Sonne, Strand, Meer. Bauhaus-Architektur, schicke Geschäfte, spannende Leute und überschäumende Lebensfreude. Tel Aviv ist die schillerndste Stadt im Nahen Osten. Text: Christina Niemann

Die Sonne geht spektakulär unter und taucht den Tel Aviver Strand in unwirkliches, golden schimmerndes Licht. Das Mittelmeer funkelt verführerisch. Die ersten Nachtschwärmer mischen sich unter verspätete Sonnenanbeter. Die schicken Surfboys legen ihre Boards beiseite. Die entspannte Chill-out-Stimmung ändert sich. Der Strand verwandelt sich plötzlich in einen vibrierenden Beach Club.

Eine Stadt, die niemals schläft

Unter beeindruckendem Sternenhimmel verbreiten spontane Konzerte und Drum-Sessions Woodstock-Atmosphäre. Lässige Einstimmung auf eine lange, ausgelassene Clubnacht. »In Jerusalem wird gebetet, in Haifa gearbeitet und in Tel Aviv getanzt«, bringen es die Israelis auf den Punkt. Gefeiert wird bis Sonnenaufgang. Wie New York ist Tel Aviv auch eine Stadt, die niemals schläft. In den sogenannten Dance Bars oder Boutique Clubs mit bunt gemischtem Publikum bringen angesagte DJs das Partyvolk mit House- und Elektroklängen weiter ins Schwitzen.

Die besten Bars befinden sich an der Strandpromenade, der Allenby Street. Etwas versteckt in einer Ecke der Lilienblum Street befindet sich ein Klassiker der Szene, das »New Nanuchka«. Es ist eng, heiß und sehr kommunikativ. DJs bringen das tanzwillige Publikum mit einer wilden Mischung aus 80er-Jahre-Pop, Salsa und Disco völlig aus dem Häuschen. Getanzt wird, wo Platz ist, gerne auch auf Tischen und Bänken. Die überschäumende Fröhlichkeit und ausgelassene Partylaune der Bewohner von Tel Aviv wirken ansteckend. Ihr Geheimnis? Sie leben einfach im Hier und Jetzt. Denn jeder Tag könnte der letzte sein.

Überall wird Strandtennis gespielt

Nach einer langen Partynacht darf der nächste Tag mit einem entspannten Frühstück beginnen. In einer kleinen Strandbar bei Cappuccino und Meeresrauschen. Aufwachen in seiner schönsten Form. Einsam ist es nicht. Denn es sind bereits Leute unterwegs, die schon am frühen Morgen bei Müßiggängern für ein schlechtes Gewissen sorgen. Kurz nach Sonnenaufgang laufen die ersten Jogger am Strand auf und ab, machen Yogaübungen oder spielen Matkot. Der Nationalsport der Israelis ist eine Art Strandtennis mit übergroßen Tischtennisschlägern aus Holz und einem Gummiball. Über sechs Monate im Jahr scheint die Sonne täglich mit voller Kraft vom knallblauen Himmel. Vermutlich, weil die lebensfrohe Metropole ihr glühendes Herz erobert hat. Dem Charme der zweitgrößten Stadt des Landes kann sich niemand entziehen.

Tagsüber ist es ein Mekka für Shopping, Kunst und Kultur. Das Schöne an Tel Aviv: Hier lässt sich alles zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden. Zwischen den Wolkenkratzern finden sich kleine Oasen wie Neve Tzedek.

Shalom Shabazi street in historic Neve Tzedek

Fotokon/Shutterstock.com

Das wirklich allerliebste ehemalige Gründerviertel der Stadt verströmt trendgerechten Shabby Chic. Kleine, puppenstubenartige Häuschen wirken so einladend, dass man alle unbedingt von innen sehen möchte. In der Shabazi Street zieht eines der Gebäude alle Blicke auf sich.Es ist über und über mit roten, blauen und grün gemusterten Matkotschlägern verziert.

In der Gegend rund um die Shabazi Street haben die Künstler und Designer ihr Territorium abgesteckt

Hier wohnt Amnon Nissin, ein echter Fan des Spiels und mächtig stolz auf seine Sammlung. Wer ihn antrifft und sich interessiert zeigt, darf in seinem Wohnmuseum, wie er es nennt, weitere Exemplare begutachten. In das dörflich anmutende Großstadtidyll rund um die Shabazi Street haben sich Künstler und Designer verliebt.

In kleinen, schick renovierten Läden bieten sie raffinierte Kleiderkreationen, Schmuck oder Wohnaccessoires zu moderaten und manchmal weniger moderaten Preisen an. Dazu locken etliche Cafés mit lauschigen Hinterhöfen und Schatten spendenden Feigenbäumen und servieren belebenden, frisch gepressten Granatapfelsaft. Herrlich! Gleich um die Ecke befindet sich der größte und bekannteste Markt namens Shuk Ha’Carmel. Genau so stellen sich Nordeuropäer einen orientalischen Markt vor. Geschäftiges Treiben, überwältigendes Angebot, lautes Stimmengewirr.

Shoppen auf dem Rothschild Boulevard und der Shenkin Street

Hierher kommt die ganze Stadt – auch die wohlhabenderen Einwohner – und feilscht mit den Händlern um Preise für Orangen, Auberginen, Käse oder Gewürze. Handeln ist unbedingt erwünscht. Ebenfalls nicht weit entfernt befindet sich die Shenkin Street, Tel Avivs exklusivste Shoppingmeile. In der Dizengoff Street und auf dem Rothschild Boulevard gibt es neben schicken Geschäften auch die schönsten Gebäude der Stadt. Hier befinden sich die meisten der 4.000 Häuser im Bauhausstil. Das Viertel wird auch »weiße Stadt« genannt, weil die liebevoll hergerichteten Häuser in leuchtendem Weiß erstrahlen. Seit 2003 gehören sie zum Weltkulturerbe.

Auf dem Weg nach Jaffa liegt der alte Bahnhof HaTachana. Der stylische Komplex umfasst etwa 22 Gebäude, in denen Museen, Galerien und Bistros zum Shoppen und Verweilen einladen.

HaTachana-Bahnhof in Tel Aviv

Roman Yanushevsky/Shutterstock.com

Jaffa, die ehemalige antike Hafenstadt, bezaubert mit malerischen Gassen, geschichtsträchtigen Fassaden und orientalischer Ausstrahlung. Attraktion ist der tägliche Flohmarkt. Kunstgalerien, Teppich- und Schmuckgeschäfte vervollständigen das pittoreske Bild. Restaurants wie »Dr. Shakshuka« servieren das gleichnamige Traditionsgericht. Die würzige Mischung aus geschmorten Tomaten, Paprika und Eiern wird in der offenen Küche spektakulär zubereitet. Eine optimale Stärkung, um den höchsten Punkt Jaffas zu erklimmen – die nach Petrus benannte St. Peter-Kirche. Oberhalb liegt ein kleiner Park und man genießt von dort einen atemberaubenden Blick auf das Mittelmeer und die Skyline der pulsierenden Stadt.

Anreise, Unterkunft, Shopping

Anreise. 15-mal pro Woche ab Frankfurt a. M., Berlin/Schönefeld und München nach Tel Aviv mit El Al, www.elal.de.

Unterkunft. Hotel David Intercontinental, 12 Kaufman Street, Tel Aviv, 61501, Tel.:+972-3-7951111. www.ichotelsgroup.com

Shopping. Schmuck und Accessoires. Keren Wolf, Shabazi Street 1, www.kerenwolf.com
Junges israelisches Design. Elise, Shabazi Street 30, www.boutique-elise.com, Fischküche. Fortuna del Mar, Tel Aviv Marina, Tel.:+972 3 523 7630 Traditionelle Küche. Dr. Shakshuka, Beit Haeshel Street 3, Tel Aviv-Jaffa Tel.: +972 3 682 82 42 Tanzbar. The New Nanuchka, Lillenblum 30 Bauhaus Center. Dizengoff Street 99, www.bauhaus-center.com Schokoladenboutique. Max Brenner, 45 Rothschild Avenue, www.maxbrenner.com

Info. Go Israel, Friedrichstr. 95, 10117 Berlin. www.goisrael.com/tourism_ger

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