Düstere und dunkle Orte wirken auf viele Menschen faszinierend. Auch in Berlin gibt es solche Lost Places, die einen Besuch lohnen. Wir stellen Berlins düstere Orte vor.

Auf der Welt gibt es viele Orte, die Besuchern einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Oft handelt es sich um Orte, die früher einmal von Menschen genutzt wurden, heute aber verlassen sind. Geisterstädte in Nevada etwa oder auch russische Bergarbeiterdörfchen in Spitzbergen. Keine Frage, diese Orte sind schaurig, aber eben auch ziemlich faszinierend. Einige Instagrammer machen einen regelrechten Hype um diese Lost Places. Hashtags wie #abandonedplaces oder #lostplaces legen Zeugnis davon ab. Auch in Berlin gibt es solche Orte: den Teufelsberg, die unterirdischen Schutzräume im U-Bahnhof Gesundbrunnen, aber auch die Touristenshows im Berliner Dungeon. Wir stellen euch die düsteren Lost Places in Berlin einmal vor.

Teufelsberg — Impressionen aus der Zeit des Kalten Krieges

Auf der zweithöchsten Erhebung der Stadt, dem Teufelsberg im Berliner Stadtteil Grunewald, gibt es eine Radarstation aus der Zeit des Kalten Krieges. Das Areal ist insgesamt 48.000 Quadratmeter groß und kann besichtigt werden.

Wer eine kleine Zeitreise machen und sich gleichzeitig die höchste Street-Art-Galerie der Stadt anschauen möchte, ist hier genau richtig. Denn neben einer Dokumentation der Geschichte des Teufelsberges und fotografischen Impressionen gibt es auf dem Gelände viel zu entdecken.

Zwar darf momentan die Aussichtsplattform mit den Radomen und der Kuppel nicht besichtigt werden, trotzdem sind die Führungen sehr zu empfehlen. Bei der historischen Führung Freitag um 14 Uhr, Samstag um 13 Uhr und Sonntag um 13 Uhr sowie um 15 Uhr begleiten Experten und Zeitzeugen die Teilnehmer 90 Minuten lang und erzählen ihnen viel Wissenswertes zur Geschichte des Teufelsberges. Von Mittwoch bis Sonntag haben Besucher von 12 Uhr bis 20 Uhr auch die Gelegenheit, die sicheren Bereiche der Radarstation alleine zu besichtigen.

Wer gegen Abend im Dunkeln über das Gelände läuft, nimmt diese Zeitreise nochmal ganz anders wahr. Auch einige der verlassenen Räume sind nur spärlich beleuchtet und bieten außergewöhnliche Foto-Motive. Mystisch wird es bei den historischen Fackelwanderungen, die aber leider momentan nicht angeboten werden. Die Tickets für die historische Führung kosten 15 Euro. Wer Fotos machen möchte, muss sich zusätzlich noch ein Foto-Ticket für 15 Euro kaufen. Aktuelle Informationen zu den Führungen gibt es hier.

Adresse: Teufelsseechaussee 10, 14193 Berlin. Die S-Bahn Stationen Heerstraße und Grunewald sind in rund 30 Minuten zu Fuß erreichbar. 

Lost Places in Berlin: die Unterwelten

Seit 1997 erforscht und dokumentiert der Berliner Unterwelten e.V. die geschichtlichen Zusammenhänge des Berliner Untergrundes. Der Verein bietet Führungen und Seminare an. So werden in einer Führung die unterirdischen Schutzräume im U-Bahnhof Gesundbrunnen gezeigt. Sie entstanden während des Zweiten Weltkriegs auf mehreren Etagen zu Luftschutzzwecken. Die Luftschutzanlage blieb nach dem Krieg erhalten, da eine Sprengung durch die Alliierten den U-Bahntunnel mit zerstört hätte und wurde 1998 vom Verein Berliner Unterwelten wiederentdeckt.

 

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Bei der neunzigminütigen Tour werden die Besucher über den Bombenkrieg und Luftschutz in Berlin sowie über die Thematik Kriegsbauwerk und Denkmalschutz aufgeklärt. Das Ticket kostet 13 Euro zuzüglich Vorverkaufsgebühr und ist ausschließlich online erhältlich. Leider sind Film- und Fotoaufnahmen während der Führungen nicht gestattet.

Adresse: S-Bahn-Station Gesundbrunnen 

Spreewald: Reise zurück in den einzigen DDR-Freizeitpark

Freizeit- und Vergnügungsparks wie das Phantasialand in Brühl bei Köln oder der Movie Park Germany bei Bottrop-Kirchhellen locken seit jeher Millionen von Besuchern an. Auch in der DDR gab es einen solchen Park: den Kulturpark Plänterwald im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Er wurde 1969 eröffnet und war der einzige Freizeitpark in der DDR. Nach der Wende war der Park weiter geöffnet, litt aber zunehmend unter zu wenigen Besuchern. Vor 19 Jahren, 2001, gingen dann endgültig die Lichter aus. Anschließend war der Park für immer geschlossen. Verfall, Vandalismus und die Zurückeroberung der Flächen durch die Natur haben einen ganz besonderen düsteren Ort geschaffen.

Seit August 2009 aber können Lost-Places-Liebhaber den verlassenen Spreepark an jedem Wochenende besichtigen. Dazu werden zweistündige Führungen durch den Park angeboten. Jeden Samstag, Sonntag und Feiertag gibt es sechs Führungen. Ab April 2021 wird es wieder Führungen geben, und auch der Informations-Pavillon soll dann wieder öffnen.

Adresse: Kiehnwerder Allee 1 – 3, von der S-Bahn-Station Plänterwald lauft ihr rund 20 Minuten zu Fuß

Flucht durch den Tunnel im Berlin Dungeon

In Berlins dunkle Vergangenheit taucht ihr im Berlin Dungeon ein. Es gibt elf Liveshows mit professionellen Schauspielern. So lernt man die Hauptstadt und deren Geschichte mal auf eine etwas andere Weise kennen. Bei der Show »Flucht durch die geheimen Tunnel« erlebt ihr, wie der Ritter Erich Valke im Verlies der Gerichtslaube im Nikolaiviertel seine Geschichte über den großen Brand von Berlin im 14. Jahrhundert erzählt.

 

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Währenddessen eilen Gerichtsdiener herbei, um den Ritter zu seiner Verurteilung zu bringen. Wenn sie die Besucher dort finden, könnten diese als Mitwisser gesehen werden. Daher müssen sie auf einem Floß durch die geheimen Tunnel Berlins im 14. Jahrhundert fliehen. Das Abenteuer in den düsteren Tunneln kann beginnen. Das Online-Ticket ist als Flexi-Ticket 2021 ab 19,15 Euro zu haben. Als Besucher dürft ihr im Dungeon selbst keine Bilder machen. Das Fotografen-Team macht aber gern Fotos von euch in gruseligen Kulissen. Diese könnt ihr am Ende kaufen.

Adresse: Spandauer Str. 2, 10178 Berlin, von der S-Bahn-Station Hackescher Markt benötigt ihr nur rund zwei bis drei Minuten zu Fuß