Die touristische Entwicklung geht im Departement Gard mit dem Schutz empfindlicher Naturgebiete einher. Über den Steilfelsen zieht der Bonelli-Adler seine Kreise, in Felsgrotten übernachten Fledermäuse.

Einzigartige Landstriche

Seit jeher ist die Camargue mit dem Rhône-Delta ein Gebiet wo sich Land und Meer in einem immerwährenden Wechsel befinden. Deshalb konnte hier eine ganz besondere Fauna und Flora entstehen, die heute in vier Gebieten mit einer Gesamtfläche von 8.000 ha geschützt werden.

In den Salzsteppen, wo die berühmten weißen Pferde und schwarzen Stiere zum Wahrzeichen der Camargue wurden, erstreckt sich ein in Europa einzigartiger Landstrich mit Sumpfgebieten, Röhricht, Reisanbau, Dünen und Salzlagunen.

Das Biosphären-Reservat der Camargue fördert zudem jedes Jahr auch kleinere, herausragende Projekte, die eine wirtschaftliche, soziale Entwicklung mit dem Naturschutz vereinen. Die Vielfalt der Camargue kann jeder Besucher auf seine Weise kennen lernen. Ob hoch zu Ross, mit dem Hausboot, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, diese Landstriche sind immer ein Erlebnis.

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Das Salz des Lebens

Seit der Antike wird in der Camargue Salz geerntet. Bei der mittelalterlichen Festungsstadt Aigues-Mortes erstrecken sich heute 11.000 ha Salzgärten, die ein wertvolles Biotop bilden. Im flachen Salzwasser gedeihen rötliche Algen, die Nahrung für kleine Krustentiere sind, und diese wiederum von den rund 10.000 hier lebenden Flamingos verspeist werden, daher deren rosa Federkleid.

Dank der Verdunstung durch die Sonne können im September und Oktober täglich 15.000 t Salz geerntet werden. Die Arbeit der Salzgärtner, aber auch die vielseitige Tier- und Pflanzenwelt kann mit einem kleinen touristischen Zug, mit einem Elektroauto oder dem Geländerad entdeckt werden.

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Schilfrohr für Reetdächer

In früheren Zeiten diente das frische grüne und danach getrocknete Schilfrohr als Heu-Ersatz für die genügsamen Esel und Maultiere. Der im Herbst und Winter geerntete und von seinen Blättern befreite Röhricht deckt noch immer die typischen Hütten der »Gardians«, die Cowboys der Camargue.

Ein Teil der Ernte des hochwertigen Schilfrohres aus der Camargue wird in nordeuropäische Länder exportiert, in denen Reetdächer teilweise noch recht verbreitet sind. Und Gemüsebauern im Rhône-Tal schätzen das Rohrgewächs, um damit ihre Beete vor dem kalten Mistral zu schützen. Früher wurde Schilfrohr mit der Hand geerntet, heute übernehmen Maschinen diese mühsame Arbeit, die für Erhalt dieser besonderen Camargue-Gebiete unentbehrlich ist.

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Leben wie ein Gardian

Stiere und Pferde sind aus dem Bild der Camargue nicht wegzudenken. Zahlreiche Züchter bieten auf ihren Höfen, genannt »Manades«, einen Einblick in das Leben der Hirten und die Tierzucht. Je nach Programm sind Gäste dabei, wenn die jungen Stiere ausgesucht werden und das Brandzeichen erhalten, sie helfen beim Füttern oder genießen die Spezialitäten der Camargue beim Klang der Flamenco-Gitarren. Teilweise verfügen die Gehöfte über Gästezimmer, Ferienwohnungen oder sogar über einen Swimmingpool.

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Umweltfreundlich zu den Dünen

Die rund zehn km lange, geschützte Dünenlandschaft von Espiguette wurde als »Grand Site de la Camargue gardoise« ausgezeichnet. Sie gehört zu den ältesten Dünenformationen der französischen Mittelmeerküste. In diesen sich ständig veränderten Sandgebieten sind viele typische Pionierpflanzen heimisch. Hier erstreckt sich außerdem die nördliche Wachstumsgrenze der Nusskiefer.

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