Die puderweißen Strände erscheinen endlos, Palmen wehen im Wind, bunte Holzhäuser schmücken die Hauptstadt und das Essen zaubert kleine Geschmacksexplosionen auf die Zunge: So geht Urlaub im Paradies. Und: Für Besucher hält die karibische Insel Martinique einige Überraschungen bereit …

Anreise. Nur Condor fliegt jeden Sonntag direkt von Frankfurt nach Fort-de-France, der Hauptstadt Martiniques (ab 299 Euro). Mit anderen Airlines (z.B. Air Caraibes, Corsairfly) stehen in Paris ein Zwischenstopp und ein Flughafenwechsel an: Von Charles de Gaulle geht es per Bus-Transfer (ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit) nach Orly.

Visum. Martinique ist ein Übersee-Département Frankreichs – für die Einreise genügt der Personalausweis oder Reisepass, ein Visum ist nicht nötig.

Unterkunft. Mit seiner direkten Strandlage an der Pointe du Bout im Süden Martiniques punktet das Hotel Bakoua in Les Trois-Îlets. Eine schmale Treppe führt hinunter zum Strand, wo eine Holzveranda die großzügigen Zimmer miteinander verbindet – jedes hat direkten Zugang zum Strand und Meerblick. Zur Verfügung stehen 132 Zimmer und 6 Suiten (für Frühblüher ab ca. 110 Euro). Tipp: Die Coco Bar wissen nicht nur Hotelgäste zu schätzen. Sie steht direkt im seichten Wasser und lockt mit Erfrischungen – es gibt Rum-Cocktails, Paninis, Sandwiches und Eis (täglich von 9 bis 17 Uhr).

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Wer sich für ungewöhnliches Design begeistert, wird »La Suite Villa« lieben: Die außergewöhnliche Anlage schmiegt sich in einen sattgrünen Hügel in Anse Mitan in Les Trois-Îlets, mit spektakulärem Blick über die Bucht von Fort-de-France. Die Ehefrau des Inhabers hat das Haus mit viel Liebe zum Detail eingerichtet: Die Betten sind so hoch, dass man kurz von ihnen aus die Aussicht über die nächtliche Skyline der Hauptstadt bestaunen kann. Neonfarbene Plastik-Hunde bewachen den Pool, barocke Möbel in Knallfarben schmücken die Lobby und jedes Zimmer ist in einem anderen Stil eingerichtet – und mit Flatscreen, Bose-Soundsystem und Jacuzzi auf dem eigenen Balkon ausgestattet. Das »La Suite Villas«bietet regelmäßig spezielle Arrangements an, etwa das »Be in Love«-Paket: eine Nacht für zwei, Dinner am Pool, eine Flasche Champagner und Frühstück (Suite 350 Euro, Villa 380 Euro).

Sprache. Die offizielle Sprache Martiniques ist Französisch, die meisten Einwohner sprechen außerdem kreolisch.

Klima und Reisezeit. Im tropischen Klima Martiniques ist es das ganze Jahr über warm, es gibt aber Regenzeiten: Anfang Juni bis Ende November regnet es am meisten, während es über 30 Grad warm ist. Von Dezember bis Mai ist Trockenzeit bei durchschnittlich 25 Grad. Das ganze Jahr über kann Nieselregen einsetzen, der aber selten länger andauert als eine halbe Stunde. Martinique ist nur 70 Kilometer lang, trotzdem variiert das Klima auf der Insel: An der Nordküste gibt es mehr Niederschläge, und es kann dort um die zehn Grad kälter sein als im Süden.

Jessica Kohlmeier

Sehenswürdigkeiten. Der Mont-Pelée gehört zu den berühmtesten Orten auf der gesamten Insel. Der 1397 Meter hohe Vulkan ist 1902 so heftig ausgebrochen, dass Saint Pierre am Fuß des Berges komplett  wieder aufgebaut werden musste. Heute ist er einer der am besten bewachten Vulkane der Welt und gleichzeitig ein spannendes Ausflugsziel. Rund vier Stunden dauert es, den Mont-Pelée zu Fuß hinauf zu wandern. Dutzende Flüsse stürzen seine Hänge hinunter – Canyoning-Fans kommen hier auf ihre Kosten.

Grünes Gartenparadies

Die üppige Vegetation der Insel hat einige der schönsten und außergewöhnlichsten Gärten der Welt hervorgebracht. Der »Jardin Botanique« von Balata und der »Jardin de la Peleé« sind nur zwei der wunderschönen Anlagen, die sich auf der gesamten Insel verteilen. Mittlerweile dienen die Gärten auch dazu, sensible und vom Aussterben bedrohte Arten zu bewahren. Darin spazieren zu gehen, ist ein bisschen wie meditieren oder im Spa entspannen: Das unendliche Grün beruhigt die Nerven, die schillernden Farben regen die Fantasie an und die Blüten duften herrlich.

Restaurants. Im Herzen von Fort-de-France, am Place de la Savane, liegt das »Hôtel L’Impératrice«. Auch wer nicht in der Hauptstadt schlafen möchte, sollte sich die Küche des angeschlossenen »Le Joséphine« nicht entgehen lassen: Auf weißen Tischleinen und edlem Geschirr werden hier landestypische Köstlichkeiten wie gegrillter Okra (ein heimisches Malvengewächs) oder panierte Langusten auf Seezungenfilet serviert. Tipp: vorher reservieren, mittags und abends wird es hier schnell voll.

Jessica Kohlmeier

Ferien-Feeling pur: Im »Le Bambou« in Anse Mitan geht es durch tropische Gärten und Bananenstauden zum Restaurant »Le Morne-Rouge«. Offiziell hat das Haus nur zwei Sterne – tatsächlich aber begeistern die mitreißende Stimmung auf dem Areal, das freundliche Personal und überraschend exklusive Speisen wie gegrillte Langusten oder Lambi-Steaks, Zum Essen jedoch setzt sich niemand lange hin: Das »Le Morne-Rouge« ist bekannt für seine Live-Musik, auf der weitläufigen, überdachten Terrasse wird die ganze Nacht durchgetanzt.

Chefkoch Guy Ferdinand begrüßt jeden Gast im »Le Petibonum« am Plage du Coin in Le Cabernet persönlich– auf Wunsch organisiert er auch Rum-Tastings. Das lebhafte Restaurant liegt direkt an einem Privatstrand: Während das Essen brutzelt, kann man hier auf opulenten Daybeds entspannen. Gegessen wird dann auf der überdachten Terrasse, von der aus die Aussicht auf die untergehende Sonne atemberaubend ist. Guy zaubert alles auf den Tisch, was frisch ist: selbstgemachte Süßkartoffel-Chips, Thunfisch-Tatar, Entenbrust. Ein Ort, an dem man sich sofort willkommen fühlt.

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Trinkgeld. In Hotels und Restaurants ist das Trinkgeld oft schon mit eingerichtet. Wenn nicht, empfehlen sich 10 bis 15 Prozent Zuschlag.

Souvenirs / kulinarisch. Farbenfroh, exotisch und so köstlich: Die kreolische Küche auf Martinique vereint Einflüsse aus indischen, afrikanischen und indianischen Elementen. Von püriertem Krebsfleisch bis zu gegrillten Langusten, von Süßkartoffel bis Kochbanane, von Poulet Créole (ein Nationalgericht: gegrilltes Huhn mit scharfer Sauce) bis zu Rinderkotelett: In opulenten Luxus-Restaurants ist die Küche oft ebenso raffinierte wie in kleineren Lokalitäten, die man nicht auf den ersten Blick findet.

Die Einheimischen verbringen viel Zeit auf Wochenmärkten, um die perfekten Zutaten für ihre Gerichte zu finden. Das können Touristen auch: Auf verschiedenen Märkten wie etwa in Fort-de-France lassen sich exotische Gewürz-Kreationen, Bananenmarmelade und süßes Gebäck ergattern. Die Märkte sind auch der perfekte Ort, um Souvenirs zu sammeln: Von Silberschmuck über die typisch-bunten Schals und Kleider bis hin zu Obstschalen aus den Schalen heimischer Nüsse und Früchte warten schöne Schätze.

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Persönlicher Tipp. Mit seinen Traumstränden, Palmen und verlässlichen Luft- und Wassertemperaturen ist der Süden bei Touristen sehr beliebt. Ein Ausflug in den Norden lohnt aber auf jeden Fall: Über steile Serpentinen geht es hinauf in dicht bewachsene Regenwälder und sattgrün bewachsene Hügel, soweit das Auge reicht. Gerade wer zu Fuß unterwegs ist, entdeckt auf Wanderungen oft noch unberührte Orte und Flecken, die für immer in Erinnerung bleiben. Beim Erkunden hilft ein erfahrener Guide, der nach persönlichen Wünschen Programm und Route konzipiert. Zum Beispiel Laurent Brival, Tel. + 33 6 96 40 61 56, brivallaurent1@gmail.com.

Besser nicht. Die Einwohner Martiniques sind stolz auf ihre Insel – und auf ihre Sprache. Wer ohne Vorwarnung auf Englisch um Hilfe bittet, wird schnell an Grenzen stoßen. Deshalb: Bitten und Fragen mit ein paar Wörtern auf französisch einleiten und dann sehr freundlich erklären, was man möchte – die Einwohner honorieren jeden Versuch eines Touristen, es wenigstens in der Landessprache zu versuchen.

Ausflüge. Der Besuch einer Destillerie gehört auf Martinique zum Pflichtprogramm: Nur hier wird der Rum aus dem frischen Saft des Zuckerrohrs hergestellt, nicht aus der Melasse. Die Einwohner sind stolz auf ihren Rhum Agricole und sagen, man könne die Schönheit der Insel in ihm schmecken. In jeder Destillerie auf der Insel kann man Führungen buchen, den Rum anschließend genießen und aus dem angeschlossenen Shop Flaschen mit nach Hause nehmen – die gibt es günstig, zum Teil schon ab ca. 5 Euro. Zu den schönsten gehört die Destillerie Depaz in St. Pierre: Während der Besichtigung genießt man einen grandiosen Blick über die liebevoll angelegten Gärten, das angrenzende Schloss und an sonnigen Tagen sogar bis hinauf zum Vulkan der Insel, dem Mont-Pelée.

Kürt Williams

Wer sich die Mühe macht und bei den entsprechenden Stellen nachfragt, kann Außergewöhnliches erleben. Auf der Halbinsel Presqu ́île de la Caravelle im Norden der Insel zum Beispiel wird Naturschutz groß geschrieben. Das Château Dubuc, eine ehemalige Zukerrohrplantage aus dem 18. Jahrhundert, bildet den Startpunkt für spannende Wanderungen durch Mangroven, Trockenwälder und Salzseen. Ausgebildete Ranger, die hier aufgewachsen sind, verraten beim Wandern die Geheimnisse und Geschichten der Insel.

Spannendes Projekt: Auf Martinique gibt es viele Felder, die brach liegen oder aufgrund ihrer Hanglage nicht nutzbar sein. Beim Lasoté-Projekt in Fond Saint Denis werden Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen unterstützt, die diese Felder von ihren Eltern erben: Gemeinschaftlich geht es von Feld zu Feld, um es mit vereinten Kräften zum Klang der Trommel per Hand zu bearbeiten. Touristen dürfen an dem Spektakel teilnehmen, selbst die Harke in die Hand nehmen und anschließend mit den Arbeitern und Organisatoren des Projekts grillen. Kontakt über Annick Jubeno: Tel. 0696 85 45 90.

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