Eine weite flache Flusslandschaft, verträumte Dörfer und mittendrin Deutschlands drittgrößter Strom, die Elbe: Willkommen in der Prignitz. Unser Reise-Guide über eine der ältesten Kulturlandschaften Brandenburgs.

Anreise. Am bequemsten mit dem Zug von Hamburg (rund eine Stunde mit dem ICE) oder Berlin (44 Minuten mit dem ICE oder eine Stunde, 22 Minuten mit dem Regionalexpress) nach Wittenberge, www.bahn.de.

Unterkunft. Hotel Alte Ölmühle, 4-Sterne-Haus, in denkmalgeschützten Gebäuden, direkt an der Elbe gelegen. Das Hotel bietet 64 Betten in Einzel- und Doppelzimmern sowie in Appartements und Suiten, die von bis zu vier Personen bequem genutzt werden können. Auf dem Gelände gibt es einen Kletterturm, eine Bowlingbahn und ein 10 Meter tiefes Tauchbecken mit zwei Trainingsebenen, www.tauchturm-wittenberge.de.

Schlafen im alten Bahnhof

Im beschaulichen Dorf Bad Wilsnack bietet sich eine Unterkunft im Bahnhofsquartier an. In dem historischen Gebäude gibt es acht Ferienwohnungen zwischen 28 und 35 qm, mit Gleis- oder Stadtblick, ab 48 Euro pro Nacht für 2 Personen, Tel. 038791-179797.

Burg Lenzen, 3 Sterne, historisches Baudenkmal, das exzellent renoviert wurde und heute u.a. ein Hotel mit tollem Grünpark ist. Ein Bio-Frühstücksbuffet sorgt für einen perfekten Start in den Tag. Erholung findet man im Park oder der Sauna. Die Zimmer sind aufgeteilt in der Burg und der historischen Burgschule, ab 52 Euro fürs EZ.

Köstliche regionale Naturküche

Restaurant. Alter Hof am Elbdeich, zwischen Lenzen und Dömitz in der Lenzer Wische. Im Restaurant wird deutsche und regionale Naturküche im Rhythmus der Jahreszeiten geboten, vor allem regionale und Bio-Gerichte. Zum Beispiel »Geschichtetes vom Wildbret gebacken, gewürzt mit Lorbeer und Thymian, gebratene Pilze, Apfelrotkohl und Kartoffelklöße« für 16,90 Euro.

Das Kranhaus, Chefkoch und Inhaber Knut Diete, ist nicht nur ein hervorragender Gastgeber, der seine Gäste vorzüglich bekocht, sondern auch ein echter Entertainer. So begrüßt er fast jeden Gast persönlich. Im Sommer kann man wunderbar draußen auf der Terrasse sitzen. Dietes Spezialität: Erdbeeren in Senfsauce.

Radfahren in Prignitz

Everton Vila

Ausflüge. Die Prignitz ist für Radfahrer geradezu prädestiniert. Die Radwege verlaufen abseits der großen Straßen ohne nennenswerte Steigungen. Auf über 1.100 Streckenkilometern leiten rund 130 Knotenpunkte Radler einfach durch die Region. Fahrräder und E-Bikes können an Dutzenden Stationen in der Prignitz ausgeliehen werden, www.radlerparadies-prignitz.de.

Eine Schiffstour auf der Elbe rund um Wittenberge wird von April bis September angeboten. Das Schiff liegt im Sportboothafen Nedwiganger in Wittenberge ab, es bietet auf zwei Decks 70 Personen Platz. Drei Touren werden angeboten, angefangen über einen Ausflug, der eine Stunde dauert über die Tagestour Elbe (4,5 Stunden) bis zur Tagestour Elbauen in die Domstadt (7-8 Stunden). Die Preise variieren von 7,50 Euro bis zu 39 Euro pro Person und Tour.

In Wittenberge kann man an diversen Stadtführungen teilnehmen, von der Herz- bis zur Singertour bis hin zu kulinarischen Erlebnistouren, Infos und Buchung über Touristinformation Wittenberge, Tel. 03877-929181.

Auf zu den Störchen: Bis zu 44 Nester sind in dem »europäischen Storchendorf« Rühstädt von März bis August besetzt. Die mehr als 30 Rühstädter Storchenpaare werden von den ca. 250 Bewohnern des Ortes, allen voran den Mitgliedern des Storchenclubs, liebevoll beobachtet und betreut.

Störche in Brandenburg

Oxana Gracheva/Shutterstock.com

Im Besucherinformationszentrum und im Haus des Storchenclubs gibt es Wissenswertes rund um den Weißstorch.

Interessant ist eine Wanderung zu den Binnendünen in Klein Schmölen. Ein Aussichtspunkt ermöglicht weite Blicke in das Elbetal und auf das unmittelbar südlich anschließende Naturschutzgebiet Löcknitztal-Altlauf.

Natur pur in Brandenburg

Bildagentur Zoonar GmbH/Shutterstock.com

Sehenswürdigkeiten. Der Wittenberger Uhrenturm gehört zum Ensemble des Anfang des vergangenen Jahrhunderts gegründeten Nähmaschinenwerks. Von 1951 bis zu Wende wurden fast acht Millionen Nähmaschinen in Wittenberge produziert. Der Uhrenturm kann heute über 192 Treppenstufen von innen erstiegen werden. Mehrere Etagen dokumentieren die Geschichte des Werkes, man kann die Originale aller unter der Marke Singer und Veritas in Wittenberge produzierten Nähmaschinen begutachten.

Die Plattenburg ist die älteste noch erhaltene Wasserburg im Norden Deutschlands. Die historischen Räume in der Plattenburg (Rittersaal und Eingangshalle) zählen zu den schönsten erhaltenen Zeugnissen künstlerischer Innenraumgestaltung der Spätrenaissance in der Prignitz. Zu dem herausstechenden Schmuck des Rittersaales gehören sowohl die prächtige Tür und die Sandsteintreppe als auch der prunkvolle Kamin. Im burgeigenen Restaurant wird deftige Kost angeboten.

Erst Kultur, dann Schlemmen

Sehenswert ist auch Burg Lenzen. Die Ursprünge der Burg gehen bis in die Slawenzeit zurück. Im Museum wird die Geschichte der Stadt mit vielen Exponaten nacherlebbar. Burgpark und Kräutergarten laden zu Spaziergängen ein. Heute beherbergt die Burg das Europäische Zentrum für Auenökologie, Umweltbildung und Besucherinformation mit Ausstellungen sowie Veranstaltungen und Führungen.

Unbedingt probieren. Wenn etwas typisch Prignitz ist, dann der Knieperkohl – oder Sur´n Hansen. Dabei handelt es sich um ein eingesäuertes, deftiges Kohl-Gericht aus verschiedenen Kohlsorten. Von November bis März zelebrieren viele Gaststätten der Region die regionale Spezialität. Traditionell wird das Kohlgericht geschmort und mit Speck, Eisbein oder Kohlwurst serviert.

Infos. Tourismusverband Prignitz: Tel.: 03876/30 74 19 20, info@dieprignitz.de

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?