Split, Dalmatiens heimliche Hauptstadt, lockt mit einer pittoresken Altstadt und einem mediterranen Lebensgefühl. Touristen verlaufen sich nur zu gern in den Gängen und Gassen des Wahrzeichens der Stadt, dem Diokletianspalast. Und sonst? Wir haben viele Reise-Tipps für Split und die Umgebung.

Anreise. Der Flughafen Split-Kaštela liegt rund 25 Kilometer nördlich der Innenstadt. Wer hier landet, dürfte erstaunt sein, wie neu alles wirkt. Zurecht: Mitte Juni 2019 wurde das futuristisch anmutende Terminal eröffnet. Von Deutschland aus düsen Flieger mehrmals in der Woche von Köln, Düsseldorf, Stuttgart (Eurowings) sowie täglich von Frankfurt und München (Croatia Airlines) nach Split.

Terminal des Flughafen Split

Frank Störbrauck

Mit dem Bus vom Flughafen in die City

Vom Flughafen aus fahren Busse des Unternehmens Pleso Prijevoz regelmäßig ins Stadtzentrum und zurück. Der One-Way-Preis beträgt 30 Kuna. Darüber hinaus könnt ihr Splits öffentliche Nahverkehrsbuslinien 37 und 38 benutzen.

Wer in Süddeutschland wohnt, kann natürlich auch mit dem Auto anreisen. In einem Tag ist das zu schaffen, ihr benötigt rund zehn Stunden für die Fahrt. Auch Flixbus fährt mindestens einmal täglich von München aus ohne Umstieg nach Split (ab ca. 40 Euro).

Einreise. Ihr braucht lediglich euren Reisepass oder Personalausweis, um (bis zu drei Monate) nach Kroatien zu reisen. Aber den bitte nicht vergessen, nach dem Motto: Innerhalb der EU wird ja eh nicht mehr kontrolliert. Denn: Obwohl Kroatien Mitglied der EU ist, ist es noch nicht dem kontrollfreien Schengen-Raum beigetreten. Das heißt, ihr werdet sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausreise kontrolliert. Allerdings soll Kroatien in Kürze dem Schengen-Raum beitreten.

Schöne Unterkunft am Bačvice-Strand: das Briig Boutique Hotel

Unterkunft. Briig Boutique Hotel (prilaz braće Kaliterna 1, 21000, Split), hübsches Designhotel mit 62 Zimmer und Suiten, nur rund 100 Meter vom stadtbekannten Bačvice-Strand und der Promenade entfernt. Bis zur Altstadt lauft ihr nur rund zehn Minuten. Der kubusförmige, schneeweiße Bau ist zudem auch ein Hingucker in Sachen Architektur und Innendesign. Weitere Pluspunkte: üppiges Frühstücksbuffet, flottes Personal und ein kleiner Pool auf der fünften Etage. DZ ab rund 120 Euro pro Nacht.

Briig Boutique Hotel Split

Frank Störbrauck

Sprache. In Kroatien wird kroatisch gesprochen. Es gilt die lateinische Schrift. Das heißt, die meisten Wörter solltet ihr problemlos lesen können, auch wenn einige Buchstaben diakritische Zeichen tragen. Problematischer dürfte es bei der Aussprache und beim Verständnis der Wörter werden, denn nur wenige Wörter ähneln den deutschen (Ausnahmen z.B. »WC« für Toilette oder »restoran« für Restaurant). Aber keine Sorge: In Dalamatien, ergo auch in Split, sprechen sehr viele Menschen deutsch. Vor allem in den auf Tourismus spezialisierten Etablissements wie Hotels und Restaurants.

Währung. In Kroatien bezahlt ihr mit der Kroatischen Kuna (abgekürzt mit KN oder HRK). 1 Kuna sind aktuell 0,13 Euro (Stand November 2019). Am besten dividiert ihr also alles durch 8, dann habt ihr ungefähr den Wert in Euro ausgerechnet. Im Stadtzentrum von Split findet ihr irre viele Geldautomaten, vor allem rund um den Diokletianspalast.

Tipp: im Mai oder Oktober nach Split

Klima und Reisezeit. Split liegt direkt an der Adria. Es herrscht mediterranes Klima. Das heißt, die Sommer sind heiß und trocken, die Winter relativ mild, dafür aber auch verregnet. Damit ist klar: Wer in Split und Umgebung einen Badeurlaub verbringen möchte, sollte zwischen Mai und Oktober anreisen. Selbst Ende Oktober sind noch Temperaturen um die 25 Grad möglich. Wer einen reinen Städtetrip nach Split plant, sollte eher nicht in den Sommermonaten Juni, Juli und August hinreisen – viel zu heiß!

Kirk Fisher/Shutterstock.com

W-Lan. Wer im Urlaub sein Datenvolumen schonen möchte, kann fast überall kostenlos ins W-Lan-Netz wechseln. Einfach im Café, Restaurant oder Hotel beim Personal nach dem Passwort fragen.

Rauchen. Raucher wissen: Je weiter es in den Süden Europas geht, desto liberaler ist der Umgang mit dem Glimmstängel. So auch in Kroatien, wo – ähnlich wie im benachbarten Serbien – noch relativ viele Menschen rauchen. In vielen Bars und Kneipen, vor allem in den kleinen, wird weiter geraucht. Die Preise für eine Schachtel Zigaretten variieren – je nach Marke – zwischen 2,50 und 3,90 Euro (Stand November 2019). Deutlich günstiger als bei uns also.

Junger Mann raucht, erzeugt Qualm

Daniel Ramos

Kulinarik. In Split – so wie im restlichen Dalmatien – dominieren vor allem zwei Spezialitäten: Fleisch (Balkan!) und Fisch (Adria!). In sehr vielen Restaurants werden euch auch heute noch kiloweise Fleischparaden auf riesigen Tellern serviert. Egal ob Huhn, Schwein, Lamm oder (das heimliche Nationalgericht) Ćevapčići – verhungern muss hier keiner. Vorausgesetzt, man verpönt kein Fleisch. Als Beilagen kommen häufig Pommes frites, aber auch Kartoffelklöße, Gnocchi und Polenta um die Ecke.

Luftgetrockneten Schinken und Käse aus der Region als Vorspeise

Äußerst köstlich und viel gesünder sind die Vorspeisen. Sehr häufig kommt nämlich erst einmal ein großer Salatteller mit Gemüse aus der Region auf den Tisch. Tomaten, Krautsalat, Gurken, Radicchio und Blattsalate dominieren hier. Dazu wird (oft selbstgebackenes) Weißbrot serviert. In besseren Restaurants bekommt ihr auch luftgetrockneten Schinken und Käse aus der Region als Vorspeise. Sehr zu empfehlen! Wer hungrig ist, sollte sich nach schwarzem Tintenfischrisotto erkundigen, ebenfalls eine Spezialität in Dalmatien.

Wer lieber Fisch als Fleisch mag, muss nicht verzagen. Ganz im Gegenteil. Die Auswahl für Fisch- und Meeresfrüchte-Freunde ist riesig. Populär sind vor allem Zahnbrasse, Forelle, Tintenfisch, Wolfsbarsch, Oktobus, Goldbrasse und Makrelen – und zwar gegrillt.

Oktopus in der Pfanne

Jesse Hanley

Probieren solltet ihr unbedingt auch den Fischeintopf Brudet.

Last but not least: die Nachspeisen. Ganz oben auf der Dessert-Liste Kroatiens steht der Palacinke. Das ist eine dünne crêpe-artige Pfannkuchensorte, die – ganz nach eurem Gusto – mit Schokolade, Marmelade, Preiselbeeren oder auch mit Eis serviert wird. Ebenfalls gern gegessen wird Rozata, die kroatische Variante der Creme caramel. Auch Kuchen ist keine Seltenheit, hier vor allem der Apfelstrudel und die Stoner Torte.

Kuchen in Kroatien

Frank Störbrauck

Famoses Bauwerk: der Diokletianspalast

Restaurants. Konoba Varoš (Ul. ban Mladenova 9, 21000, Split). Wer Lust auf kroatische Küche hat, sollte hier einmal vorbeischauen. Das am Rande der Altstadt gelegene Restaurant mit kleiner Terrasse kommt recht urig daher, innen dominieren allerlei Fischerei-Dekorationen das Bild. Auf der Karte finden sich zahlreiche traditionelle Fisch- und Fleischgerichte. Unser Tipp ist eine Spezialität des Hauses: Filet Stroganoff.

Zrno Soli (Uvala Baluni 8, 21000, Split). Wer ein paar Euro, pardon Kuna, mehr ausgeben möchte, sollte diesem Restaurant am Hafen einen Besuch abstatten. Eines vorweg: Das Geld ist gut angelegt. Das Restaurant befindet sich im ersten Stock der Marina des Adriatic Croatia International Club (ACI) und bietet einen tollen Blick auf die Marina. Die (Fisch-)Speisen werden frisch zubereitet und kunstvoll auf den Teller gezaubert. Auch der Service ist exzellent.

Sehenswürdigkeiten. Das, was der Dom für Köln ist, ist der Palast des Diokletian für Split: das Wahrzeichen der Stadt schlechthin. Der 1979 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärte antike Baukomplex nimmt fast die Hälfte der Fläche der Altstadt ein. Für ihn solltet ihr euch mindestens einen halben Tag Zeit nehmen.

Diokletianpalast in Split

Blue Planet Studio/Shutterstock.com

Nun, was gibt es zu sehen? Ihr könnt euch natürlich einfach nur durch den Palast treiben lassen, durch das Kellergewölbe flanieren, die venezianischen Häuser bestaunen und in einem der herrlich romantischen Cafés das Treiben beobachten. Einkaufen könnt ihr auch, es gibt viele kleine schnuckelige Shops und Boutiquen. Wer mehr über die Vergangenheit erfahren möchte, besucht den Papalić-Palast (Stadtmuseum), den Jupiter-Tempel und die Kathedrale Sveti Duje.

Altstadt Split

CNTB

Must see: Marjan-Park und Uferpromenade Riva

Natur- und Erholungssuchende unter euch nehmen Kurs auf den westlich der Altstadt gelegenen Marjan-Park. Hier könnt ihr aber nicht nur durch den Park samt Grünflächen flanieren. Das wäre ein wenig langweilig.

Marjan-Hügel in Split

xbrchx/Shutterstock.com

Stattdessen könnt ihr auf die höchste Erhebung der Stadt kraxeln, den 178 Meter hohen Telegrin. Von dort oben genießt ihr einen tollen Blick auf die Stadt und die vorgelagerten Inseln – Fotoapparat also nicht vergessen! Außerdem solltet ihr – sofern ihr zwischen April und Oktober in der Stadt seid – eure Badesachen mitnehmen, denn an der südlichen Seite findet ihr ein paar hübsche Buchten, in denen ihr schwimmen könnt. Last but not least empfiehlt sich ein Besuch der Galerie Meštrović, die die Werke des gleichnamigen Künstlers zeigt.

Am Abend empfiehlt sich ein Besuch der mit Palmen und Bänken gesäumten Uferpromenade Riva, wo sich ganz vorzüglich das Treiben beobachten lässt. Auch habt ihr hier einen tollen Blick auf die Fassade des Diokletianpalasts.

Ausflüge in die Umgebung. Seid ihr länger als ein Wochenende in der Stadt, empfiehlt es sich, ein paar Tagesausflüge in der Region zu unternehmen. Split ist geradezu prädestiniert dafür. Hier einige Vorschläge:

Mit der Fähre auf die Insel Brač

Vom Hafen aus gelangt ihr mehrmals täglich nach Supetar auf die Insel Brač. Die Fahrzeit beträgt 50 Minuten, der Preis rund 4,40 Euro.

Kroatien-Flagge auf Fähre

Frank Störbrauck

Brač ist knapp 400 Quadratkilometer groß, sie ist damit die drittgrößte der Adria. Hauptattraktion der Insel ist der pittoreske Ort Bol. Hier kann man wunderschön an der langen Uferpromenade entlangschlendern, sich die kleinen Steinhäuser anschauen, in eine der Tavernen einen Kaffee trinken oder zu Mittag essen. Seid ihr im Sommer da, solltet ihr unbedingt zum langen goldgelben Feinkiesstrand Zlatni Rat gehen.

Besucher des Strandes Zlatni Rat in Bol auf Insel Brac in Dalmatien

Frank Störbrauck

Rund 20 Minuten seid ihr zu Fuß unterwegs. Aufgrund seiner Landzungenform und seiner schönen Lage (die Bergkette Bolska Kruna und der Gipfel Vidova Gora im Hintergrund) gilt er als einer der schönsten Strände Kroatiens.

Berühmte Steinmetzschule in Pučišće

Besuchenswert auf Brač ist außerdem die alte Steinmetzschule in Pučišće – die einzige in Europa. Dort wird der bekannte marmorähnliche Kalkstein von jungen Auszubildenden und Studenten mit Hammer, Meißel und anderen Handwerkswerkzeugen in Form gebracht.

Ausstellungsstück in Steinmetzschule in Brac, Kroatien

Frank Störbrauck

Tipp: Wer inseltypisch Mittag- oder Abendessen möchte, sollte die Taverne Kopačina im Inselinneren besuchen. Spezialität des Hauses sind Lammgerichte. Schöne Terrasse.

Wem das zu behäbig ist und wer stattdessen lieber Action erleben will, sollte sich nach Omis begeben. Dort lockt eine der spektakulärsten Zipline Europas. Für umgerechnet 55 Euro seid ihr rund drei Stunden lang über den Schluchten und Tälern des Flusses Cetina unterwegs. Es gibt insgesamt acht Seilverbindungen, die ihr überwinden könnt, mit einer Gesamtlänge von mehr als zwei Kilometern. Tipp: Am Ende der Tour landet ihr an einer Landstraße im Nirgendwo. Gleich um die Ecke, nur rund zweihundert Meter entfernt, lockt ein einsam gelegenes Restaurant, das Kaštel Slanici, wo ihr ein leckeres Piratenmenü verspeisen könnt.

Tagesausflug nach Makarska

Makarska gilt als einer der schönsten Orte an der Adriaküste. Viele Touristen verbringen hier und in der Umgebung ihren Strandurlaub. Aber auch sportlich Aktive nutzen den Ort als Ausgangspunkt für Wanderungen ins angrenzende Biokovo-Gebirge. Wenn ihr nur einen kleinen Ausflug in das Städtchen machen wollt: nur zu! An der Promenade und in den engen Gassen der Altstadt könnt ihr entspannt flanieren, es locken einige Bars und Restaurants. Sehenswert in Makarska ist die Pfarrkirche Sv. Marko, der Barockbrunnen, das Franziskanerkloster und das Muschelmuseum.

Besucher,Altstadt,Makarska

Frank Störbrauck

Wer einmal ein wenig »Landluft« schnuppern möchte, dem sei ein Besuch der Kleinstadt Sinj empfohlen, und hier ganz besonders dem Museum Alka. Das Alka of Sinj Museum, wie es offiziell heißt, ist dem jährlichen Ritterturnier gewidmet, das jedes Jahr im August in der Stadt gefeiert wird. Die Tradition wurde 2010 in die Unesco-Liste des immateriellen Erbes aufgenommen und 2015, zum 300. Jahrestag des Turniers, wurde das Museum, das sich allein diesem Spektakel widmet, eröffnet. Sehenswert sind die Uniformen, Ausrüstungen und Waffen sowie historische Statuen und Regeln, die bis heute erhalten geblieben sind.

Bloß nicht …

… euch in den Tiefen der politischen Befindlichkeiten auf dem Balkan verzetteln. Das Verhältnis der Länder Ex-Jugoslawiens ist leider immer noch nicht frei von Spannungen, der Krieg ist gerade einmal eine Generation her. Daher bitte nur äußerst sensibel und zurückhaltend bei dem Thema auftreten.

… die Bora unterschätzen. Das ist ein vor allem im Herbst und Winter auftretender, ziemlich fieser orkanartiger Landwind.

… euch Bares in einem der unzähligen Touristen-Geldautomaten in der Altstadt besorgen. Die Gebühren fürs Bargeldabheben sind horrend hoch. Sucht euch lieber eine stinknormale Filiale einer Bank oder Sparkasse.

… beim Wandern in der Umgebung Splits die markierten Wege verlassen. Lasst es, vor allem, wenn ihr allein unterwegs seid. Besonders im Biokovo-Gebirge hat sich schon so manch Wanderer verlaufen – und musste anschließend gesucht und gerettet werden.

… ihr wollt baden gehen? Prima. Vergesst aber nicht eure Badeschuhe. An manchen Stellen lauert Gefahr durch spitze Felskanten. Auch eine Begegnung mit Seeigeln lässt sich durch das Tragen von Badelatschen vermeiden.

… in Bars und Restaurants knauserig sein. Zehn Prozent Trinkgeld sind angemessen.

… ein richtig billiges Urlaubsland erwarten. Nein, das ist Kroatien nicht. Besonders in der Hochsaison sind Unterkunft-Schnäppchen rar gesät. In Restaurants und Cafés zahlt ihr etwas weniger als bei uns. So ist selbst in angesagten Cafés der Kaffee für unter 1,50 Euro zu haben. Wer im Supermarkt sparen will, sucht am besten eine der Lidl-Filialen auf. Der Discounter ist überraschend stark in Kroatien vertreten.

Reiseführer zum Schmökern und für unterwegs

Reiseführer. Unser Tipp: der Mittel- und Süddalmatien-Reiseführer von Lore Marr-Bieger, erschienen im Michael Müller Verlag (6. Auflage, € 21,90). Der 536 Seiten lange Reiseführer präsentiert die Region von der schmucken, mittelalterlichen Stadt Trogir über Split und die Makarska-Riviera mit ihren goldgelben Badestränden bis hinab nach Dubrovnik. In gewohnter Michael-Müller-Manier präsentiert der Reiseführer die schönsten Landschaften und Orte Mittel- und Süddalmatiens mit ihren Sehenswürdigkeiten und enthält ausführliche Informationen zu vielen reisepraktischen Fragen. Ein sehr solides Werk, das für alle Dalmatienurlauber ins Reisegepäck gehört!

koffer-anhänger geschenkt

ZUR AKTUELLEN HERBST-AUSGABE REISEN EXCLUSIV