So lange habe ich noch nie vor meinem Kleiderschrank gestanden. Was trägt man denn in einem Fünf-Sterne-Hotel, wenn man 14 Jahre alt ist? Blazer? Rock? Oder doch die alltägliche Jeans? Verunsichert packe ich zu viel in meinen Koffer. Die Aufregung steigt. Heute darf ich in Begleitung einer Kollegin mein erstes Hotel testen: das Hyatt Regency in Düsseldorf. Text: Nura Bagdach

Die Sonne ist bereits untergegangen, als wir das Hyatt Regency erreichen. Düsseldorf, das ist für ein junges Mädchen aus Köln wie mich – übertrieben gesagt – fast wie Ausland.

Schülerin Nura darf ihr erstes Hotel testen: das Hyatt Regency Düsseldorf

Jennifer Latuperisa-Andresen

Entsprechend selten war ich bisher dort. Noch nie im sogenannten Medienhafen. Noch nie an der Hafenspitze. Geschweige denn in einem Düsseldorfer Fünf-Sterne-Hotel. Beim ersten Anblick des Hotels denke ich:

»Huch, die sehen den neuen Kölner Kranhäusern aus dem Medienhafen aber ganz schön ähnlich.«

Wer den Fahrstuhl in der Lobby betritt, sollte sich in seiner Haut wohlfühlen (gut, dass ich so lange nach dem richtigen Outfit gesucht habe) – denn mehr Spiegel passen nicht auf die kleine Fläche. Selbst an der Decke des Lifts lacht mich mein eigenes Antlitz an. Dennoch ist der Spiegel auch verziert mit einer Art Schilfmuster, das sich durch das gesamte Gebäude zieht. Mir fällt auf, dass alles exzellent zusammenpasst. Kein greller Farbton. Es wurde mit Erdtönen gearbeitet und einem immer wiederkehrenden Thema: Wasser. Ein wunderbarer Kontrast zu dem Gebäude, das von außen so kühl und von innen so heimelig wirkt. Das fasziniert mich. Einchecken, Zimmer suchen, eintreten. Sofort fühle ich mich wohl im Zimmer 1106. Ich bin neugierig auf das supergemütliche King-Size-Bett, die Spa-Badewanne und die Regendusche. Zudem hat das Zimmer bodentiefe Fenster mit einer schönen Aussicht auf den Düsseldorfer Hafen. Auch hier haben sich die Innenarchitekten von FJ stijl Amsterdam an das Designkonzept gehalten, das sie selbst in drei Worten beschreiben: »City-Island-Chic«.

Viel zu wenig Zeit

Mein Handy klingelt. Meine Kollegin ist im Treppenhaus eingesperrt. Ich muss schmunzeln. Ich dachte, eine so versierte Frau kennt sich in Hotels aus, aber jetzt braucht sie meine Hilfe. Also eile ich herbei und befreie sie aus ihrer misslichen Lage. Als Dankeschön soll es ein Abendessen im hauseigenen Restaurant DOX geben, es hat sogar eine eigene Sushi-Bar. Aber daraus wird nichts; das Restaurant erfreut sich so großer Beliebtheit, dass kein Tisch mehr frei ist. Kurz nachgedacht:

Room Service oder doch lieber rein ins Düsseldorfer Nachtleben?

Die Wahl fällt auf Letzteres. Doch wer kann bei so einem aufregenden Erlebnis anschließend sofort einschlafen? Ich jedenfalls nicht. Deshalb schleiche ich mich kurz vor Mitternacht in den 24-Stunden-Fitnessraum, um einige Runden zu steppen. Will mich so richtig verausgaben. Es hilft. In meinem Zimmer falle ich anschließend ins Bett und schlummere sofort ein. Am nächsten Morgen stehe ich besonders früh auf, um noch so viel wie möglich im Hotel erleben zu können. Zuerst ausgiebig regenduschen, danach lange frühstücken.

Ein Gedicht: das Frühstück im Hyatt Regency Düsseldorf

Jennifer Latuperisa-Andresen

Der schaumige Latte macchiato wird in Gläsern serviert, die nicht heiß werden. Das gefällt mir. Die Brötchen sind noch warm, und das Omelett wird nach meinen Wünschen frisch zubereitet. Ein Traum für jeden, der sich die Zeit nehmen kann, das Frühstücksbuffet zu genießen.

Zeit – ja, an der mangelt es mir leider. Wir müssen los. Leider ohne das Spa mit dem großen Jacuzzi oder das Vichy-Duschen-Treatment genutzt zu haben. Und auch ohne in der Pebbles Bar, die ein wenig aussieht wie eine halbierte aufgesetzte Diskokugel, einen Drink genommen zu haben (da wird Champagner mit Mäusespeck serviert!) und auch ohne Prominente gesehen zu haben, die in dem Hotel angeblich gerne nächtigen. Beim Auschecken wird mir erzählt, dass die Nationalmannschaft schon dreimal hier genächtigt hat. Und auch Lena Meyer-Landruth während des Eurovision Song Contests 2011. Gut, dass die mir jetzt nicht begegnet sind. Wahrscheinlich hätte ich mich fehl am Platz gefühlt. Und vielleicht auch ein bisschen falsch angezogen.

HYATT REGENCY DÜSSELDORF. Speditionsstr. 19, 40221 Düsseldorf, Tel.: 0211 91341234, E-Mail: düsseldorf.regency@hyatt.com, www.dusseldorf.regency.hyatt.com

 

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