Der erste »coole» Fernsehkoch, den wir in Deutschland im TV sehen konnten, verbesserte das Image der englischen Küche. Jetzt will Jamie Oliver auch eine Lanze für die USA brechen.

 

Was hatte Jamie Oliver heute zum Frühstück? Einen italienischen Espresso, amerikanische Pfannkuchen oder Baked Beans mit Speck, ganz nach britischer Art?
Ich hatte eine Tasse Kaffe und etwas Obst. Ziemlich gesund. Ein gutes englisches Frühstück ist etwas fürs Wochen­ende. Genauso wie Pfannkuchen. Die mache ich dann am liebsten mit meinen zwei älteren Töchtern, die mir gern in der Küche helfen.
Sie haben sich erfolgreich dafür eingesetzt, den Ruf der englischen Küche zu verbessern. Möchten Sie nun den Ruf der amerikanischen Küche mit Ihrem neuen Buch »Jamies Amerika« retten?
Ganz im Gegenteil. In diesem Buch möchte ich zeigen, was an der amerikanischen Küche gut ist. Leider assoziiert man in Europa sofort »Fast Food«. Aber es gibt viel mehr: Man muss nur wissen, wo. Beispielsweise die Einwandererkommunen, die unglaubliche Gerichte zubereiten, oder etwa die Navajo-Indianer, deren Küche hauptsächlich auf Lammfleisch basiert. Ich wollte einfach auf die gesamte amerikanische Küche aufmerksam machen.

In New York lässt sich exzellent in Queens und Brooklyn speisen

Das Buch ist nicht nur eine Sammlung von Rezepten, sondern gleich ein kulinarischer Reiseführer. Ist ein leckeres Essen ein erster Schritt, um ein fremdes Land zu verstehen?
Ich denke, dass man über das Essen durchaus ein Land besser kennenlernt. Mein Tipp: Ruhig einmal in die Nebenstraßen schauen, um etwas Originelles zu finden. Zum Beispiel in Manhattan, dort werden in den Restaurantführern oft nur die üblichen Lokale empfohlen. Aber nicht jeder weiß, dass man am anderen Ufer, in Queens oder Brook­lyn, ebenfalls wunderbar essen kann.
Die meisten Reisenden machen das typische Touris­tenprogramm: Strände, Shopping, Sightseeing – je nach Destination. Marschiert Jamie Oliver eigentlich  schnurstracks in fremde Küchen?
Ja, Jamie Oliver geht wirklich überall dort rein, wo es kulinarisch Neues zu entdecken gibt: in kleine Restaurants, Märkte, private Häuser.
Und wohin zuerst?
Direkt auf den Markt. Ich plaudere mit den Einheimischen.
Für »Jamies Amerika« waren Sie in der Gastroszene von New York und Los Angeles unterwegs, waren bei Floridas »Pig Fest« dabei und kochten mit Cowboys auf offenem Feuer. Das war bestimmt ein langer Trip! Haben Sie alle Hamburger gezählt, die Sie in dieser Zeit verzehrt haben?
So viele waren es gar nicht, aber ich habe sehr viel Fleisch gegessen.

“Innereien und Hirn” müssen nicht sein

Haben Sie zugenommen? Wir fragen, weil Sie den Kaloriengehalt der einzelnen Gerichte reduziert haben.
Nein, zugenommen habe ich nicht, dafür bewege ich mich zu viel. Aber ich bin froh, dass Ihnen das Detail an meinem Buch aufgefallen ist. Mir war wichtig, eine gesunde Balance zu finden, die den Geschmack nicht mindert.
Kennen Sie ein US-Gericht ohne Fleisch?
Ja, es gibt jede Menge vegetarischer Gerichte und viel Fisch. Mein Favorit sind gefüllte Tomatentortillas – lecker.
Nach der Lektüre all Ihrer Kochbücher bekommt man den Eindruck, dass Sie einfach alles mögen, oder?
Ich bin kein Fan von Extremitäten, Innereien und Hirn. Alles andere probiere ich gern.
 
Was ist Ihnen wichtiger: ein gutes Restaurant oder ein gutes Hotel?
Definitiv das Restaurant. Bei Hotels bin ich überhaupt nicht wählerisch. Ich mag weit abgelegene, familienbetriebene Häuser genauso wie vornehme Fünf-Sterne-Hotels.

Mit den Cowboys unter freiem Himmel übernachten

Und wo schliefen Sie während Ihres Trips?
Ganz unterschiedlich. Manchmal in Hotels oder Apartments, bei den Navajo-Indianern und mit den Cowboys unter freiem Sternenhimmel.
Welches Souvenir haben Sie von Ihrer letzten Reise mitgebracht?
Ich kaufe keine Mitbringsel. Lebensmittel darf man ja leider nicht mit ins Flugzeug nehmen. Neulich nahm man mir am Flughafen ein Glas Marmelade weg, das ich von Cornwall nach London importieren wollte.

Nach »Jamies Italien« und »Jamies Amerika« – wohin zieht es Sie diesmal für Ihr neues Kochbuch?
In England erscheinen bald ein neues Buch und eine neue Serie. Ich hoffe, dann auch in Deutschland. Dafür war ich wieder unterwegs. Unter anderem in Marrakesch, Venedig und Stockholm.

Jamie Oliver, vielen Dank für das Gespräch.

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