Der Vergleich mit einem Paradies wird oft gezogen, und er liegt recht nah. Feiner Sand, viele Palmen, nette Menschen, kaum Gesundheitsrisiken und der ewige Sommer. Anders als in anderen tropischen Ländern ist zudem die Kriminalitätsrate sehr niedrig, selbst auf den Straßen der Hauptstadt Victoria auf Mahé wird man von keinen Bettlern oder aufdringlichen Händlern bedrängt. Taxifahrer fragen dezent nach, ob man ihre Dienste nutzen möchte.

Die Gesamtfläche der Seychellen ist riesengroß: 1000 mal 1500 Kilometer (1,4 Millionen Quadratkilometer), die reine Landfläche beträgt dagegen nur 455 Quadratkilometer. Die meisten der knapp 90 000 Einwohner leben auf Mahé. Der Rest auf den anderen rund 115 Inseln, die sich in den Weiten des Indischen Ozeans zwischen dem 4. und 10. Breitengrad südlich des Äquators auf dem Maskarenrücken verstreuen – in 480 bis 1600 Kilometer Entfernung von der Ostküste Afrikas. Die Seychellen sind in Bezug auf ihre Landmasse einer der wasserreichsten Staaten der Erde.

Auch Flora und Fauna sind artenreich. Vor allem der Anteil endemischer Pflanzen und Tiere ist hoch, die bekanntesten Beispiele sind die Aldabra-Riesenschildkröte, die auf dem namengebenden Atoll im entfernten Südwesten noch heute in freier Wildbahn in Massen vorkommt. Oder die auf der Insel Praslin heimische Coco-der-Mer-Palme, die die größten Früchte der Welt hervorbringt. Ihre großen Nüssen sind bei Touristen und Wilderern begehrt – als Souvenir kostet eine entleerte Fruchthülle als registriertes Mitbringsel über 300 Euro.

Illustrer Hotspot: die Outer Islands

Ebenso exklusiv ist ein Besuch der Outer Islands im Südwesten, darunter die gut 70 Koralleninseln zu denen neben Aldabra zum Beispiel auch Alphonse oder Desroches gehören. Bekannt sind die Seychellen aber vor allem als Granitinseln, die als Überbleibsel des Urkontinents Gondwanaland gelten. Bizarre Granitformationen sind zum Beispiel das Markenzeichen des bekannten Strandes Anse Source d’Argent auf La Digue, das per Schnellboot von Victoria in knapp zwei Stunden mit Umsteigen auf Praslin erreichbar ist.

Die Bevölkerung der Seychellen hat multiethnische Wurzeln – bei befreiten Sklaven, europäischen Siedlern, politischen Verbannten arabischen und persischen Händler aber auch Chinesen und Indern. Neben Kreol sind offizielle Sprachen Englisch und Französisch. Die meisten Menschen gehören der römisch-katholisch Kirche an.

Anreise. Nonstop-Flüge nach Mahé, die rund 9,5 Stunden dauern, bietet Condor ab Frankfurt am Main bis zu zweimal wöchentlich. Mit einem Zwischenstopp gibt es mehrere Optionen, ins Paradies zu gelangen: So fliegt Turkish Airlines über Istanbul; wer die Business-Klasse wählt, kann am Flughafen Istanbul-Atatürk die opulente Business-Lounge der Airline besuchen, dort orientalisch speisen oder sich eine 15-minütige Gratis-Massage verpassen lassen. Einen Zwischenstopp in Qatar bzw. Abu Dhabi legt ein, wer mit Air Seychelles, Air Berlin, Qatar Airways, Etihad Airways oder Emirates anreist. Je nach Saison muss in der Economy Class mit einem Ticketpreis von 600 bis 1000 Euro gerechnet werden.

Hohe Luftfeuchtigkeit

Einreise. Als Dokument genügt der Reisepass, der bis einschließlich des letzten Tages des Aufenthaltes gültig sein muss. Auch ein vorläufiger Reisepass wird akzeptiert. Kinder benötigen einen eigenen Reisepass mit Lichtbild. Offiziell ist auch ein Visum Pflicht, doch ist damit kaum ein Aufwand verbunden, da man es bei der Kontrolle am Flughafen auf Mahé automatisch erhält. Voraussetzung ist allerdings, dass Reisende ein Rückflugticket besitzen und eine Hotelbuchung für die ersten drei Nächte des Aufenthaltes nachweisen können. Auch genügend Mittel für den Aufenthalt sind Pflicht, Inividualreisende werden stichprobenartig auf vorhandene Reisechecks, Kreditkarten und Bargeld kontrolliert.

Klima und Reisezeit. Statistisch betrachtet gibt es über das ganze Jahr hinweg kaum Temperaturschwankungen. Tagsüber steigt die Quecksilbersäule eher selten über die Marke von 30 Grad Celsius, nachts sinkt sie fast nie unter 22 Grad. Ein richtig heißer Tag bedeutet auf den Seychellen nie mehr als 33 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt in der Regel bei 75 bis 85 Prozent. Dennoch gibt es Jahreszeiten: den Südwinter, den Südsommer und die Übergangsmonate von März bis Mai bzw. September bis November, wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht und der Himmel meist wolkenlos ist.

Die beste Reisezeit hängt davon ab, was man auf den Inseln machen möchte. Taucher finden gute Sichtweiten besonders in den Übergangsperioden vor, da dann kaum Winde wehen. Wer dagegen einen Segeltörn plant, sollte Mai bis Oktober bevorzugen. Tropische Wirbelstürme kommen auf den Innenern Seychellen nicht vor. Die meisten Niederschläge fallen in Dezember und Januar.

Kreditkartenzahlung kein Problem

Geld. Landeswährung und übliches Zahlungsmittel ist die Seychellische Rupie (SCR). Sich noch in Deutschland damit zu versorgen, ist nicht möglich, da sie nur vor Ort ausgegeben wird. Ein Euro entspricht gut 14 Rupien (Stand Dezember 2016), umgekehrt ist eine Rupie sieben Eurocent wert. Banken, Hotels und Wechselstuben tauschen Euro gegen Rupien ein, wobei die Wechselstuben meist die günstigsten Konditionen bieten. Mit dem Umtausch von Reisechecks spart man gegenüber dem Tausch von Bargeld nur wenig ein. Banken haben in der Regel einen Geldautomaten. In Hotels, Restaurants und bei Autovermietern werden Kreditkarten akzeptiert, wobei Visa am weitesten verbreitet ist. Trinkgeld wird nicht erwartet, da eine Service-Charge bereits im Preis enthalten ist.

Inselhopping. Bei einer Gesamtzahl von 115 bietet sich der Besuch mehrerer der teils recht unterschiedlichen Eilande geradezu an. Naheliegend und ein absoluter Tipp, will man die berühmte Palme Coco der Mer mit ihren unübertroffen großen Nüssen und ihrer natürlichen Flora sehen, ist ein Besuch Praslins. Die Überfahrt mit dem Fähren-Katameran dauert ab Victoria auf Mahé eine Stunde.

Von Insel zu Insel hoppen

Weiter geht es mit dem Taxi in halbstündiger Fahrt zum Nationalpark Vallée-de-Maie (Eintritt 20 Euro). Von Praslin dauert die Überfahrt auf La Digue mit seinen malerischen Stränden eine knappe halbe Stunde. Aride ist für Beobachtungen der tropischen Vogelwelt ein gutes Ziel – ebenso Cousin. Beide Inseln sind Schutzgebiete und können nur im Rahmen eines Tagesausflugs besucht werden. Lohnenswerte Tagesziele sind auch Curieuse, wo ein weiterer Coco-de-Mer-Bestand gedeiht, sowie St. Pierre. Die Felseninsel eignet sich besonders gut zum Schnorcheln. Ein Boutiquehotel (Félicité Island Lodge) nimmt auf der mit tropischer Vegetation überwucherten Insel Félicité Gäste über Nacht auf, dort begegnet man unter Umständen auch Promis.

Mit Hürden ist der Besuch von Denis Island und Bird Island verbunden, weil das noch mehr Geld kostet und die Bettenzahl stark begrenzt ist. Auf Bird Island nisten nicht nur Millionen Seevögel, darunter Massen an Rußseeschwalben, sondern es streifen frei übers Land noch die Riesenschildkröten, die auf anderen Inseln der Inneren Seychellen nur in Gehegen gehalten werden.

Noch exklusiver ist der Trip zu den Outer Island, die manchmal auch von Kreuzfahrtschiffen aufgesucht werden. 90 Prozent der weit abgelegen Eilande sind unbewohnt, unter den Koralleninseln bieten nur Alphonse (500 km südwestlich von Mahé) und Desroches (240 km) Unterkünfte für Gäste an. Auf Aldabra (1000 km von Mahé) leben neben der Hauptpopulation der Aldabra-Riesenschildkröte die letzten flugunfähigen Vögel der Seychellen. Besuche sind nur mit einer Sondergenehmigung des Ministry of National Development möglich.

Unterkünfte auch für Selbstversorger

Übernachtung. In einer eigenen Nobelhütte am palmenbestandenen und mit Granitklötzen drapierten Strand zu wohnen, ist ein Klischee, das es auf den Seychellen auch gibt. Doch die Möglichkeiten unterzukommen sind weit vielfältiger. Neben Island-Lodges auf einsamen Inseln, die diesen Traum möglich machen, gibt es Zimmer und Gästehäuser für Selbstversorger (auf Mahé, Praslin und La Digue ab rund 80 Euro pro Person und Tag) sowie Boutique-Hotels in verschiedenen Preisklassen – wobei es hier bei rund 250 Euro pro Doppelzimmer losgeht. Beispiel sind das »Chateau St. Cloud« auf La Digue oder das »Duc de Praslin« auf Praslin. Große Hotels im eher konventionellen Stil gibt es auf der Hauptinsel Mahé, die Nummer eins vor Ort ist das »Savoy«, das neben exzellenten Restaurants auch ein empfehlenswertes Spa bietet.

Kreolische Küche: ordentlich gewürzt

Essen & Trinken. Die Küche der Seychellen wird unter dem Attribut kreolisch zusammengefasst, die kulinarischen Einflüsse aus Indien, Afrika, Asien und auch Europa sind groß. Es wird stark gewürzt – mit Nelken, Minze, Zimt, Ingwer, Knoblauch, Kardamom oder Muskat. Es gibt Currys und viel, viel Fisch. Alltäglich verzehrt wird Red Snapper (Boutzwa), als Festtagsfisch kommen dagegen Schwertfisch oder Octopus auf den Teller. Zu den Gerichten wird meist Reis gereicht. Im »Jardin du Roi« auf Mahé lässt sich vorzüglich einfache, aber sehr schmackhafte nationale Basis-Küche genießen – zum Beispiel Snapper mit in Kokosnussmilch gekochter Brotfrucht, dazu Salat von Grüner Papaya mit Mango und Zwiebeln, Linsen und Chilli.

Leckere indische Gerichte serviert das »Mahek« im Hotel »Coral Strand«. Auf Praslin ist das »Bon Bon Plume« direkt an der Anse Lazio ein Tipp, ebenso das »Tante Mimi« in Cote d’Or, auf La Digue das »Lanbousir«. Wer mit Matrosen aus aller Herren Länder einen heben will, geht in der Haupt- und Hafenstadt Victoria in die »Barrel Bar«.

Gelbfieber- und Malaria-frei

Gesundheit und Sicherheit. Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Nach Angaben des Tourismusamtes gibt es kein Gelbfieber auf den Seychellen, ebenso besteht keine Gefahr, sich mit Malaria anzustecken, da die Anopheles-Mücke nicht vorkommt. Denguefieber und das aus Afrika eingeschleppte Chikungunyafieber treten von Zeit zu Zeit auf. Erkrankungen unter Touristen sind bislang aber nicht bekannt geworden, da die Ansteckungsgefahr in der Nähe von Hotels und an Stränden als sehr gering gilt. Krankenhäuser gibt es auf Mahé, Praslin und La Digue. Die gebührenfreie Nummer für Unfälle und Notdienst lautet (00248) 151 (weitere Informationen beim Gesundheitsministeriums). Obwohl die Kriminalitätsrate klein ist, sollte man Dieben keine Anreize bieten.

Persönlicher Tipp. Man läuft Gefahr, zu viele Superlative zu verwenden, wenn man über die Seychellen spricht. Aber La Digue ist wahrhaft eine Trauminsel, und auch noch einigermaßen erreichbar! Es fahren mehr Ochsenkarren als Autos, der Lifestyle ist easy-going, und es gibt auch jenseits des bekannten Anse Source d’Argent, der jedes Reiseführer-Cover schmückt, Strände zu entdecken, die zu den weltweit schönsten gehören, zum Beispiel Anse Cocos.

Unterwegs auf vier Rädern

Also nichts wie rauf auf’s Fahrrad und sich im Sattel über die Insel treiben lassen. Neben der augenfälligen Naturschönheit sind es Beiläufigkeiten wie braune Kühe auf safttiggrüner Wiese mir ein paar Palmeriesen drumherum oder schlicht die Freundlichkeit der Menschen überall auf dem Eiland, die seine Magie ausmachen. Wer ursprüngliche Ruhe sucht, sollte sich in den Morgen- und Abendstunden auf den Weg machen, um den Massen an Tagestouristen zu entgehen. Lohnenswert ist auch eine Bergtour zum Gipfel des Nid d’Aigle, für die etwa zwei Stunden eingeplant werden sollten. Weil es auf dem Weg kaum Schatten gibt, sollte man ebenfalls früh losziehen. Wer die zehn Quadratkilometer große Insel umwandern will, sollte dafür vier Stunden rechnen. Die Anreise erfolgt ab Praslin oder Mahé mit der Fähre.

Reiseliteratur. Marco Polo Seychellen, Mairdumont, 2017, ISBN 978-3-8297-2892-8, 12,99 Euro.

Polyglott on tour – Seychellen, Travel House Media, 2017, ISBN 978-3-8464-2876-4,160 Seiten, 12,99 Euro

Reise-Handbuch Seychellen, DuMont, 2015, ISBN 978-3-7701-7788-2, 344 Seiten, 22,99 Euro

Merian Live! Seychellen, Travel House Media, 2015, ISBN 978-3-8342-1262-6, 128 Seiten, 11,99 Euro

Weitere Informationen: http://www.seychelles.travel

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