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Parkhotel Quellenhof Aachen
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Parkhotel Quellenhof Aachen Monheimsallee 52 52062 Aachen www.parkhotel-quellenhof.de
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Der erste Eindruck
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Prächtig. Und überraschend. Aber auf die Überraschung kommen wir später zurück. Erst mal Bewunderung: Sooooo muss ein echtes Grandhotel aussehen! Ein eleganter Koloss, sofern das kein Widerspruch in sich ist: Breite Auffahrt, ikonische Säulen, neoklassizistische Fassade, ein schicker Kurpark nebenan.
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Der Quellenhof ist ein Haus, das schon Gäste empfing, bevor der Begriff »Boutiquehotel« überhaupt erfunden worden war. Schon 1916 wurde das Haus eröffnet, mitten im Ersten Weltkrieg. Peter Ustinov soll ihn später mal das »Adlon des Westens« genannt haben. Auch wenn das Zitat auf unsicheren Quellen beruht: Grandezza kann der Quellenhof auf jeden Fall! Ist ja auch kein Zufall: Konzipiert wurde der Palastbau von den renommierten Münchner Architekten Karl Stöhr und Theodor Fischer. Sie entwarfen eine monumentale, neoklassizistische Fassade mit markanten Säulen, inspiriert von den elegantesten Grandhotels Europas.
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Drinnen setzt sich der Eindruck fort. Hohe Decken, Holzvertäfelungen, schwere Sessel, Kamin- und Teehalle, ein Flügel, an dem tatsächlich gespielt werden darf. Das Entscheidende: Der Quellenhof versucht nicht, seine 110 Jahre auf dem Buckel zu verschleiern. Man ist in Würde gealtert, Respekt!
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Wer wohnt hier?
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Das ist kein Hotel für Menschen, die beim Check-in sofort ihr Smartphone zücken müssen, um die Lobby zu filmen. Es wirkt eher wie ein Haus für Gäste, die froh sind, dass der Concierge den Titel vor ihrem Namen noch parat hat. Geschäftsreisende sitzen neben Wochenendgästen, Kongressbesucher neben Paaren, die sich Aachen, Maastricht oder Brügge mal etwas genauer ansehen wollen, ist ja alles in der Nähe.
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Und natürlich gehören auch die feinen Aachener selbst mit dem abgespreizten Klenkes zum Publikum. Zum Essen, zum Afternoon Tea, zum Cocktail oder einfach, weil ein echtes Grandhotel immer auch ein Wohnzimmer seiner Stadt sein sollte. Diesen Anspruch erfüllt Aachen.
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Überraschend indes, und darauf wollten wir ja zurückkommen, ist der Umstand, dass es im vergleichsweise kleinen Aachen solch ein Haus überhaupt gibt. Ist es nicht etwas zu großzügig bemessen für den Markt der Grenzstadt nach Holland und Belgien? Möglicherweise ein kleines Problem: Während der Hochsaison – wenn der berühmte Karlspreis vergeben wird oder das CHIO Reitturnier ganz in der Nähe stattfindet – entspricht das Haus in puncto Auslastung und Niveau dem Anspruch eines weltläufigen Nobelhotels, dann schlenderten schon mal Ex-Kanzler Kohl oder Bill Clinton durch die weiten Hallen.
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Gut geschlafen?
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122 Zimmer und Suiten hat das Haus. Ein Teil davon wurde 2023 neu gestaltet, weitere Etagen folgten 2025. Rosé, Dunkelgrün, florale Stoffe, klassische Formen und Boxspringbetten bestimmen das neue Konzept. Das Ergebnis ist erstaunlich und erfreulich unzeitgeistig: Die Zimmer wollen nicht cool sein. Sie wollen schön sein. Gediegen, solide, reell! Das passt zu diesem Grandhotel auch besser als Sichtbeton, unverputzte Decken und eine einsame Designerlampe, deren Bedienung man erst nach einem YouTube-Tutorial unfallfrei hinkriegt.
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Große Fenster öffnen sich je nach Lage zum Kurpark oder Richtung Stadt, die Räume sind angenehm großzügig, und in den besseren Kategorien gibt es auch wieder Dinge, die man früher in guten Hotels voraussetzte – beispielsweise eine Minibar. Aber klar: Ein Haus mit diesem Anspruch wird nun einmal nicht an einem Vier-Sterne-Stadthotel gemessen, sondern an seiner eigenen großen Vergangenheit.
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Der Wellnessfaktor
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Aachen ohne Wasser wäre ungefähr wie München ohne Bier. Schon die Römer badeten hier, Karl der Große ebenfalls, und auch der Quellenhof trägt die große Bädertradition schon im Namen. Nur sollte man daraus keine falschen Schlüsse ziehen: Wer wegen des berühmten Aachener Thermalwassers anreist, marschiert besser ein paar Schritte weiter zu den Carolus Thermen. Dort spielt die Stadt wellnessmäßig in der Champions League.
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Der Quellenhof selbst begnügt sich mit der angenehmeren Rolle des gut ausgestatteten Grandhotels: 900 Quadratmeter Spa, ein ordentlich großer Innenpool, finnische Sauna, Biosauna, Dampfbad, Ruhebereich und Treatments. Hübsch, ruhig, gepflegt – aber kein Wellness-Wunderland, für das man allein nach Aachen reisen würde. Und das muss es auch gar nicht sein. Schließlich hat man eines der besten Argumente für ausgedehntes Thermalbaden praktisch vor der Haustür.
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Bauchgefühl
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Kulinarisch ist der Quellenhof interessanter, als es der etwas brave Name des Restaurants »Bistro« vermuten lässt. Natürlich kann man hier klassisch zu Abend essen, aber spannender sind fast die kleinen Rituale, mit denen das Haus versucht, auch Aachener von draußen hereinzulocken. Dienstags gibt es »Gambas Unlimited«, donnerstags wird in der Elephant Bar »Currywurst & Champagner« serviert, eine Kombination, die irgendwo zwischen Ruhrgebiet und Paris pendelt und vielleicht deshalb ziemlich charmant ist.
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Dazu kommen Brunch, saisonale Themenabende und der klassische Afternoon Tea. Am schönsten beginnt der Tag allerdings im Frühstücksraum beziehungsweise, bei gutem Wetter, draußen auf der erhöhten Terrasse mit Blick ins Grüne. Hohe Räume, viel Licht, Grandhotel-Atmosphäre – hier sitzt man gern länger als nötig.
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Das Frühstück selbst ist gut und reichhaltig, in einem Haus dieser Kategorie dürfte das Buffet allerdings gerne noch eine Spur raffinierter, auftreten. Ein paar regionale Spezialitäten, ungewöhnlichere Kleinigkeiten oder eine stärkere Handschrift aus der Küche würden aus einem sehr guten Hotelfrühstück ein erinnerungswürdiges machen.
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Das besondere Etwas
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Die Elephant Bar. Ganz klar. Dunkles Holz, gedämpftes Licht, Ledersessel, Whiskyflaschen und auch nach 22 Uhr kein DJ hinter der Bar, der für sein Set im Gemeindehaus mit Kirmespop trainieren würde. Die Elephant Bar hat Klasse!
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Mehr als 70 Whiskys stehen zur Auswahl, dazu die üblichen Verdächtigen der gepflegten Trinkkultur: Martini, Negroni, Whiskey Sour, Champagner, Cognac und Gin. Eine gute Hotelbar erkennt man auch daran, dass man dort auch gerne sein möchte, wenn man gar nicht im Hotel wohnt. Die Elephant Bar ist so ein Ort.
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Warum sie so heißt, versteht man spätestens beim zweiten Blick auf die Wände. Elefanten überall. Großformatig, nach historischen Fotografien von einem chinesischen Maler auf Leinwand übertragen. Die Bar wurde bewusst im Kolonialstil gestaltet – eine Verbeugung vor jenen Bars alter Grandhotels, in denen Reisende einst bei Gin Tonic oder Singapore Sling die Welt kleiner tranken. Politisch ist die koloniale Romantik heute zwar etwas aus der Zeit gefallen. Als Zuflucht für stilbewusste Damen und Herren funktioniert sie trotzdem prächtig.
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3 gute Gründe, dort zu buchen
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1. Weil Grandhotels selten geworden sind. Der Quellenhof hat seit 1916 Kriege, Könige, Politiker, Kurgäste, Kongresse und diverse Hotelmoden überlebt. Geschichte kann man renovieren, nachbauen kann man sie nicht.
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2. Weil die Lage ausgezeichnet ist. Direkt am Kurpark, nur wenige Gehminuten von Altstadt, Rathaus und Dom entfernt – und dem Aachener Tivoli, dort wo die Kartoffelkäfer in der dritten Liga reüssieren und über ein erstaunlich enthusiastisches Publikum verfügen.
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3. Weil der Quellenhof noch Räume besitzt, in denen man bleiben möchte. Kaminhalle, Terrasse, Spa und vor allem die Elephant Bar sorgen dafür, dass man nicht ständig das Gefühl hat, aus dem Hotel fliehen zu müssen, um etwas zu erleben.
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Photocredits: Parkhotel Quellenhof Aachen/Julia Schiffers/PCTRBRLN
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