Eine Auszeit nehmen. Eine Floskel, mit der eigentlich niemals eine Reisegeschichte beginnen sollte. Eigentlich. Dennoch, und das ist die Krux, lässt sich ein Wochenende im Steigenberger Hotel Frankfurter Hof gar nicht besser beschreiben. Text: Anja Genz

Thomas Mann, immerhin ein viel gereister deutscher Autor, wird mit folgenden Worten zitiert: »Was ein wirkliches Grand-Hotel ist, habe ich erst wieder in Frankfurt gesehen, im Frankfurter Hof. Da weiß man doch, wofür man zahlt und tut’s mit einer Art Freudigkeit.« Manns Bonmot treibt die Erwartungshaltung in die Höhe. Insbesondere dann, wenn man sich vor Augen führt, dass das Hotel jüngst eine Menge Geld in die Hand genommen hat, um das Haus fit für die Zukunft zu machen: renovierte Grand-Deluxe-Zimmer und einen neuen Wellnessbereich, der nun einen Hamam, einen Barber-Shop und Medical-Wellness-Anwendungen anbietet. Auch dass prominente Gäste wie Elton John, die Rolling Stones oder Politiker wie Michail Gorbatschow das Haus wählen, lässt auf ein Traumhotel hoffen.

Zeit der Anreise

Der Portier strahlt bereits von Weitem. Ein paar Schritte über den roten Teppich und hereinspaziert durch die schwere Tür. Unprätentiös, fast nebensächlich, dieser Eingang. Doch das hat seinen Grund, schließlich will man Diskretion bewahren, für die Prominenz. Dafür beeindruckt das Marmorfoyer samt Rezeption umso mehr. Auch das Grand-Deluxe-Zimmer, geschmackvoll in modernen Grau- und Lilatönen gehalten, ist mit rund 40 Quadratmetern durchaus großzügig. Doch der Komfort stoppt nicht bei den Räumlichkeiten. Aufmerksam geht es weiter: kostenfreies WLAN, griffbereiter Nespresso und TV an der Badewanne. Das Bett ist genüsslich weich, und die Dusche unterhält mit einem kleinen Farbenspiel.

Zeit der Entspannung

Wer im Bademantel aus dem Zimmer tritt, muss nicht befürchten, sich vor dem Spa-Bereich an drei Konferenzsälen vorbeizuschleichen und die Blicke der Anzugträger und Workshopteilnehmer zu ernten. Praktischerweise landet man mit dem Fahrstuhl sozusagen fast unmittelbar in der Wellnesszone. Herausragend zu erwähnen wäre dort der Hamam, eine türkische Dampfbadanwendung.

Entspannen im erstklassigen Spa im Steigenberger Frankfurter Hof

Anja Genz

Der runde dunkle Raum aus goldenen und schwarzen Mosaiken sorgt für eine verzauberte Stimmung – dank des flirrenden Dampfes, der in der Luft zu glitzern scheint. Die warmen Steine empfangen den noch kühlen Körper. Warmes Wasser lässt Masseur Mehmet aus kleinen Schalen über den Körper fließen. Die Vorbereitung zum Peeling. Der Vorgang des Einölens wird nur verzerrt wahrgenommen, denn der Alltagsstress hat sich schon verabschiedet, und spätestens als der raue Handschuh aus Ziegenhaar zum Einsatz kommt und den Körper sanft massiert, hat das Bewusstsein die Außenwelt komplett losgelassen.

Hamam - wohltuend im Steigenberger Frankfurter Hof

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Eine heiße Welle hinterlässt Mehmet mit den streifenden Bewegungen des Handschuhs auf dem Körper. Diese wohlige Wärme, die sich dann in Tiefenentspannung verwandelt, wird abgelöst von Schaumwolken aus Olivenöl und Eukalyptus, die er auf dem Körper platziert. Selbstverständlich handgeschlagen, kunstvoll mit einem Tuch, nach alter Tradition. Wie durch eine Wolke greifen seine Hände hindurch und gleiten massierend am Körper entlang. Ergebnis: der entspannteste Rücken seit Jahren, babyweiche Haut und ein unerreichbar scheinender Alltag.

Zeit der Männlichkeit

Ein wahrhaftes Rasurerlebnis soll ein Besuch des Barbiers sein. Mit fliegenden Händen gefolgt von warmen und kalten Tüchern geschieht eine traditionelle Rasur mit einer derart scharfen Klinge, dass es dem starken Geschlecht schon einmal in bestimmten Momenten den Atem verschlägt. Absolut grundlos, denn Barbier Mounir Damlkhi beherrscht sein Metier. Kein Wunder, schließlich hat sein Werkzeug, sprich die Rasierklinge, den Preis eines Neuwagens der Mittelklasse.

Zeit des Genusses

Nachdem die Zeit im 1.000 Quadratmeter großen Spa wie im Flug verstrich, wird es Zeit, den Magen zu stärken. Entweder im Restaurant Oscar*s bei Crabcake auf mariniertem Rettich mit Senf-Ingwer-Creme gefolgt von getrüffelten Tagliatelle oder im noblen Restaurant Français, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Eins ist klar: Auch die Küche, egal wie leicht oder raffiniert, wird einem Grand Hotel gerecht. Wahre Worte hat er also gesprochen, der viel gereiste Thomas Mann.

Steigenberger Frankfurter Hof. Am Kaiserplatz, 60311 Frankfurt a. M., Tel.: 069 215 02, www.steigenberger.com.

Preis. Spa-Grand-Deluxe-Package inklusive einer Übernachtung (mit Late-check-out) in einem der neuen Grand-Deluxe-Zimmer, 50 Minuten Massage pro Person, einer Mini-Gesichtsbehandlung für die Frau und einer Quick-Shave-Behandlung für den Mann. Ab € 245 p. P./Nacht im DZ. Die Verlängerungsnacht von Samstag auf Sonntag kostet € 99 p. P.

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