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Das Central -
Alpine. Luxury. Life

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Das Central - Alpine. Luxury. Life
Auweg 3, 6450 Sölden,
Österreich
Telefon: +43 (0) 5254 22 600
www.central-soelden.com

125 Zimmer & Suiten
€€

getestet von Jennifer Latuperisa-Andresen

Der erste Eindruck

Sölden hat ein offensichtliches Platzproblem, das dem Besucher beim ersten Aufenthalt im Ort sofort auffällt. Hotels stehen Schulter an Schulter, dazwischen passt kaum ein Briefumschlag. Umso erstaunlicher ist, was die Familie Falkner aus diesem engen Korsett herausgeholt hat. Das Central ist groß, ohne sich groß zu machen – eine seltene Disziplin in dieser Hotelliga.

In der Lobby empfängt einen kein durchgestyltes Statement, sondern eine Wärme, die nicht aus dem Designhandbuch stammt. Und das wiederum liegt an der Tatsache, dass hier seit 1969 dieselbe Familie an der Rezeption steht. Gastgeberin Angelika Falkner hat ein Auge für die Details, die andere Häuser längst an Excel-Tabellen delegiert haben: die Vorhanglänge, die Raumtemperatur, der Tonfall an der Rezeption. »Heimat für Hochgefühle« steht im Slogan, und ausnahmsweise stimmt der Slogan.
Dass viele Gäste in dritter Generation wiederkommen, erklärt sich nach zwei Tagen von selbst.

Wer wohnt hier?

Eine ungewöhnlich breite Mischung, die in dieser Form selten zusammenkommt. Stammgäste mit erhöhtem Wiederkehrerpotenzial treffen auf prominente Sportler:innen. Bode Miller, Alberto Tomba und die Neureuthers haben hier trainiert und sich erholt. Während der Dreharbeiten zu »Spectre« zog Bond-Artdirector Neal Callow ein und blieb länger als geplant. Dass aus dem Set-Aufenthalt eine Freundschaft mit dem Haus wurde, hat Folgen, die direkt am Berg sichtbar sind. Dazu gleich mehr.

Im Sommer kommen Wanderer und Biker, die nach der Tour besternte Gerichte auf dem Teller wollen. Im Winter steigen Skifahrer nach dem letzten Schwung in die Kältekammer statt in die Hotelbar. Familien mit Kindern fühlen sich willkommen, ohne dass die Erwachsenenwelt darunter leidet. Das Central balanciert nämlich all diese Bedürfnisse meisterhaft aus.

Gut geschlafen?

Die Räume erzählen eine Geschichte, die über fünf Jahrzehnte hinweg gewachsen ist. Das Herzstück bleibt die Ötztaler Stube, der älteste Raum des Hauses. 55 Jahre lang fast unverändert, Ende 2025 wurde das Restaurant behutsam renoviert. Die Holzelemente blieben, der Rest ist jetzt etwas frischer.

In den Zimmern und Suiten regiert ein alpiner Lifestyle ohne Folklore-Kitsch. Edle Materialien, ruhige Farben, ein Bett, das hält, was die Zimmerkategorie verspricht. Das Housekeeping arbeitet mit einer Akribie, die im positiven Sinn fast unsichtbar bleibt: Vorhang exakt, Temperatur exakt, Stille exakt. Geborgenheit als Handwerk, sozusagen.

Der Wellnessfaktor

Zurück zum Platzproblem. Auf einem Areal, auf dem andere Häuser gerade so einen ordentlichen Außenpool unterbringen, hat Das Central zwei vollwertige Spa-Welten gebaut. 2.000 Quadratmeter Wellness, verteilt auf zwei sehr unterschiedliche Stimmungen.

Das Summit Spa thront über den Dächern von Sölden. Es ist das architektonische Schmuckstück. 17 Meter langer Infinitypool, in dem die Schwimmer Bahn für Bahn auf die Alpen hingleiten. Großzügige Relax-Zonen, mehrere Saunen (bekleidet). Die Kältekammer arbeitet bei minus 110 Grad und macht klar, warum diese Frische ein echtes körperliches Erlebnis ist und kein leeres Versprechen aus dem Spa-Almanach. Im Sommer öffnet das Summit Spa zum »Night Swim & Sauna« unter freiem Sternenhimmel. Das ist auf vielen Ebenen etwas ganz Besonderes.

Die Wasserwelt Venezia ist ein stilistisch ganz anderer Wellnessbereich. 600 Quadratmeter, zwölf verschiedene Saunen, traditionell textilfrei und auf tiefe Entspannung ausgelegt. Exklusive Treatments runden die Auswahl ab. Wer in beiden Welten unterwegs ist, bekommt am Ende des Tages das, wofür sich jede Reise lohnt: tiefe Entspannung.

Bauchgefühl

Die Küche ist im Das Central kein Anhängsel, sondern ein echter Hinreisegrund. Seit 1969 hat sich das Haus zu einer der ernstzunehmenden Gourmetadresse des alpinen Raums entwickelt, und im Januar 2025 kam, was lange überfällig war: der Michelin-Stern für die Ötztaler Stube. Das einzige besternte Restaurant in Sölden. Dazu vier Hauben von Gault&Millau.

Stefan Speiser führt seit Oktober 2024 die Küche, an seiner Seite Sous-Chefin Julia Gutenbrunner. Fünf- oder Sieben-Gänge-Menüs, die ihre alpinen Wurzeln nicht verleugnen, dennoch klar zeitgenössisch kochen. Lokale Zutaten sind hier selbstverständlich. Die Signature »Butterkerze« macht im Internet Furore, dabei ist sie nur ein kleiner »Höhepunkt« in diesem feinen Restaurant.

Ein paar Höhenmeter weiter, auf 3.048 Metern Höhe am Gaislachkogl, wartet das ice Q wie ein gläsernes Versprechen über dem Tal. Der Blick schweift über mehr als 250 Dreitausender, deren Silhouetten den Horizont in eine Zackenlinie verwandeln. 2015 fuhr Daniel Craig für »Spectre« in einer legendären Verfolgungsjagd durch genau diese Szenerie. Heute sitzen Gäste am selben Ort vor einer alpinen Haute Cuisineauf den Tellern. Zwei Hauben hat die Küche dafür bekommen.

Der Weinkeller verdient übrigens den Begriff »Schatzkammer« ausnahmsweise zu Recht. Über 30.000 Flaschen, mehr als 600 Positionen auf der Karte, dazu Raritäten wie ein Chambertin von 1916, Masseto-Vertikalen ab 1990 und Romanée-Conti Grand Cru ab 1989. Das eigene Weinprojekt heißt PINO 3000: ein Drei-Länder-Pinot-Noir (Österreich, Deutschland, Italien), der in Barriques im ice Q auf 3.000 Metern reift. Niedrige Temperaturen, geringer Luftdruck - eine Säurestruktur, die anderswo so nicht entstehen würde.

Und das muss auch noch erwähnt sein: Die Patisserie steht der Küche in nichts nach. Seit der Wintersaison 2025 leitet Jakob Szedonja die Abteilung, frisch gekürter »Patissier des Jahres 2025«. Seine Kreationen sind kunstinspiriert und stellen Aromen zusammen, die auf dem Papier nicht unbedingt zusammenpassen: Valrhona-Schokolade, Kapstachelbeere, Petersilie. Auf dem Teller passt es hervorragend.

Das besondere Etwas

Das ice Q ist nicht nur Restaurant, sondern Kinogeschichte dank Daniel Craig und dem James Bond-Teil »Spectre«. Direkt nebenan steht heute 007 ELEMENTS, die spektakuläre cineastische Installation zur Bond-Welt. Realisiert unter maßgeblicher Mitwirkung von Neal Callow, dem Artdirector, der während der Dreharbeiten ins Central einzog und das Haus nie so ganz verlassen hat. Aus einer Drehort-Freundschaft wurde ein dauerhafter Berg-Kulturraum.

Dazu kommen zwei Festivals, die das Central als Schauplatz für internationale Gourmet-Geographie etabliert haben. »Wein am Berg« läuft seit 2002 jährlich zum Saisonende und versammelt bis zu 350 Genießer mit rund 30 Weltklasse-Weingütern und einer Riege an Sterne- und Haubenköchen. Highlight: die Höhenverkostungen am Gletscher auf über 3.000 Metern, bei denen Weißweine und Champagner durch den veränderten Luftdruck Geschmacksnuancen freigeben, die im Tal verborgen bleiben.
Seit 2025 gibt es die Sommer-Edition. Wer sich für dieses Jahr noch anmelden möchte: nur zu! Vom 6. bis zum 9. August 2026 findet das exklusive Gourmet-Event im kleinen, feinen Rahmen statt. Tastings in verschiedenen Höhenlagen, Michelin-Niveau im Tal, dazwischen Wandern und Biken in den Ötztaler Alpen. Eine Kombination, die einfach Spaß macht, wenn man sich für Weine interessiert.

3 gute Gründe, dort zu buchen

    1. Mathematik für Feinschmecker. Ein Michelin-Stern, vier Hauben, 30.000 Flaschen Wein, ein Gourmetrestaurant auf 3.048 Metern und ein Patissier des Jahres in der Küche. Wer das alles miteinander addiert, bekommt eine Summe der Gourmetextraklasse.

    2.
    Darf es ein bisschen kälter sein? Zwei Spa-Welten auf 2.000 Quadratmetern, dazu eine Kältekammer bei minus 110 Grad. Frische darf hier körperlich erlebt werden. Und zwar von Kopf bis Fuß.

    3.
    Eine Familie, die seit 1969 zuhört. Angelika Falkner führt das Haus mit einer Leidenschaft, die im Tonfall, in den Details und im Wiedersehen mit langjährigen Gästen spürbar wird. Luxuriös und doch nie unnahbar.
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    Photocredits: Das Central/Rudi Wyhlidal/Christoph Noesig

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