Italiens Küche ist weltweit einmalig, eine Geschmacksexplosion von Aromen und Gewürzen, die gepaart mit köstlichen Düften unverwechselbar ist. Diese Einzigartigkeit hat auch die Unesco erkannt, denn sowohl die mediterrane Küche als auch die Pizza gehören zum immateriellen Erbe des südeuropäischen Landes. Zudem weist Italien eine unglaubliche Vielfalt unterschiedlicher Gerichte auf, denn jede Gemeinde, Provinz oder Region hat ihre eigene Spezialität.

Ricotta oder Schinken auf den Schlemmerouten

Verschiedene Regionalküchen erleben und schmecken Besucher auf den zahlreichen Schlemmerrouten Italiens. Hier kommt immer Frisches aus der jeweiligen Gegend auf den Tisch. Denn lokale Produkte stehen in Italien hoch im Kurs.

Insgesamt gibt es im Land 299 DOP-, IGP- und STG-Produkte, also Lebensmittel mit geschützter Ursprungsbezeichnung oder geschützter geografischer Angabe. Dazu gehören beispielsweise der Radicchio aus Treviso, der Ricotta Romana oder der San-Daniele-Schinken. In ganz Italien feiert man zudem je nach Jahreszeit die lokalen Erzeugnisse mit speziellen Märkten, den sogenannten »sagre«, und speziellen Menüs.

So huldigt man im Herbst der Trüffel, den Kastanien oder den Pilzen.

Älterer Mann riecht an Trüffel

In Acqualagna in der Provinz Pesaro und Urbino in den Marken
wird die teuerste und bekannteste Trüffelart, der Weiße Trüffel, angebaut. Foto: Regione Marche

Für Besucher sind diese Feste eine gute Gelegenheit, um die traditionellen Lebensmittel und Gerichte kennenzulernen. Viele der Orte liegen an den so genannten »Sentieri del Gusto«, also den Schlemmerrouten, wie beispielsweise die Straße des San-Daniele-Schinkens im Friaul. Es gibt monothematische Wege und auch solche, die sich mehreren Spezialitäten der Gegend widmen. 

Genusswandern auf 150 Weinstraßen

Zum Essen reicht man in Italien einen guten Wein, und der Rebensaft spielt eine große Rolle in der Kulinarik des Landes: Rund 150 Weinstraßen, die Strade del Vino, an denen insgesamt 1.450 Gemeinden und 3.300 Weinkeller liegen, laden zum Genusswandern und zum Besuch beim Winzer ein. Ziel ist die Förderung des Weintourismus und des turismo slow, also eines langsamen, nachhaltigen Tourismus. Der Reisende nimmt sich Zeit, einen ganzheitlichen Eindruck der Destination zu erhalten, in dem er die Landschaft, Kultur und Tradition zusammen mit den Einheimischen kennenlernt.

Die Geschichte des Weins in Italien geht rund 2.500 Jahre zurück: Die ersten Reben sollen die Griechen mitgebracht haben, als sie Süditalien besiedelten. Aber auch die Etrusker bauten schon Wein an, und die Römer kultivierten ihn im ganzen Römischen Reich. Insgesamt besitzt Italien rund 350 verschiedene Rebsorten, 330 davon sind autochthon, werden also seit Jahrhunderten nur in begrenzten Gebieten angebaut, wie der Prosecco, der Montepulciano oder der Cannonau. 523 Weine tragen eines der Qualitäts-Gütesiegel DOCG, DOC oder IGT.

Weinanbau Menfii auf Sizilien

Zur Zeit der alten Griechen war der Name Italiens »Oenotria«. Schon damals war die Halbinsel  für ihre außergewöhnlich guten Weine bekannt. Foto: Paolo Barone

Ein besonderes Highlight für Einheimische und Gäste sind die vielen Weinfeste, die von Nord- bis Süditalien gefeiert werden. Eines der bekanntesten ist die »Festa dell’Uva e del Vino« (1.-3. Oktober 2021) in Bardolino am Gardasee, das seit mehr als 90 Jahren stattfindet und wo besonders der gleichnamige Wein ausgeschenkt wird.

Cucina Italiana in aller Welt

Allein diese Fülle an Angeboten zeigt den hohen Stellenwert der Kulinarik in Italien, die untrennbar mit der Identität und Kultur des Landes verbunden ist. Italiens Küche ist eine wichtige Botschafterin des »Made in Italy« in der Welt, worauf die jährliche Settimana della Cucina Italiana nel Mondo aufmerksam macht. In der weltweiten Woche der italienischen Küche, wie die Initiative auf Deutsch heißt, finden jedes Jahr im November (22. bis 28. November 2021) mehr als 1.000 Events in über 100 Ländern statt, die den Gästen durch Vorträge, Degustationen, Workshops und vielem mehr die echte Cucina Italiana näherbringen.

Balsamico fließt auf einen Löffel

Der Balsamico Essig von Modena ist ein einzigartiges und geschmackvolles Produkt, das in die ganze Welt exportiert wird.  Foto: Fabio Duma

 

Weitere Informationen gibt es unter www.italia.it/de/reisetipps/essen-und-trinken.html und www.enit.de.

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