Nach den ersten sonnigen Tagen im März scharrten wir schon mit den Hufen. Ab in den Süden, ab in die Sonne. Der April hat uns aber erst einmal mit seinem fiesen Spätwinter ausgebremst. Nun aber wollen wir durchstarten. Reiseklassiker zum Sommerbeginn sind Bayern, Österreich, die Schweiz und Südtirol. Aber da geht noch mehr. Ein Reisetipp für Pfingsten und den Monat Juni gefällig? Wir haben sieben im Gepäck.

Der April macht ja bekanntlich, was er will. In diesem Jahr will er es anscheinend besonders kühl. Brrr. Dabei waren wir im März so guter Dinge. Da sind wir rausgezogen, ins Warme. In die grüne Natur und haben die laue Luft genossen. Oder haben uns abends einen Drink vor der Bar gegönnt. Das möchten wir bald wieder tun. Am besten schon im Mai, spätestens aber im Juni. Pfingsten zum Beispiel. Hier unsere Reisetipps für das verlängerte Pfingstwochenende und den Rest des Junis.

Mode und Design in Köln

Unser erster Reisetipp für Pfingsten führt in die Domstadt. Genauer gesagt kurz nach Pfingsten. Mode und Design stehen im Juni in Köln im Fokus. Und zwar im Belgischen Viertel. Am 10. Juni 2017 verwandeln 50  Shops, Labels, nationale und lokale Designer das Kölner Szeneviertel in einen riesigen Pop-up-Store. Dabei trifft Green Fashion auf Glamour, Veedelskultur auf Urban Chic, Kunstliebhaber auf Fashionista. Bei le bloc können Modefreunde neue Stores und Trends aufspüren und Lieblingsläden neu entdecken.

Le Bloc Köln

Taimas Ahangar/Köln Tourismus GmbH

Alle Stores laden zu Sonderaktionen ein, es gibt Modenschauen, Ausstellungen junger Künstler und viele sonst verschlossene Hinterhöfe werden für diesen Tag zum Open-air-Laden. Neu in diesem Jahr: Der Supermarkt, Kölns beliebtester Designmarkt, bietet in einem Parkhaus Mode, Design, Kunst, Accessoires und Schmuck. Ein Pocket-Guide mit dem kompletten Programm erscheint Mitte Mai. Dann steht auch fest, in welcher Location die große Modenschau stattfindet, die das Highlight des Festivals ist. www.lebloc.de

Graffiti-Kunst in Linz

Wenn die Schiffe die Donau beleben, die Stadt aufblüht und sich auch der Linzer Hafen in bunten Farben präsentiert, dann ist der Frühling in Linz erwacht. »Mural Harbor« heißt die städtische Hafengalerie in Linz mit hunderten Graffiti-Kunstwerken auf Industriebauten. Die Umgebung ist quasi »von Legenden gepflastert«, wie Guides vor Ort sagen würden. Sie geben Hintergrundinformationen zu Bildern junger Sprüher aus Wien, Linz, Belgrad und Athen. Immer samstags um 15 Uhr starten Führungen, bei der auch Großbilder vom Wasser aus bestaunt werden können. Nahaufnahmen und Erklärungen verraten zudem viel über die Techniken der Künstler. Wieder an Land können Gäste unter Anleitung des Hafengalerie-Künstlers SHED selbst zu Sprayern werden. Eine Idee für alle, die zu Pfingsten nicht nur etwas Neues sehen, sondern auch ausprobieren wollen.

Immer den Bienen nach in Südtirol

Ab in die Natur geht es in Südtirol. Genauer gesagt, am Ritten oberhalb von Bozen. Noch bis zum 30. Juni 2017 wandern die Besucher im Rahmen der »Balance Wochen« jeden Montag auf den Spuren der Bienen. Um 10 Uhr geht es vom Bahnhof Klobenstein durch Wiesen und Wälder nach Wolfsgruben, wo der Bio-Imker Paul Rinner von seinen Bienen und ihrem süßen Gold erzählt – und seine Gäste natürlich kosten lässt.

Honigbiene

Feng Lu/Shutterstock.com

Ein kurzer Spaziergang führt danach zum über 600 Jahre alten Plattner-Bienenhof-Museum. Können Bienen hören? Die Antwort wartet hier. Von Wolfsgruben wandert man dann auf der »Sigmund-Freud«-Promenade zurück nach Klobenstein. Der süße Spaß dauert zweieinhalb Stunden (reine Gehzeit), beinhaltet ein Mittagessen und kostet ab 20 Euro bzw. 10 Euro (mit RittenCard). Anmeldung: jeweils bis Montag 9 Uhr beim Tourismusverein Ritten. www.ritten.com

Lauter Flops in Schweden

Das wohl ungewöhnlichste Museum des Jahres öffnet direkt nach Pfingsten, am 7. Juni 2017 in Helsingborg nämlich. Ob Harley-Davidson-Parfum, ein spezieller Stift für Frauen oder Google Glass – so unterschiedlich all diese Dinge auch sind, sie haben eine Gemeinsamkeit: Sie alle waren am Markt ein totaler Flop, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Gemeinsam mit mehr als 50 weiteren Flop-Gegenständen werden diese ab dem 7. Juni im Pop-up-Museum im Nordwesten von Skåne zu sehen sein. Das »Museum of Failure«, das vom Innovationsforscher Samuel West ins Leben gerufen wurde, will aber nicht einfach nur missglückte Produkte präsentieren, sondern es geht vielmehr darum, aus diesen Fehlern zu lernen. Frei nach dem Motto: Ohne Fehler sind keine Innovationen möglich.

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Das Museum macht zunächst in der südschwedischen Stadt Helsingborg Station und soll im Laufe des Jahres durch weitere schwedische Städte touren. Ein genauer Zeitplan ist derzeit noch nicht bekannt. Wer sich die Ausstellung ansehen möchte, hat dazu dienstags bis samstags zwischen 12 und 18 Uhr in der Södergatan 15 die Gelegenheit. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos und ein paar Videos zu den ausgestellten Flops sind unter www.museumoffailure.se  zu sehen.

Gruseln in Paris

Achtung, Klischee: Wer sich nach Paris träumt, denkt an Eiffelturm, Sacré-Coeur und Louvre. Oder schaut sich im Mai das Tennis-Grand-Slam-Turnier in Roland Garros an oder schlürft einfach nur durchs pittoreske Marais-Viertel. Dabei lohnt es sich zum Beispiel Pfingsten durchaus, Frankreichs Metropole auch unterirdisch und auf wenig romantische Art zu erkunden. Wie? Durch die  Katakomben!

Steven Bostock/Shutterstock.com

In den Gängen, die im 18. Jahrhundert als Grabstätte dienten, kann man die Gebeine von über sechs Millionen ehemaligen Einwohnern der Hauptstadt begutachten. Ganz schön schaurig, oder? Wer nach dem Rundgang bei kühlen 14 Grad noch nicht genug hat, kann sich ja anschließend noch den größtenteils vor Ort gedrehten Horrorfilm Katakomben anschauen. Die Katakomben-Tour kostet 12 Euro. Frühes Erscheinen lohnt, denn tagsüber sind die Schlangen recht schlang. Mehr Infos über die angebotene Katakomben-Tour gibt es z.B. hier.

Mittsommer in Estland

Ab Juni kommt Estland in Schwung. Der Sommer beginnt, und alle warten auf den längsten Tag des Jahres. Der Mittsommer, in Estland Jaanipäev genannt, wird in der Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni gefeiert. Beim wichtigsten Fest neben Weihnachten treffen sich die Esten traditionell mit Familien und Freunden. Zum Brauch gehört es, in der Mittsommernacht über ein Lagerfeuer zu springen und so für Glück und Wohlstand zu sorgen.

Mittsommer in Estland

RENATO SEIJI KAWASAKI/Shutterstock.com

Für Urlauber sind die »Weißen Nächte« rund um den Mittsommer ein Erlebnis. Warum nicht die Johannisnacht auf besondere Art erleben? Um drei Uhr in der Früh laden die Organisatoren des Musikfestivals in Suure-Jaani auf die Hochmoorinsel Hüpassaar zum Sonnenaufgangskonzert. Dies ist der Höhepunkt des Festivals für klassische und estnische Musik, das ab dem 17. Juni mit zahlreichen Konzerten in einer orthodoxen Kirche, mehreren Cafés, einem Feuerturm und anderen Locations zelebriert wird.

Reisetipp für Pfingsten: Wandern auf Mallorca

Die Serra de la Tramuntana im Nordwesten Mallorcas erstreckt sich über eine Breite von 90 Kilometern und eine Fläche von 1.000 Quadratkilometern. Somit nimmt sie fast 30 Prozent der Fläche Mallorcas ein. Sie bietet eine Reihe von Wanderwegen, die sich prima im Frühsommer entdecken lassen: die Bahnstrecke Tren de Sóller, die literarische Route von Valldemossa nach Pollença oder die Ruta de la Pedra en Sèc. Von der Plaza d’Espanya in Palma startet der »Tren de Sóller«. Seit 1912 überwindet die Strecke die natürliche Barriere der Serra d’Alfàbia, die 496 Meter Höhe erreicht, und verbindet auf einer Länge von 27 Kilometern die Inselhauptstadt Palma mit dem kleinen Örtchen Sóller im Nordwesten. Während der Fahrt mit der historischen Bahn genießen Naturliebhaber einen tollen Ausblick auf die Bergwelt der Serra de Tramuntana.

Archivo ATB

Literaturinteressierte erfahren auf der Route von Valldemossa nach Pollença alles rund um Mallorcas Dichter und Denker. Tipp: Eine 13,5 Kilometer lange Straße führt von Port de Pollença zum Cap de Formentor, wo sich der wohl berühmteste Dichter von Pollença, Miquel Costa i Llobera, zu seinem symbolträchtigen Gedicht »El Pi de Formentor« hinreißen ließ.

Auf der Ruta de la Pedra en Sèc schließlich kann man Landschaften kennen lernen, in denen Mauern aus Trockenstein (Katalanisch: pedra en sèc) zu sehen sind – eine traditionelle Technik, bei der Steine ganz ohne Mörtel, sondern lediglich durch maximale Kontaktfläche und mit Hilfe der Schwerkraft miteinander verbunden sind. Dieser Fernwanderweg, GR 221, ist 283 Kilometer lang und bietet den Wanderern zahlreiche Unterkünfte mit Verpflegung. Bei den meisten handelt sich um alte Häuser, die in der traditionellen Bauweisen der Serra de la Tramuntana restauriert wurden.

 

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