. Die bekannteste Höhle des Karsts ist die Grotta Gigante, die größte touristische Höhle der Welt. 1995 fand sie den Weg ins Guinness-Buch der Rekorde: 167,60 Meter lang, mit einer maximalen Höhe von 98,5 und einer Breite von 76,3 Metern. Die tiefste Stelle des Touristenrundwegs liegt 101,1 Meter unterhalb des Eingangs. Der Touristenrundweg verläuft rund um den Großen Saal und führt auch zur Ruggero-Säule, einem fast 12 Meter hohen Stalagmit. Kurz vor dem Ausgang erreicht man das Belvedere, den höchsten Punkt der Höhle, von dem man eine super Aussicht über die Höhle hat.

Lagunen von Grado und Marano

Die rund eine Stunde mit dem Auto entfernten Lagunen von Grado und Marano sind ein Naturparadies aus Salz- und Süßwasser mit Schilf, Wäldern und Feuchtwiesen. Die dortige Landschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt ist wie geschaffen für Erkundungen und Ausflüge mit dem Boot oder Pferd. Dort solltet ihr euch unbedingt die typischen Fischerhütten aus Holz und Schilfdach, die so genannten »Casoni« und die Wallfahrtskirche auf der Insel Barbana ansehen.

Sightseeing-Tour durch Triest

Höhepunkt der Region ist natürlich die Stadt Triest. Sie gehört mit ihrer tollen Atmosphäre und dem außergewöhnlichen Kulturangebot zu den bedeutendsten Kunststädten Europas. Die Schriftsteller Italo Svevo und Umberto Saba sind beide Söhne der Stadt.

Antiquitätenladen in Triest

Frank Störbrauck

Viele Jahre lebte auch James Joyce in Triest, wo er sein Meisterwerk »Ulysses« begann. In der Stadt locken Kunstausstellungen im Revoltella-Museum, lyrisch-symphonische Aufführungen im Giuseppe-Verdi-Theater und Prosa-, Tanz- und Musik-Aufführungen im Rossetti-Theater.

Zentrale Anlaufpunkt für viele Triest-Besucher ist die Piazza Unita d’Italia. Der riesige, direkt am Meer gelegene Platz ist von imposanten Palazzi umgeben. Hat man das Meer im Rücken, erblickt man von links nach rechts: den Regierungspalast (heute Sitz der Präfektur), den Palazzo Stratti, den Palazzo Modello, das Rathaus, den Palazzo Pitteri und das Gebäude des Lloyd Triestino (heute Sitz der Region). Schön auch anzusehen: der barocke Brunnen der Vier Erdteile und die Säule mit der Statue von Kaisers Karl VI.

Rathaus in Triest

Frank Störbrauck

Besonders drei architektonische Stile solltet ihr euch in Triest anschauen: den neuklassizistischen Stil (Palazzo Carciotti, Teatro Lirico Guiseppe Verdi, Börse), den eklektischen Stil (Palazzo Gopcevic, Bahnhof, RAS-Gebäude, Hauptpost) und den Jugendstil (Casa Bartoli). Apropos Geschichte: Lohnend ist auch der Besuch des Teatro Romanos, rund fünf Minuten zu Fuß vom Piazza Unita d’Italia entfernt.

Serbisch-orthodoxe Kirche in Triest

Frank Störbrauck

Wenn ihr einen tollen Blick auf Triest werfen wollt, solltet ihr die Straßenbahn von Opicina benutzen. Die steile Strecke bietet euch die Gelegenheit, tolle Ausblicke auf die Stadt zu werfen.

Tipp: unbedingt ein Kaffeehaus in Triest besuchen

Persönlicher Tipp. Was wäre ein Besuch Triests nur ohne einen Besuch der Kaffeehäuser? Nichts! Ihr solltet also unbedingt eines der Traditionshäuser besuchen. Recht zentral gelegen ist das an der Piazza Unita d’Italia gelegene Caffè degli Specchi. Es wurde 1839 im neoklassizistischen Stil eröffnet. Es erinnert noch heute an den Glanz vergangener Zeiten – man kann sich sehr gut vorstellen, wie hier früher Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller ihre Zeit verbrachten. Wer keinen Kaffee mag, sollte sich einen Aperitif oder Wein bestellen. Zum Wein gibt’s gratis einen kleinen Teller mit pikanten Häppchen.

Kaffee Capo in Triest

TTL media/Shutterstock.com

Besser nicht …

… Pizza Hawaii bestellen. Das geht in Italien gar nicht. Die Ananas hat auf der Pizza nichts zu suchen. Und wenn ihr doch einmal in einem Restaurant gelandet seid, in dem es Pizza Hawaii gibt, könnt ihr euch sicher sein, in einem Touristenladen gelandet zu sein.

… unaufmerksam an der Bushaltestelle warten. Ihr müsst dem ankommenden Busfahrer an der Haltestelle per Handzeichen signalisieren, dass ihr mitfahren wollt. Tut ihr das nicht, fährt der Bus einfach weiter.

… im August in Italien Urlaub machen. Dann ist in dem Land nämlich »ferragosto«, der offizielle Ferienmonat. Ganz Italien verlässt dann die Städte und zieht ans Meer. Die Urlaubsorte am Meer platzen dann aus allen Nähten.

Infos. Falisia, a Luxury Collection Resort & Spa, Portopiccolo, Località Sistiana 231/M, Str. di Portopiccolo, 34011 Duino-Aurisina TS, Italien, Telefon: +39 040 997 4444. E-Mail: reservations@falisiaresort.com. Mehr Infos über Portopiccolo gibt es hier. Infos zu der Region, Triest und Veranstaltungen gibt es hier.

DAS NEUE HEFT IST DA

PLANE DEIN PERSÖNLICHES ABENTEUER fÜR 2020