Chicago – eine Stadt für jedermann. Stararchitekten wie Mies van der Rohe und Daniel Burnham haben der Mega-City ihren architektonischen Stempel aufgedrückt – doch die imposanten Gebäude sind natürlich nicht der einzige Grund, die Metropole am Lake Michigan zu besuchen. In unserem Chicago-Guide liefern wir eine Menge mehr guter Gründe für einen Besuch der Stadt. Text: Frank Störbrauck

Einreise. Ein gültiger Reisepass ist unabdingar. Der Pass muss mindestens bis zum Tag der Ausreise gültig sein. Deutsche Staatsangehörige, die sich maximal drei Monate in den USA aufhalten werden, können am Visa Waiver Program teilnehmen. Dazu muss spätestens 72 Stunden vor dem Abflug online eine Genehmigung über Esta beantragt werden. Diese kostet 14 US-Dollar. In der Regel erhält man die Genehmigung wenige Minuten später per E-Mail. Anschießend steht einer Reise nach Chicago nichts mehr im Wege.

Anreise. Reisende aus Deutschland können mit British Airways von Berlin-Tegel, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart ab 468 Euro (Hin- und Rückweg) in der Economy-Klasse nach Chicago fliegen. In der Business-Klasse sind Flüge ab 3.964 Euro verfügbar. In der Schweiz fliegen Urlauber aus Zürich, Basel und Genf ab. Im günstigsten Fall für 815 CHF (Hin- und Rückweg) in der Economy-Kabine. In der Business-Klasse sind die günstigsten Flüge ab 5603 CHF (Hin- und Rückweg) verfügbar. Flüge aus Österreich sind aus Wien, Salzburg und Innsbruck möglich. Hier kostet die Economy-Klasse im besten Fall 444 Euro (Hin- und Rückweg). In der Business-Klasse sind Flüge ab 3.346€ (Hin- und Rückweg) möglich. Grundsätzlich werden alle transatlantischen Flüge über London-Heathrow abgewickelt. British Airways fliegt zwischen London-Heathrow und Chicago O’Hare sechs Mal täglich in Partnerschaft mit American Airlines.

Unterkunft. Peninsula Chicago, 108 E Superior St, Chicago, IL 60611, Tel. +1 312-337-2888, 5-Sterne-Hotel in Downtown, gleich neben der Einkaufs- und Flaniermeile Magnificent Mile. Beliebt bei Geschäfts- und Privatreisenden. Großes Fitness-Studio und Pool, ab rund 400 Euro pro Nacht pro Zimmer.

ACME Hotel, 5 E Ohio St, Chicago, IL 60611, Tel. +1 312-894-0800, 3-Sterne-Hotel im River-North-Viertel in Downtown mit ordentlich alternativem Touch. Geeignet vor allem für junge Leute und jung gebliebene. Personal ist freundlich und lässig. Zimmer sind überraschend groß, allerdings auch recht düster. Cool: Es gibt eine mobile W-Lan-Box gratis während des Aufenthalts. Ab rund 200 Euro pro Nacht pro Zimmer.

Brent Hinton (right), Stuff at ACME Hotel Chicago

Frank Störbrauck

Tipps für gutes Essen in Chicago

Restaurants. GT Fish & Oyster, 531 N Wells St, Chicago, IL 60654. Helles, mit riesigen Glasfenstern ausgestattetes und skandinavisch-kühl eingerichtetes Restaurant in Downtown. Wie der Restaurantname schon andeutet, gibt es ausschließlich Fischgerichte. Wer ohne Abendreservierung aufmarschiert, sollte bis spätestens 19 Uhr erscheinen. Ziemlich populär. Geöffnet von 11:30 bis 14:30 Uhr und von 17:00 bis 22:00 Uhr.

Food at GT Fish & Oyster Restaurant Chicago

Frank Störbrauck

CityWinery, 1200 W Randolph St, Chicago, IL 60607. Um es gleich vorweg zu nehmen: Der schludrige Service und der langweilige Salat zum Mittag haben uns nicht gefallen. Weshalb wir es aber doch an dieser Stelle auflisten: Das Restaurant liegt direkt am Chicago Riverwalk und lädt im Sommer dazu ein, das Geschehen auf der großen Außenterrasse zu beobachten. Man kann ja auch nur einen Milchkaffee trinken …

Jack’s on Halsted, 3201 N Halsted St, Chicago, IL 60657. Restaurant mit schmackhafter Küche und bezahlbaren Gerichten, mitten im Schwulenviertel North Halsted Street. Aufgetischt wird hier eine amerikanische Küche, es trieft nur so von Hamburgern, Hähnchen, Fritten und ein paar Alibi-Fischgerichten. Lecker ist es aber allemal, und auch der entgegenkommende, geradezu familiäre Service ist toll.

Obsessed Kitchen and Bar, 800 S Oak Park Ave, Oak Park, Illinois 60304. Und wieder ein Geheimtipp: Dieses kleine, aber phantastische Restaurant bietet eine exquisite Küche. Inhaber Dan Vogel und Gattin Trish servieren eine europäische Küche mit Schwerpunkt Belgien und Italien. Großartige Auswahl an Weinen, Bier und Cocktails. Gemütliche Atmosphäre. Einziges Manko: Von Downtown aus ist man rund 30 Minuten mit der Bahn unterwegs.

Daniel Vogel, Obsessed Kitchen and Bar Oak Park Chicago

Frank Störbrauck

Wie viel Trinkgeld man geben sollte

Trinkgeld. Außer in den Fast-Food-Ketten, Kaufhäusern und Supermärkten muss man überall Trinkgeld geben. Angemessen sind 15 bis 20 Prozent im Restaurant. Hotelangestellte, die einem den Koffer tragen, erwarten zwei Dollar. Wer weniger gibt, gilt als knauserig.

Unternehmungen.

Willis Tower. Über eine Million Besucher schwirren jährlich zum Willis Tower, um hoch oben im 103. Stock die fantastische Aussicht über Chicago und die umliegende Region zu genießen. An klaren Tagen reicht der Blick 80 Kilometer weit; dann kann man sogar bis Indiana, Wisconsin und Michigan blicken. Toll sind die »Glasbalkone«, die einem das Gefühl vermitteln, über der Stadt zu schweben – aber nur für Schwindelfreie geeignet. Tipp: Da es ab 9 Uhr auf der Aussichtsplattform unangenehm voll werden kann, sollte man ein Frühstück auf der 103. Etage buchen. Das wird morgens ab 7 Uhr angeboten, ist allerdings nicht billig – unter 100 US-Dollar geht nichts. Tickets gibt’s hier.

View from the Willis Tower, Chicago

Frank Störbrauck

Ein Muss: The Bean und eine Architektur-Bootsfahrt

Millennium Park. Wer in Chicago verweilt, muss hier unbedingt vorbeischauen. Grund ist die wohl berühmteste Skulptur der Stadt: die Cloud Gate, von vielen einfach nur »the bean« genannt. Also, nichts wie hin und ein Foto geschossen. Wer sich in dem Park länger aufhalten möchte, kann sich die hübsch angelegten Gärten, das Freilichttheater und Music & Dance Theater noch anschauen. Tipp: Anfang September findet rund um den Millennium Park das Chicago Jazz Festival statt – es hat eine lange Tradition und überzeugt mit einem Musik-Mix aus Bebop, Funk und vielem mehr die Zuhörer.

Chicago Architecture Foundation River Cruise. Wer keine Muße hat, auf eigene Faust loszulatschen und sich die architektonischen Wunderwerke in Eigenregie reinzuziehen, sollte sich eine chillige Bootsfahrt gönnen. Während der Fahrt auf der Chicago’s First Lady auf dem Chicago River lassen sich die Gebäude vieler Stararchitekten bewundern, die die Stadt geprägt haben. Während der rund 90-minütigen Schiffstour bekommt man von einem sachkundigen Experten einen Einblick in die Architektur Chicagos. An Bord gibt es auf dem Unterdeck eine Bar, wo man sich Getränke und Snacks kaufen kann. Adresse: 112 E. Wacker Drive

Chicago Architecture Foundation River Cruise

Frank Störbrauck

American Writers Museum. Das 2017 eröffnete Museum gibt einen Überblick über berühmte aber auch weniger US-amerikanischen Schriftsteller – und ihren Einfluss in der Vergangenheit und der Gegenwart. Original Schriftstücke und Erläuterungen über das Privatleben der Schriftsteller runden das Angebot ab. Adresse: 180 N. Michigan Avenue

American's Writer Museum Chicago

Frank Störbrauck

Boystown, Heimat der LGBT-Gemeinde in Chicago

Boystown. Der charmante Stadtteil, rund 20 Minuten mit dem Auto von der Innenstadt entfernt, ist ein lohnenswertes Ziel für alle, die dem Trubel der City entkommen möchte. Nicht nur das: In Boystown ist die schwul-lesbische Szene der Stadt zu Hause. Regenbogenfarben überall. Es gibt tolle Boutiquen, Cafés und Restaurants zu entdecken. Wer mehr über die Gay-Szene erfahren möchte, kann an einer geführten Tour teilnehmen. »Take a legacy tour«, heißt sie und dauert rund ein bis zwei Stunden.

Regenbogen-Sticker

Frank Störbrauck

Lincoln Park Zoo. Besonders wer mit Kindern unterwegs ist, sollte einen Besuch des Zoos in Erwägung ziehen. Das Beste: Der Eintritt ist kostenlos. Ob das der Grund ist, weshalb der Zoo der meistbesuchte in den USA ist? Vermutlich. Aber auch das Angebot ist riesig: Es gibt Elefanten und Gorillas zu bestaunen, auch Bären, Raubkatzen und Nashörner sind dabei. Adresse: 2200 N. Cannon Drive

Tagesausflüge. Rund um Chicago gibt es eine Menge historischer Städtchen zu erkunden. Allen voran Galena. Die rund 260 Kilometer nordwestliche gelegene Kleinstadt ist ein historisches Kleinod. Über 125 charmante Shops, die von lokalem Food über Handwerk und Kunstgemälden bis hin zum Krimskrams so ziemlich all das bieten, was man in den riesigen Malls vergeblich sucht. Weitere Ideen, um den Tag zu vertreiben: eine Ballonfahrt, der Besuch eines Weinguts oder Action im Kletterwald. Abgerundet wird der Besuch durch eine grüne, idyllische Landschaft, die Galena umgibt. Wem es hier gefällt, sollte sich in eine der zahlreichen B&B-Unterkünfte einnisten. Tipp: das Jail Hill Inn. In dem 135 Jahre alten Backsteingebäude befand sich lange Zeit das Gefängnis von Galena. 2015 wurde das Haus umgestaltet. Gästen stehen nun sechs Luxus-Suiten zur Verfügung. Morgens wird ein 3-Gänge-Gourmetfrühstück serviert, das auf Wunsch auch aufs Zimmer gebracht wird.

Post Office in Galena, Illinois

Frank Störbrauck

Tagesausflug nach Springfield oder Chester

Auch das zweite touristische Highlight in Illinois trieft nur so von Geschichte: Springfield. Ex-US-Präsident Abraham Lincoln stammt von hier und drückte der Stadt seinen Stempel auf. Im Presidential Museum kann man sich die volle Dröhnung über Lincoln reinziehen: sein Leben als Anwalt, sein Aufstieg bis ins Weiße Haus, seine Politik. Auch das Haus von Familie Lincoln kann besucht werden.

Chester. Der Popeye & Friends Character Trail im 500 Kilometer entfernten Chester nahe der Grenze zu Missiouri wird seit 2006 jedes Jahr um eine Attraktion reicher, nämlich einer weiteren Statue aus der weltbekannten Cartoon-Reihe Popeye, die sich um einen Spinat vertilgenden Matrosen dreht. Chester ist die Heimatstadt des Popeye-Schöpfers Elzie Crisler Segar, was sich mittlerweile stark im Stadtbild widerspiegelt. So wurde 1977 eine große Statue des Matrosen im Segar Park errichtet und jedes Jahr am Wochenende nach Labor Day findet seit knapp 40 Jahren das Popeye Picnic statt, an dem der Öffentlichkeit jeweils ein neues Kunstwerk präsentiert wird. 2006 wurde die Figur des Wimpy im Gazebo Park errichtet, 2007 folgte Olive, 2008 Bluto, etc. Insgesamt 12 aus Spendengeldern finanzierte Statuen schmücken den Popeye & Friends Character Trail bereits, bis 2020 sollen noch vier weitere folgen – dann wäre die Besatzung komplett.

Shoppen im Water Tower Place

Mitbringsel. Klar, man kann in einen der zahlreichen Souvenirshops springen und eine Tasse oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck »Chicago, IL« für die Daheimgebliebenen besorgen. Wer es individueller mag, schaut in eine der großen Malls oder – noch viel besser – in einer der kleinen Shops in Galena vorbei. In Chicago Downtown bietet sich ein Besuch im Water Tower Place an, dort sind u.a. Brands wie Hollister, Abercrombie & Fitch, Adidas, Lacoste und Macy’s vertreten.

Wer mehr Zeit hat, fährt Richtung Flughafen. Dort ist Fashion Outlets Chicago zu Hause. Die Mega-Shopping-Mall bietet über 130 Shops. Tipp: sich den Fashion Outlets of Chicago’s Savings Pass vorab besorgen und unzählige Rabatte und Vergünstigungen einheimsen.

Finger weg vom Mietwagen in Chicago Downtown

Bloß nicht …

… das Wetter und seine Kapriolen unterschätzen. Die Sommer können extrem heiß, die Winter extrem kalt werden. Auch ist es nicht selten, dass die Temperatur im Sommer von einen Tag auf den anderen um 20 Grad sinkt.

… glauben, in den Shopping-Malls gäbe es die billigsten Klamotten. Wer keine Probleme damit hat, Ramschläden nach günstigen Markenklamotten durchzustöbern, sollte bei Marshalls, TK Maxx, Ross und Bloomingdale’s vorbeischauen. Die sind – im Gegensatz zu den Outlet-Malls – sogar in Chicago-Downtown vertreten. Oft sogar mit mehreren Filialen.

TK Maxx Shop Chicago downtown

Frank Störbrauck

… sich in Downtown mit dem Mietwagen fortbewegen. Das ist einfach nur nervig, teuer und überflüssig. Der öffentliche Nahverkehr durch Bus und Bahn dagegen ist prima in Chicago. Wer auf zwei Rädern unterwegs sein will, kann sich auch ein Fahrrad mieten.

… leichtsinnig teuren Kram in der Öffentlichkeit präsentieren. Das prall gefüllte Portemonnaie, die Rolex-Uhr und der Klunker sollten im Hotelsafe bleiben.

… für jedes einzelne Sightseeing-Highlight extra ein Ticket kaufen. Besser: sich den City Pass besorgen. Der beinhaltet den freien Eintritt zu zahlreichen Attraktionen in der Stadt.

Infos. Informationen über Illinois und Chicago gibt es bei Wiechmann Tourism Service GmbH, Scheidswaldstr. 73, 60385 Frankfurt, Tel. 069 25538-0.

Wir und unsere Partner verwenden Cookies, um unsere Dienste zu erbringen und Ihnen Werbung entsprechend Ihrer Interessen anzuzeigen. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie in unseren Cookie-Richtlinien. Durch die Nutzung unserer Internetseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen