Die Stadt Toruń (Thorn) widmet ihrem berühmtesten Gebäck ein neues Museum. Das Thorner Pfefferkuchen-Museum (Muzeum Toruńskiego Piernika) entsteht in der ehemaligen Fabrik des Königlichen Hoflieferanten Gustav Weese, eines der bekanntesten Lebkuchenbäckers von Thorn. Die Eröffnung ist im Juni 2015 geplant. Bereits jetzt gibt es eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Thorner Pfefferkuchens im Keller des Kopernikus-Hauses.

Thorner Pfefferkuchen wurden erstmals 1380 erwähnt, vermutlich wurde das Gebäck aber schon im 13. Jahrhundert hergestellt. Seit 1577 hatten die Thorner Pfefferküchler das Privileg, ihre Waren auf den königlichen Jahrmärkten zu verkaufen. Neben orientalischen Gewürzen wie Zimt, Kardamom und Nelken war heimischer Honig aus den umliegenden Feldern an der Weichsel eine wichtige Zutat.

Der Komponist Fryderyk Chopin hatte als 15-jähriger die Stadt besucht und war so begeistert, dass er sofort einen Brief mit Kostproben des Pfefferkuchens an einen Freund in Warschau verschickte. Bis heute ist man in Toruń ähnlich stolz auf diese Tradition wie auf den berühmtesten Sohn der Stadt, den Astronomen Nikolaus Kopernikus. In dessen Geburtshaus gibt es schon seit Jahren eine Ausstellung zur Geschichte des Thorner Pfefferkuchens, allerdings war der Platz für die zahlreichen Exponate des Regionalmuseums zu klein.

Eröffnung des Pfefferkuchen-Museums im Juni 2015

Nun wird dem berühmten Gebäck ein eigenes Haus gewidmet, dessen Ausstellungsfläche fast zehnmal so groß ist. Ein altes Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert in der neustädtischen ul. Strumykowa wurde dafür in den vergangenen Jahren komplett renoviert und für Ausstellungszwecke umgebaut. In dem Gebäude befand sich einst die Fabrik von Gustav Weese, einem der größten und bekanntesten Hersteller von Pfefferkuchen in der Stadt. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1751 zurück. Weese, der neben Pfefferkuchen auch Schokolade produzierte, beschäftigte Anfang des 20. Jahrhunderts rund 500 Mitarbeiter, musste aber 1939 aus wirtschaftlichen Gründen sein Unternehmen verkaufen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb vom damals staatlichen Unternehmen Kopernik fortgeführt. Das Unternehmen, das inzwischen privatisiert wurde, stellt bis heute Pfefferkuchen in Toruń her.

Ab kommendem Juni soll in der ehemaligen Fabrik die jahrhundertealte Geschichte des Thorner Pfefferkuchens auf drei Etagen präsentiert werden. Das neue Museum hat dort die Möglichkeit, seine wertvolle Sammlung an holzgeschnitzten Pfefferkuchenformen aus verschiedenen Jahrhunderten zu präsentieren. Diese stellen Königspaare, Damen und Herren in schicken Trachten, Kutschen oder Stadtwappen dar. Gezeigt werden auch verschiedene Öfen, darunter ein Fabrikofen der Firma Kopernik aus den 1960er Jahren. Historische Dokumente und eine multimediale Präsentation geben einen Einblick in die Geschichte der Lebkuchenproduktion. Informiert wird auch über die Zutaten, die für den Lebkuchenteig erforderlich sind und die Wege, die die exotischen Gewürze im Mittelalter nach Thorn nahmen.

Selbst im Museum Hand anlegen

Besucher werden in dem Museum auch die Möglichkeit erhalten, sich selbst als Lebkuchenbäcker zu betätigen. In einem Museumsshop können sie das berühmte Gebäck gleich erwerben. Geplant sind auch Pfefferkuchenfestmahle am Abend. Mit dem neuen Museum erhält Toruń, dessen gotische Altstadt als Weltkulturerbe der UNESCO geschützt ist, eine weitere Attraktion.

Informationen über Toruń gibt es hier, zum Pfefferkuchen-Museum hier.

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