Jetzt, wo der Frühling einzieht, ist es an der Zeit, das Fahrrad herauszuholen und loszutrampeln. Wer noch Inspirationen für die nächste Radtour benötigt, findet sie im neu erschienenden Buch »Mit dem Fahrrad auf alten Bahntrassen – Radtouren in NRW«. Wir haben es uns angesehen. Text: Frank Störbrauck

Passionierte Fahrradfahrer, die gern im Urlaub ihrer Leidenschaft frönen, können nicht klagen: An Literatur und einschlägigen Websiten, die sich um ihr Hobby drehen, mangelt es wahrlich nicht. Auch bei den Fremdenverkehrsämtern hat man die Zeichen der Zeit erkannt: Viele Tourismusverbände umgarnen die Biker mit attraktiven Routen und zusammengeschnürten Arrangements. Da möchte man dem Droste Verlag zunächst einmal für seinen Mut gratulieren, ein neues Buch herausgegeben zu haben, das sich speziell an Radfahrer richtet. Aber, und da muss erst gar nicht näher hinschauen, es handelt sich um ein ganz besonderes Buch für Biker: Die vorgestellten Touren führen auf und entlang alter Bahntrassen in NRW.

Die Vorteile dieser meist asphaltierten Radwege liegen auf der Wand: In der Regel weisen sie nur geringe Steigungen auf, denn zu Dampflokzeiten brauchten die Züge sonst eine Schiebelokomotive, was teuer und aufwändig gewesen wäre. Außerdem bieten sich unterwegs fantastische Ausblicke, und ein Hauch von Abenteuer liegt in der Luft, wenn es mit dem Fahrrad über Viadukte und durch stillgelegte Tunnel geht.

21 Routen stellt Wolter vor

Das Land Nordrhein-Westfalen weist seit rund zwei Jahren unter dem Titel »Alleen-Radwegeprogramm« Radwege auf stillgelegten Bahntrassen aus; derzeit sind es 364 Kilometer. Autor Peter Wolter, der sich selbst als Eisenbahner und passionierten Fahrradfahrer bezeichnet, hat sie sich in seinem Buch vorgeknöpft. Insgesamt 21 Routen stellt er vor, das Gros davon hat eine Länge von rund 40 bis 50 Kilometern. Jede Region in NRW hat er bedacht, ob das Münsterland, die Eifel, das Ruhrgebiet, das Sauerland oder das Rheinland. Bei der Auswahl der Strecken hat er darauf geachtet, dass für den Radler Tagesetappen entstehen mit einem Zeitaufwand von 2 bis 6 Stunden bei einer Reisegeschwindigkeit von 13 Kilometern pro Stunde.

Die einzelnen Routen werden auf 6 bis 10 Seiten vorgestellt, der Service-Charakter steht eindeutig im Vordergrund: Neben Infokästen zur Anreise gibt es Tipps für die Einkehr, zu den Sehenswürdigkeiten und zum Fahrradservice. Eine Karte zu jeder Route illustriert den Weg. Im folgenden Fließtext werden die Sehenswürdigkeiten ausführlicher dargestellt, so erfährt der Reisende stets, wo sich unterwegs ein Halt lohnt. Auch interessante historische Infos zu den Bahnstrecken fehlen nicht. Das Ganze ist schnörkellos und informativ beschrieben, man kommt gut damit zurecht.

„Mit dem Fahrrad auf alten Bahntrassen – Radtouren in NRW” von Peter Wolters, erschienen im Droste Verlag, 180 Seiten, 978-3-7700-1502-3, € 14,95