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Althoff Grandhotel Schloss Bensberg
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Althoff Grandhotel Schloss Bensberg Kadettenstraße 51429 Bergisch Gladbach
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getestet von Sebastian Heimer
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Der erste Eindruck
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Die Straße windet sich hoch auf die Bensberger Bergterrasse, dann steht sie da: eine der größten barocken Schlossanlagen Nordrhein-Westfalens. Sie thront über der Kölner Bucht. Bei klarer Sicht zeichnet sich der Dom am Horizont ab. Schon Goethe beschrieb diesen Ausblick als einzigartig, und der hatte bekanntlich einiges gesehen.
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Gebaut wurde das Haus ab 1703 als repräsentatives Jagdschloss für Kurfürst Johann Wilhelm II. von der Pfalz, besser bekannt als Jan Wellem, gedacht als Residenz für seine zweite Gemahlin Anna Maria Luisa de' Medici. Architektonisches Vorbild war Versailles. An Bescheidenheit litt der Bauherr also nicht.
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Dann kam die Geschichte dazwischen. Nach dem Tod des Kurfürsten blieb der Bau in Teilen unvollendet und diente über Jahrhunderte als Lazarett, Kadettenhaus und Internat. Erst Ende des 20. Jahrhunderts folgte die Sanierung mit rund 75 Millionen Euro. Seit der Eröffnung im Jahr 2000 wird das Ensemble als Grandhotel betrieben und wirkt beim Betreten wie ein Haus, das nichts mehr beweisen muss.
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Wer wohnt hier?
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Gourmets zuerst. Wer einen Tisch im Vendôme ergattert, bucht das Zimmer eine Etage höher gleich mit, weil der Rückweg nach einem Sieben-Gänge-Menü plus Weinbegleitung verhandelbar sein sollte.
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Dazu Kulturreisende, für die Köln zwanzig Autominuten entfernt liegt und die trotzdem abends Ruhe suchen, statt Innenstadttrubel. Paare, die endlich wieder einen Anlass wollen, sich in Schale zu werfen. Hochzeitsgesellschaften, weil das Standesamt gleich im Haus sitzt. Und seit der Kooperation mit dem Institut Uniq zunehmend Gäste, die Longevity nicht als Modewort verstehen, sondern als Termin.
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Aber auch viele Stars wohnen sehr gerne im Schlosshotel. Wer? Das ist natürlich ein gut behütetes Geheimnis, denn schließlich kommen sie genau deswegen. Aber dass just Friedrich Merz und Emmanuel Macron sich dort trafen, war ja in der Presse. Und dass die Kaulitz-Zwillinge dort einen Knigge-Kurs besuchten, durften wir alle in ihrem Reality-Format auf Netflix sehen.
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Also Menschen, die ein Schloss nicht als Kulisse verstehen, sondern als Erlebnis. Die einen Champagner-Brunch für eine völlig vernünftige Sonntagsentscheidung halten. Die zwischen einer Beuys-Arbeit und einer Dalí-Illustration stehenbleiben, statt vorbeizugehen. Und die den Namen Bergisch Gladbach ab sofort mit anderem Unterton aussprechen.
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Gut geschlafen?
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111 Zimmer und Suiten verteilen sich über die Anlage, darunter 34 großzügige Suiten. Die Königsklasse markieren zwei Präsidentensuiten mit jeweils 160 Quadratmetern Wohnfläche, privater Sauna und Whirlpool. Wer dort einzieht, verlässt das Zimmer eigentlich nur noch zum Essen.
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Die Gestaltung folgt einer klaren Linie: Historische Elemente treffen auf zurückhaltende Eleganz, die den denkmalgeschützten Charakter respektiert, ohne museal zu wirken. Marmorbäder, hohe Räume, viel Tageslicht. 2016 gab es dafür den Interior Design Award. Okay, das ist auch wieder zehn Jahre her und das Rad der Hotellooks dreht sich weitaus schneller, als einem Betreiber lieb ist.
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Der eigentliche Luxus liegt allerdings hinter den Fenstern. Von den Zimmern zur Rheinseite reicht der Blick über das Bergische Land bis zur Kölner Skyline. Abends, wenn die Domtürme angestrahlt werden, ersetzt das jedes Fernsehprogramm.
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Der Wellnessfaktor
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Der 4 elements spa by Althoff erstreckt sich über rund 1.000 Quadratmeter und orientiert sich, wie der Name vermuten lässt, an den vier Elementen. Pool, Saunalandschaft und Ruheräume ergänzen ein umfassendes Behandlungsangebot, das eher auf Tiefenwirkung setzt als auf schnelle Effekte.
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Mit dem Institut Uniq hat das Grandhotel zusätzlich einen medizinischen Schwerpunkt in sein Profil geholt, der Prävention, Longevity-Medizin und ästhetische Behandlungen mit den klassischen Leistungen eines Luxushotels verbindet. Wer will, verlässt das Haus also nicht nur erholt, sondern mit einem Befund.
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Der Rest ist barocke Geografie: Schlosspark, Bergisches Land, Wanderwege direkt vor dem Tor. Auch das zählt als Regeneration, nur ohne Terminvergabe.
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Bauchgefühl
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Vier gastronomische Konzepte unter einem Dach, und keines davon Beiwerk.
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Im Zentrum steht das Vendôme mit zwei Michelin-Sternen und fünf roten Hauben im Gault&Millau. Seit Herbst 2025 verantwortet Dennis Kuckuck die Küche, im Feinschmecker-Guide 2026 zählt er zu den 15 Köchen mit der höchsten Redaktionsbewertung Deutschlands. Seine Handschrift setzt auf Leichtigkeit und Säure statt auf Fett, auf Präzision statt auf Effekt. Zwei gleichrangige Menülinien stehen zur Wahl, eine mit Fisch und Fleisch, eine rein vegetarische. Den süßen Schlusspunkt setzt Patissière Larissa Metz. Und die zwei Sterne sind wohlverdient. Das Menü ist eine zarte Symphonie mit einem sehr gelungenen Einsatz der ersten Geige. Wie bitte? Es schmeckte so gut, dass sich eine Gänsehaut vor Freude am Unterarm zeigte.
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Daneben gibt es die Trattoria Enoteca mit italienischer Küche und einer beachtlichen Weinauswahl, das Restaurant Jan Wellem mit seinem legendären Champagner-Brunch und die Salvador Dalí Bar, wo kreative Gerichte zum Teilen auf offene Weine treffen.
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Das besondere Etwas
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Kunst hängt in vielen Hotels. Hier hängt sie in einer Qualität, für die andernorts Eintritt fällig wäre. Werke von Salvador Dalí, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, A. R. Penck und Joseph Beuys begegnen den Gästen in den öffentlichen Bereichen ebenso wie in den Salons. Historische Architektur und zeitgenössische Kunst stehen dabei nicht nebeneinander, sondern miteinander im Gespräch.
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3 gute Gründe, dort zu buchen
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1. Die Bar: Das Herzstück ist die Salvador Dalí Bar. Sie zeigt Illustrationen des Künstlers zu Dantes »Göttlicher Komödie« und greift in ihrer Einrichtung den mondänen Stil der 1950er-Jahre auf. Lederchesterfields, gedämpftes Licht, surrealistische Höllenkreise an der Wand. Eine Kombination, die auf dem Papier absurd klingt und im Raum vollkommen schlüssig wirkt. Ein Barbesuch ist also Pflicht.
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2. Limo-Service: Wer im Hotel ein Taxi ruft, wundert sich wahrscheinlich, dass eine schwarze Limousine vorfährt, statt der gelben Taxen. Der Komfortservice soll den gleichen Preis wie ein Taxi kosten (na ja, fast!) und einen praktischerweise überall hinbringen und natürlich auch auf Wunsch wieder abholen. So rückt Köln komfortabel näher.
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3. Sicher ist sicher: Im Juli 2026 kamen Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron im Vorfeld des Deutsch-Französischen Ministerrats hier zu Gesprächen und einem Dinner im Vendôme zusammen. Ein Haus, das für ein Treffen dieser Größenordnung ausgewählt wird, beherrscht Diskretion und Präzision im Alltag ohnehin. Das kommt auch Gästen ohne Personenschutz zugute.
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Photocredits: Althoff COLLECTION, Jennifer Latuperisa-Andresen, Sebastian Drolshagen, Jannis Hagels, Wolfgang Stahl, Grandhotel Schloss Bensberg, Sebastian Heimer
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