Jacky würde sich wundern, was ihr im Laufe des Jahres alles widerfahren ist. Zuerst ist sie in die Türkei geflogen, dann wurde sie wegen Läusealarm eingefroren, und nun liegt sie schon wochen­lang auf der Ablagefläche des Feuerwehrautos. Text: Jennifer Latuperisa-Andresen

Doch wer ist Jacky? Jacky ist ein Wiesel, zumindest glauben wir das. Sie ist ein Stofftier mit langem Hals und großen Zähnen. Und sie stammt aus Saalbach-Hinterglemm. Besser gesagt aus dem Unterschwarzachhof. Und weil Jacky – nicht das Stofftier, sondern die Lebende – dieses Wiesel unserer Tochter zum Abschied geschenkt hat, hat diese, also unser Kind, das Kuschelwiesel, kur­zerhand auf der Rückreise Jacky genannt. Dafür hatte sie ihre Gründe. Sieben Tage lang war eine Person immer präsent, und ihren Namen hörte man des Öfteren durch die Räume raunen: Jacky Hasenauer, die Menschliche, Mutter von zwei Kindern und nebenbei, jetzt wird sie lachen, Hotelbesitzerin des durchaus schmucken Unterschwarzachhofes.

Jacky Hasenauer ist die Seele des Hauses

Warum sie lachen oder zumindest schmunzeln wird? Weil Jacky, die Hotelbesitzerin, in ihrem Job aufgeht, und weil dieser Job, zumindest scheint es so, ihr Leben ist und »nebenbei« eine eindeutige Untertreibung wäre. Jacky ist einfach immer da. Das beschreibt ihren Charakter ganz gut, und würde man diesen auf ein Wort reduzieren müssen, dann würde es »aufopfernd« lauten. Wer eine Frage hatte und an die Rezeption kam – der traf auf Jacky.

Wer sich für eine Spa-Behandlung im modernen und sehr schönen Wellnessbereich interessierte –  der ließ sich von Jacky beraten, massiert hat dann natürlich jemand anderes. Wer morgens von den Kindern geweckt wurde und nur auf eine Tasse Kaffee wartete, der bekam sie serviert – von Jacky. Und wer sich am Abend zuvor gefragt hat, was denn genau am nächsten Tag unternommen werden soll, der bekam Aufklärung beim Abendessen – durch Jacky.

Aber das war noch nicht alles: Tagsüber probte sie mit den Kindern eine Hochzeit oder integrierte die Schüchternen und beruhigte die Aufbrausenden. Danach, oder davor, keiner weiß es so genau, unternahm sie eine Nordic-Walking-Tour bergauf und bergab für alle interessierten Hotelgäste, kostenlos und täglich, und ich bin mir sicher, in der Küche hat sie bestimmt auch ab und an mal vorbeigeschaut. Ganz selbstverständlich und praktisch nebenher, und jetzt wird sie wieder schmunzeln, führt sie ihr Personal oder stattet das Hotel aus, denn auch darum kümmert sich Frau Hasenauer.

38 Zimmer hat das Hotel

Die Farben der Stoffe, die Möbel, die Servietten, ja selbst die Abschiedsgeschenke der Kinder, in diesem Fall der Wiesel, organisiert und plant sie persönlich. Das 38 Zimmer große Vier-Sterne-Hotel hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Es ist persönlich. Es spricht jeden Gast individuell an. Alle werden integriert, es entsteht eine Gemeinschaft, ob man will oder nicht. Selbst ich habe nun Bekannte, die ich vorher noch nicht kannte, und ich gehöre nicht gerade zu den Personen, die sich beim Abendessen an fremde Tische setzen und losplaudern. Es war mehr Jackys Einfluss, der Türen öffnete. Jacky war also überall, man fühlte sich umsorgt und bestens aufgehoben – anscheinend etwas, das schon unsere Tochter begriffen und gefühlt hat, und höchstwahrscheinlich hat sie deswegen das Stofftier, das Wiesel, Jacky genannt.

Aber viele, und das waren einige, wollten  wissen, warum wir unbedingt zurückkehren wollen in das sommerliche Saalbach-Hinterglemm. Die meisten assoziieren mit den zwei Orten carven, feiern und Schnee. Aber was soll da schon im Sommer sein? Zuerst einmal: Die Berge bleiben in der schneearmen Jahreszeit und bieten immerhin 400 Kilometer Wanderwege. Es gilt also die Gipfel zu erklimmen, zum Beispiel mit dem Mountainbike – diese bekommt man kostenlos im Unterschwarzachhof bei Jacky, aber Achtung, es ist wahnsinnig anstrengend, den Berg hinaufzufahren.

Kuschelmuschel im Spa

Hatte ich erwähnt, dass mich als Flachlandfrau der Hügel zum Hotel schon fast überforderte? Wer lieber bergab sportlich ist, der kann sein Rad mit in die Gondel nehmen und sich nach oben transportieren lassen, um dann die Bremsen downhill zu strapazieren. Schön ist es auch, in die erstklassigen Hütten einzukehren und bei einem Almdudler den wagemutigen Radfahrern zuzusehen. Es gibt das Käpt’n Hook Freizeitbad oder aber auch im Unterschwarzachhof einen schönen Innen- und Außenpool für die gesamte Familie. Ab und an, wenn das Wetter es zulässt, gibt es noch ein Riesenkinderplanschbecken und wunderbare Day-Beds. Und bei schlechtem Wetter? Jackys Tipp: Kuschelmuschel. Eigentlich ein Schlammfest mit dem wohlklingenden Namen »Salve-in-terra«. Ein ganz besonderes Rundumverwöhnprogramm mit Lichteffekten und Musik und enzymatischer Erde, die als Körperpeeling auf die Haut aufgetragen wird – gegenseitig. Und das tut gut, genauso wie die Wärme und Nähe, die dabei entsteht.

Und Jackys Ideen für den Hotelkinderclub »Glemmis Kids World« sind nur schwer zu überbieten. Während nämlich bei schlechtem Wetter getanzt, gespielt oder gebacken wird, kann bei Sonnenschein der Biobauernhof der Familie Hasenauer erkundet werden. Tägliches Ponyreiten ist inklusive, selbst der Helm. Toni, Jackys Mann, den habe ich ja noch gar nicht erwähnt, kümmert sich um den hauseigenen Biohof und gibt Melkkurse für die Kinder oder macht mit ihnen ein Pferdekutscherdiplom. Und welches Hotel kann schon behaupten, dass es einen eigenen Streichelzoo hat?

Und wenn der Unterschwarzachhof doch mal zu klein wird, dann werden  Ausflüge gemacht; etwa zum Teufelswasser oder es wird auf Kobold Kodoks Spuren gewandert. Alles geplant von einer Frau.  Ich bin mir sicher: Die echte Jacky wünscht sich ab und an mal, mit jemandem tauschen zu können. Vielleicht mit unserem Wiesel, das schon wochenlang auf der Transportfläche des Feuerwehrautos entspannt.

Anreise und Kontakt

Unterkunft. Der Unterschwarzachhof. Schwarzacherweg 40,  5754 Hinterglemm, Tel.: +43 (0) 65416633, E-Mail: hotel@unterschwarzach.at. Ein Vier-Sterne-Superior-Hotel, das sich als Familien- und Wohlfühlhotel versteht.  Empfehlenswert sind die Suiten ab 55 qm. Eine Übernachtung beinhaltet Fahrräder, Freizeitaktivitäten und die Nutzung des Kinderclubs.

Anreise. Am besten mit dem Auto, dann kann man auch in die Umgebung fahren. Oder aber mit dem Flugzeug bis nach Salzburg.

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