Sie denken, die Welt sei nicht genug? Das könnte sich als Irrtum herausstellen. Denn wer das Buch »1000 einmalige Reisen« von Lonely Planet durchforstet hat, weiß: Die Welt ist durchaus genug – jedenfalls für ein Leben. Text: Frank Störbrauck

Die Zahl der Orte auf der Welt, die man einmal besuchen möchte, ist für die meisten Menschen wohl endlich. Würde man die Menschheit bitten, doch einmal die Orte aufzuschreiben, die sie in ihrem Leben einmal besuchen möchten, dürften vor allem Klassiker wie New York, Los Angeles, San Francisco, Paris, London, Kapstadt, Rio und Sydney zu Papier gebracht werden. Okay, der eine möchte vielleicht lieber in der Savanne Afrikas, der andere in der Atacama-Wüste Chiles oder in der Weite Sibiriens verloren gehen. Aber mal ehrlich: Mehr als ein paar Dutzend Orte dürfte keiner von uns – zumindest aus dem Stegreif – nennen können.

Wem das nicht genug ist, für den hat der Mairdumont-Verlag in Form seines Reisebuches »Lonely Planet: 1000 einmalige Reisen« die Rettung parat. Schon nach wenigen Minuten des Durchblätterns staunt man nicht schlecht darüber, welche Orte es auf Mutter Erde zu bereisen gibt.

352 Seiten umfasst das Buch

Eingeteilt in 100 Rubriken geht es detailreich zur Sache. In der Rubrik »Die tollsten Tierbeobachtungen« wird dem Leser ganz besonders der Serengeti-Nationpark in Tansania zu Herzen gelegt, wo es in der Spitzenzeit 1,3 Millionen Gnus zu bestaunen gibt. Wer ein Faible für Wasserfälle hat, dem sei der Iguazu-Wasserfall an der Grenze von Argentinien zu Brasilien nahegelegt. Dessen Besuch ist in der Tat viel authentischer als eine Visite der Niagarafälle an der Grenze von den USA zu Kanada, wo die kommerzielle Ausschlachtung und die Menschenmassen gehörig an den Nerven zerren.

Aber nicht nur naheliegende Rubriken werden dem Leser präsentiert; auch solche, die man nicht unbedingt auf dem Schirm hat: historische Leuchttürme, vergessene Städte, geheimnisvolle Plätze, bemerkenswerte Brücken, unfassbare Naturphänomene, schwindelerregende Schluchten, sonderbare Stufen und Treppen, populäre Drehorte – es gibt wohl nichts auf dieser Welt, was den Verfassern des 352 Seiten umfassenden Schinkens entgangen ist.

Beschreibungen sorgen für Kurzweil

Beschrieben werden die Must-to-see-Orte dieser Welt in kurzen Präsentationen, meist rund 20 Zeilen lang. Dank atmosphärischer Bilder sind einzelne Spots besonders herausgehoben. Das sorgt für Kurzweil – ohne, dass die wichtigsten Informationen unterschlagen werden. Die Sprache ist flott, kommt jugendlich, aber nicht anbiedernd daher: »Und alle zusammen: Wasserfälle machen Spaß! Lauter! Und noch einmal!«. Und, am wichtigsten: Tourismus-PR-Kauderwelsch bleibt einem glücklicherweise erspart.

Fazit: Sie haben noch kein Weihnachtsgeschenk für einen Reisefreund? Greifen Sie zu. Mit dem Buch können Sie nichts verkehrt machen. Selbst wenn der Beschenkte glaubt, die Welt bis in den letzten Winkel zu kennen, wird er mit diesem Buch noch Neues erfahren!

Lonely Planet Deutschland, 1.000 einmalige Reisen, erschienen im Mairdumont Verlag, 1. Auflage, 352 Seiten, Preis: 19,90 Euro.

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