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The Hoxton, Holborn

The Hoxton, Holborn
199-206 High Holborn
London, WC1V 7BD
Großbritannien

Telefon: +44 207 661 3000
https://thehoxton.com/de/london/holborn

220 Zimmer


getestet von Konrad Bender

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Der erste Eindruck

Meine Güte, was ist das wuselig hier in der Lobby? Der weitläufige, offene Empfangsbereich im The Hoxton, Holborn ist auch unter der Woche gefühlt bis auf den letzten, schwer gemütlichen Polstersessel voll besetzt. Das Erdgeschoss der ehemaligen Telefonvermittlungsstelle präsentiert sich als mondäner Melting Pot von Locals und Touris gleichermaßen. Der Blick durch den Raum wird höchstens einmal durch eine Betonsäule gestört, ansonsten ist der Bereich herrlich offen gestaltet. Menschen in eleganten Outfits tippen stilvoll auf ihren Laptops herum, während sie an ihrem Flat White mit Hafermilch nippen. Am Nebentisch werden Ausstellungs- und Dinner-Tipps ausgetauscht, und gleichzeitig rauscht jemand mit seinem kleinen Rollköfferchen – natürlich farblich zum Trenchcoat abgestimmt – in Richtung Rezeption. Schließlich ist das hier immer noch ein Hotel. Einchecken, bitte!

Wer wohnt hier?

Aus dem Weg, Erholungssuchende und Resortfans, hier kommen urbane Entdecker! Das Hoxton, Holborn ist ein Anziehungspunkt für alle jene, die sich für ein paar Tage als Teil der pulsierenden und sich ständig neu erfindenden Metropole fühlen wollen, die auf den Namen London hört. Ganz wichtig dafür: die richtige Garderobe. Tatsächlich sehen viele der Gäste aus, als wäre ihr Outfit sorgsam ausgewählt und abgestimmt, gleichzeitig aber völlig mühelos aufgetragen. Und keine Sorge, in White Tie läuft hier niemand auf. Dafür aber mit einem nonchalanten Chic, den es beim Stadtbummel zwischen Westminster, Covent Garden und Oxford Street eben braucht.

Gut geschlafen?

Eins gleich vorweg: Zimmer in London sind notorisch klein. Kein Wunder, schließlich zählen die Immobilienpreise hier zu den höchsten in Europa. Und tatsächlich hat die Standard-Zimmerkategorie im Hoxton, das »Cosy«, gerade einmal 16 Quadratmeter Fläche, die größte Klasse »Biggy« schlägt immerhin mit 27 Quadratmetern zu Buche. Aber keine Sorge, die sind bestens ausgenutzt und auch noch wunderbar stilvoll eingerichtet. Das wohlig-warme Parkett unter den Füßen, viele Holzelemente, waldgrün-samtgepolsterte Stühle und die cremefarbene Tapete sorgen im Zusammenspiel für eine einladende Wohnlichkeit, ohne ins Kitschige zu kippen. Im Queensize-Bett kommt, allem Citytrip-Trubel zum Trotz, dann auch noch der letzte Jetsetter zur Ruhe, während aus dem Vintage-Kofferradio der Sound der Stadt dudelt.

Apropos Vintage: Es ist natürlich kein Zufall, dass Zimmer und öffentliche Bereiche im Hotel gelegentlich wie das Set eines Mad-Men-Reboots anmuten. Denn im Design des Hoxton, Holborn verweisen zahlreiche Elemente mit viel 50er- und 60er-Jahre-Charme auf die Vergangenheit des Gebäudes als Londoner Telephone Exchange. Das fängt an bei den Oldschool-Telefonen mit Hörer und Wählscheibe auf dem Beistelltisch, geht über den schnieken Terrazzo-Boden im Bad und führt bis hin zu den charaktervollen, schwarzumrandeten Leuchtern an der Decke. Hallo, Vermittlung?

Bauchgefühl

Das Hotelrestaurant, ebenfalls ins offen geschnittene Erdgeschoss integriert, hört auf den Namen »Rondo«. Venezianisch geht es hier allerdings nicht zu, dafür aber britisch. Und, um gleich allen Spöttern zuvorzukommen, die britische Küche besteht tatsächlich aus mehr als nur Fish & Chips (nicht, dass da etwas gegen einzuwenden wäre). Küchenchef Tristan Downes hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Landesküche aufzufrischen und gleichzeitig mit der Saison zu gehen. Und so findet sich auf der Frühlingskarte das Perlhuhn mit Palmkohl und Bratensoße neben dem gegrillten Kürbis mit Topinambur und Kokosjoghurt wieder. Wer es absolut frisch haben möchte, bestellt einfach den (Markt-)Fang des Tages. Da wären wir dann doch wieder beim Fisch.

Fürs Frühstück à la carte geht es ebenfalls ins Rondo. Die volle Stärkung gewährt das Full English, wer den eigenen Cholesterinspiegel etwas genauer im Blick hat, greift stattdessen »nur« zu einem Avocadotoast mit pochiertem Ei. Oder gleich zur Super-Bowl mit Avocado, Mandeln, Grünkohl, Edamame und wiederum dem pochierten Ei. Für den ganz schnellen Hunger tun es aber auch ein Croissant oder ein Cinnamon Bun. Das so gesparte Geld kann gleich abends an der bestens ausgestatteten Hotelbar reinvestiert werden. Warum überhaupt vor die Tür gehen?

Das besondere Etwas

Auf die Gefahr, altgediente Newsletter-Fans hier zu langweilen: Die Lage des Hoxton, Holborn ist fantastisch! Insbesondere für London-Erstlinge, die noch die großen Sehenswürdigkeiten auf der To-do-Liste haben. Bis zum berühmt-berüchtigten British Museum sind es zu Fuß gerade einmal zehn Minuten. Die trubelige Chinatown mit all ihren Restaurants ist ebenfalls in wunderbarer Laufnähe, ebenso Covent Garden oder die Oxford Street. Und sogar bis zum Parlament mit Big Ben und der unvergleichlichen Westminster Abbey (Achtung: stolze 31 Pfund Eintritt) könnten spazierfreudige London-Urlauber es in 30 Minuten zu Fuß schaffen. Direkt neben dem Hotel liegt aber auch die Tube-Halte »Holborn« und gleich um die Ecke fahren nahezu im Minutentakt die roten Doppeldeckerbusse ab. Ach, und bis zum Eurostar-Terminal in St. Pancras ist es auch nicht weit.

3 gute Gründe, dort zu buchen

1. Das Personal. Zwar war hier viel von Stil, Chic und Outfits die Rede. Doch im Hoxton hat niemand den Kopf über den Wolken. Insbesondere die Mitarbeiter geben dem Gast das Gefühl, bei Freunden zu Hause zu sein und haben im Zweifel auch immer einen Tipp in Sachen Gastronomie oder Abendgestaltung.

2. Der Stil. Die Geschichte des Hauses ist an vielen Ecken in die Gestaltung inkorporiert und es macht Spaß, mit offenen Augen durch die Räume und Gänge des Hotels zu flanieren.

3. Die Lobby. Falls es noch nicht deutlich wurde: Die Lobby ist das Herzstück des Hauses und weit mehr, als nur ein Empfangs- und Verwaltungsraum. Sollte im Londoner Reiseitinerar einmal eine Lücke sein (als ob…), dann lässt sich hier ohne Probleme die Zeit vertreiben.

Photocredits: The Hoxton, Holborn; Konrad Bender (1)

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