„"Die zentralchinesische Provinz Henan gilt zu Recht als kleine kulturelle Schatzkammer des Landes. Insgesamt 20 Dynastien hatten nicht zuletzt wegen der verkehrsgünstigen Lage ihre Hauptstädte in der Provinz.

Dabei blicken sie auf eine reiche Geschichte bis ins 21. Jahrhundert vor Christus zurück. Anyang, Luoyang und Kaifeng sind die wohl berühmtesten unter den alten Kaiserstädten. Durch das stete Auf und Ab der Dynastien können Besucher aus über 28.000 verschiedenen archäologischen Stätten wählen und rund 1,6 Millionen Kulturgegenstände in den Museen bewundern. Highlights sind aber die Sangshan-Berge südlich der Hauptstadt Zhengzhou, der Shaolin Tempel in Dengfeng und die Longmen-Grotten in Luoyang. Und natürlich die chinesische Küche. Text: Andreas Dauerer

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Allgemeines

Anreise: Air China fliegt täglich von Frankfurt aus nach Peking. Von dort aus bedient die Airline auch die Flughäfen der Provinzhauptstadt Zhengzhou, Nanyang und Luoyang. Eine weitere Alternative ist der Schnellzug von Peking nach Zhengzhou.

Unterkunft: Auch wenn Henan touristisch gesehen noch Entwicklungspotential hat, in den Städten gibt es immer ausreichend Auswahl an Hotels jeglicher Kategorien.

In Sanmenxia schläft man sehr ruhig im feinen Swan Lake International Hotel. Es liegt direkt am Fluss und einem kleinen See, die Zimmer sind geräumig und entsprechend neu. Das Frühstück ist in Ordnung, Abends sollte man auswärts die lokale Küche probieren.

Das Meizhenyi Chanwu Business Hotel ist ein nettes Hotel im Zentrum der Shaolin-Stadt Dengfeng. Blickt man morgens aus dem Fenster sieht man den Lauftrupp der jungen Schüler, die im Nachbargebäude ihr Internat haben. Das Hotel ist charmant, vielleicht liegt es auch an dem sozialistischen Hauch der das Gebäude umweht.

In der Hauptstadt Zhengzhou ist das Le Meridien Zhengzhou im Osten der Stadt unweit des Qili Flusses eine gute Option. In modernen Zimmern und, äußerst wichtig nach intensiven Stunden im urbanen Dschungel, Spa, Pool oder Gym kann man hier recht komfortabel neue Kräfte tanken.

Vor der Anreise

Visum: Für die Einreise in die Volksrepublik China wird ein Visum benötigt, das vor der Reise beantragt werden muss. Dazu muss der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein und zwei freie Seiten für das Visum haben. Das Visum kann bei der zuständigen Auslandsvertretung oder einem der Visa Application Service Center beantragt werden. Derzeit kostet das Visum mit einmaliger Einreise 65,70 Euro. Weitere Infos unter www.visaforchina.org

Sprache: Mit Englisch kommt man in den touristischen Zentren gut durch, jedoch sind ein paar Brocken Standard-Chinesisch von Vorteil, besonders wenn man etwas abseits des Touristenpfades unterwegs sein möchte.

Klima: In Henan herrscht ein kontinentales Klima vor. Die Winter sind kalt und trocken, die Sommer hingegen feucht-heiß. Am kältesten wird es im Januar, da kann das Thermometer auch auf -5°C fallen, im Juli und August werden jedoch auch Werte jenseits der 30°C gemessen. Da Henan in der Mitte Chinas liegt, treffen hier häufig kalte und warme Luftströme aufeinander, weshalb man auch von einem Monsun-Klima sprechen kann. Im Frühling fegen Sandstürme über die Provinz, im Sommer und Herbst kommt dann vermehrt der Regen.

Reisezeit: Die beste Reisezeit ist im Frühling und Herbst. Hier sind die Temperaturen gemäßigt und es ist nicht zu feucht. Im April und Mai blühen überall in den Bergen die Blumen, Luoyang lohnt wegen der zusätzlichen Pfingstrosenkulisse ganz besonders den Besuch. Der Herbst ist etwas kühler, aber immer noch immer sonnig und überaus angenehm, um sowohl in der Stadt oder auf dem Land unterwegs zu sein. Regenkleidung sollte aber im Reisegepäck in keinem Falle fehlen.

Unterwegs

Fortbewegung: Einmal in Henan angekommen, kommt man gut mit der Eisanbahn von A nach B. Zhengzhou ist der Verkehrsknotenpunkt der Provinz schlechthin und bedient eigentlich alle großen Städte, inklusive Peking. Gerade der Ostbahnhof gilt als weltweit erster und größter Knotenpunkt für Hochgeschwindigkeitszüge. Aber auch auf dem mittlerweile sehr gut erschlossenen und stetig wachsenden Autobahn- und Landstraßennetz kann man die Provinz bereisen. Wer offiziell geführte Bustour unternehmen mag, kann auch einen Wagen mieten. Weil Ausländer in der Regel keinen Wagen steuern dürfen bzw. bekommen, ist im Mietpreis auch ein Fahrer inbegriffen.

Geld: Die Landeswährung heißt Renminbi (RMB), ihre Einheit ist der Yuan, der wiederum in 10 Jiao und 100 Fen unterteilt ist. Touristen können entweder Euro in bar tauschen oder per Kreditkarte am Automaten ziehen. Aktuell bekommt man 100 CN¥ für knapp 13 Euro (Stand Oktober 2014).

Persönliche Tipps

Sehenswürdigkeiten: Die Provinzhauptstadt Zhengzhou blickt auf eine über 3000 Jahre alte Geschichte zurück. Hier treffen die Routen der Bahnstrecken Peking-Guangzhou und Lanzhou-Lianyungang aufeinander und machen die Stadt zu eine der wichtigsten Verkehrsknotenpunkten des Landes. Besuchern ist das Henan Museum, ein Geschichts- und Kunstmuseum ans Herz gelegt, das einen guten Einblick in die bewegte Historie der Provinz gibt.

Dengfeng, gerade einmal eine Autostunde von Zhenghzou entfernt, liegt am Fuße des heiligen Songshan Berges und ist vor allem für den Tempel der Shaolin berühmt (täglich von 8 – 17 Uhr, 100 CA¥). In der kleinen Stadt kann man auch die eine der Shaolin Internate besuchen. Insgesamt lernen über 70.000 Schüler hier die Kunst des Kung Fu.

Die Wasserfälle im Yuntai-Gebirge sind die höchsten des Landes und schlichtweg sehenswert.

Persönlicher Tipp: Wer ein bisschen Elektronik erstehen möchte, der wird in den unzähligen Märkten in Zhengzhou fündig. Das ist deshalb auch sehr interessant, weil man dann doch merkt, dass Englisch nicht überall gesprochen wird und man sich mit Händen und Füßen durchfragen und –kämpfen muss. Lachen jedenfalls ist garantiert. Und natürlich sollte man sich Abends einmal ins Taxi setzen und durch die überaus kreativ illuminierten Städte fahren. Unvergesslich.

Andreas Dauerer

Gut zu wissen

Trinkgeld: In den touristischen Zentren ist Trinkgeld üblich geworden. Je nach Zufriedenheit kann man zwischen einem und zwei Dollar rechnen. Auch die Reiseführer erwarten einen kleinen Obolus und im Taxi wird leicht aufgerundet. Im Restaurant hingegen braucht man keins zu geben.

Souvenirs: Einen Fächer haben fast alle Chinesinnen an der Hand. Sie sind günstig, bunt und erfüllen ihren Zweck. Auch Teppichwaren können auf den Märkten günstiger erstanden werden. Das Konterfei von Mao ist eigentlich an jedem kleinen Kiosk zu haben und für manchen ein witziges Mitbringsel.

Besser nicht: Es gibt viele Dinge, die im chinesischen Kulturkreis etwas anders gesehen werden als bei uns. Gegen Schmatzen oder Naserümpfen bei Tisch hat niemand etwas einzuwenden, wenn man jedoch das landestypische Bier nicht gutheißt, wird es als Unhöflichkeit betrachtet. Hier sollte man Vorsicht walten lassen.

An Feiertagen sollte man das Reisen tunlichst vermeiden. An solchen Tagen scheint ganz China unterwegs zu sein und sämtliche Verkehrsmittel sind heillos überfüllt.

Reiseveranstalter

Anbieter: Rundreisen durch die Provinz Henan organisiert etwa Chinatours. Informationen am besten unter 040 8197380 oder im Internet: www.chinatours.de/henan.

Maßgeschneiderte Chinareisen bietet auch China Rundreisen, Telefon: 0800 8224462 und im Internet unter www.chinarundreisen.com.

Informationsquellen

Reiseführer: Der Baedeker China ist ein Allroundtalent und bietet neben den ausführlichen Informationen zu den Sehenswürdigkeiten auch eine Fülle an Hintergrundinformation zum Reich der Mitte, die beim Eintauchen in die chinesische Kultur helfen. MairDuMont, 682 Seiten, 27,99 Euro

Für Individualisten bietet sich der Lonely Planet China an. Auf über 1000 Seiten dient das Buch als treuer Reisebegleiter und umfangreiches Nachschlagewerk. MairDuMont, 28,98 Euro.

Buchtipp: Die Gebrauchsanweisung China von Kai Strittatter ist ein Muss für jeden Chinareisenden. Mit seiner feinen Beobachtungsgabe und einer humorvollen Auseinandersetzung mit dem Thema China bringt er Land und Kultur eine gehörige Portion näher. Schmunzeln definitiv erlaubt.

Infos: Allgemeine Informationen erhält man beim Fremdenverkehrsamt in Frankfurt, Ilkenhansstraße 6 und telefonisch unter 069 520135 und im Internet unter www.china-tourism.de.

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