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Verride Palácio
de Santa Catarina

Verride Palácio de Santa Catarina
Rua de Santa Catarina n1
Lisbon 1200401 Portugal
www.verridesc.pt
Telefon: + 341 21 157 3055
18 Zimmer und Suiten
€€€

getestet von Marie Tysiak
18

Der erste Eindruck

Den Verride Palácio de Santa Catarina kann niemand übersehen. Er prangt gigantisch gleich gegenüber des Aussichtspunkts Miradouro do Adamastor, dessen Blick weit über die Flussmündung des Tejo reicht. Der Palastbau aus dem 18. Jahrhundert hat vier opulente Etagen und ist ein Meisterwerk der Architektur mit viel Raum. Und doch hat das Hotel Verride Palácio de Santa Catarina nur 18 Zimmer im Angebot. Wer hier übernachten möchte, bucht im besten Falle früh.

Vielleicht erkennt der ein oder andere Filmkenner das Haus sogar. Es war einer der Hauptdrehorte des berühmten Schweizer Films »Nachtzug nach Lissabon«. Auch die wunderschön geschwungene hölzerne Treppe, die von der kleinen, schlichten Eingangshalle bis unters Dach führt, kommt im Film immer wieder vor. Begrüßt werden Besucher vom herzlichen Concierge Adilson, einer von vielen Charakteren in diesem wundersamen Haus. Und von dem perfekt arrangierten Blumenstrauß, den Hotelbesitzer Mr. Kees höchstpersönlich frisch zusammenstellt. Sowieso: Mr. Kees steckt hinter wirklich jedem liebevollen Detail des Hotels. Doch zu ihm später mehr.

Klar ist: Der Palast versprüht vom ersten Moment an Eleganz, Geschichte(n) und Understatement an jeder Ecke. Willkommen im Verride Palácio auf dem kleinen Hügel Santa Catarina im Herzen der magischen Stadt am Tejo.

Wer wohnt hier?

Ein Blick ins Gästebuch an der Rezeption verrät: Die Liste der Berühmtheiten, die schon im Verride Palácio übernachtet haben, ist lang. Wer den Concierge fragt, bekommt ein paar Selfies mit Fußball-Stars, Hollywood-Größen und Weltpolitikern als Beweis.

Ansonsten sind es vor allem Paare, die Exklusivität zu schätzen wissen. Viele von ihnen kommen aus den USA, wo das Hotel dank der Serie »The Reluctant Traveler« einem größeren Publikum bekannt ist. Aber auch Gäste aus anderen Ländern der Welt schätzen die Gemächer, die sich großzügig über das Haus verteilen. Was dafür sorgt, dass man sich manchmal vorkommt wie in seiner eigenen privaten, stillen Stadtvilla.

Gut geschlafen?

Der Schlaf im Verride Palácio ist himmlisch. Wirklich! Das mag daran liegen, dass die Betten sehr hochwertig sind und viel Liebe ins Detail gesteckt wurde: feinste Baumwolle aus Ägypten, dazu in (fast) allen Schlafzimmern Betten mit den Maßen 2,10 x 2,10 Metern. Hier finden sogar große Menschen genug Platz, um sich auszustrecken. Und beim Blick aus dem Fenster am Morgen fühlt man sich gleich noch mal erholter: Denn hier liegt einem Lissabon zu Füßen!

Kaum ein Zimmer im Hotel gleicht dem nächsten. Alle tragen die Designhandschrift von Innenarchitektin Teresa Nunes da Ponte, die auch für den architektonischen Umbau des Hauses zuständig war. Und so wirkt alles besonders stimmig. Die meisten Zimmer sind schlicht, modern und in hellen Tönen gehalten, oft mit frei stehender Badewanne, großzügigen Duschen, viel Platz und einem Wahnsinnsausblick.

Andere Zimmerkategorien, wie beispielsweise die Queen Suite, protzen vor Opulenz mit Stuck und typisch portugiesischen Fließen. Grand Hotel oder Boutiquehotel? So recht mag sich der Verride Palácio nicht entscheiden – muss er auch gar nicht. Er ist einfach beides. Benannt ist das Haus übrigens nach seinem letzten Besitzer, dem Grafen Verride.

Der Wellnessfaktor

Einen klassischen Spa-Bereich hat der Verride Palácio nicht, jedoch können sich die Gäste über den persönlichen Butler-Service Massagen im hoteleigenen Massageraum arrangieren lassen. Außerdem gibt es einen kleinen, aber feinen Infinitypool auf der Terrasse des Hotels mit spektakulärem Blick über die Gassen und Kirchen des Viertels. Eine willkommene Abkühlung im Sommer, wenn die Stadt täglich unter den 40 Grad lechzt. Und ein echtes Plus bei einem Stadthotel. Mit einem Vinho Verde in der Hand und Blick auf den Tejo kommt dabei tatsächlich ein bisschen Resort-Feeling auf.

Bauchgefühl

Das Frühstück im Verride Palácio ist besonders. Denn: Das morgendliche À-la-carte-Tasting-Menü wechselt täglich und ist üppig. Die Gäste sollen sich hier Zeit nehmen für einen guten und vor allem köstlichen Start in den Tag. Übrigens ist es egal, um welche Uhrzeit man frühstücken möchte – das Menü ist quasi den ganzen Tag verfügbar. Auf Wunsch und ohne Aufpreis wird das Frühstück dabei auch gerne ans Bett serviert.

Das »Suba Restaurant« serviert auf der zweiten Etage unter historischen Kellerbögen kreative portugiesische Fusion-Küche von Executive Chef Fábio Alves, der dem Restaurant bereits eine Michelin-Empfehlung erkochte.

Je nachdem von welcher Seite man kommt (wir sind hier in einer Stadt mit vielen Hügeln) betritt man das Hotel durch den »The Lisbon Club 55«. Zwischen blauem Samt und goldenen Tapeten wird hier seit November 2023 klassische portugiesische Gourmet-Küche in elegant-gemütlichem Setting serviert. Auch für Gäste von außerhalb ein wahrer Genuss – Reservierung empfohlen.

Das besondere Etwas

Mastermind hinter allem im Verride Palácio ist Besitzer Kees Eijrond, der von allen im Hotel einfach Mr. Kees genannt wird und eine Persönlichkeit der Kunstwelt ist. Der gebürtige Niederländer fungierte lange Jahre als CEO der berühmten Tanzkompanie Rosas aus Brüssel und war auch an vielen anderen Projekten kultureller, wie kulinarischer Natur beteiligt.

Sein aktuelles Herzensprojekt ist nun aber der Verride Palácio. 2018 eröffnete das Luxushotel seine Pforten – er selbst wohnt gleich nebenan. Wer ihn persönlich treffen möchte, der hat jeden Donnerstagmorgen dazu die Gelegenheit, zum Beispiel bei einem informellen Frühstück im hoteleigenen Wintergarten. Eine tolle Begegnung! Sowieso: Besucher treffen ihn überall im Hotel. Auch für ihn sind die Räumlichkeiten immer wieder eine Freude und er mag es, seine Gäste persönlich kennenzulernen.

3 gute Gründe, dort zu buchen

1. Die Dachterrasse! Klar, in Lissabon gibt es viele, aber keine wie diese. Wer keine Höhenangst hat, sollte von der »Rooftop Bar« noch ein paar Schritte auf der metallenen Treppe hinaufsteigen – dort liegt einem Lissabon in 360 Grad zu Füßen. Und das ist wohl der beste Aussichtspunkt in ganz Lissabon, besonders zum Sonnenuntergang. Und das Beste? Man hat diese Szenerie hier fast für sich allein.
2. Der Verride Palácio de Santa Catarina ist ein Ort des guten Lebens. Hier ist kein Platz für ein schlechtes Gewissen. Ausschlafen und spät frühstücken: Ja, bitte! Die Stadt nach Herzenslust durchstreifen: Unbedingt!
3. Dieses Hotel ist so auf der Welt einmalig und wird es auch bleiben. Die Kombination aus Persönlichkeiten, Geschichte und subtilem Luxus trifft hier perfekt aufeinander und macht den Verride Palácio zu einem ganz besonderen Herzensort, an den Gäste oft zurückkehren wie ein zweites Zuhause in Lissabon.
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Photocredits: Small Luxury Hotels of the World

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