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Grand Hotel Majestic già Baglioni

Grand Hotel Majestic già Baglioni
Member of »The Leading Hotels of the World«
Via d'ell Indipendenza 8
40121 Bologna, Italien
www.lhw.com

106 Zimmer und Suiten
€€€

getestet von Marie Tysiak
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Der erste Eindruck

Aktuell ist der erste Eindruck des Grand Hotel Majestic già Baglioni in Bologna etwas verfälscht. Denn noch bis voraussichtlich Ende 2026 wird die Via d'ell Indipendenza renoviert. Deswegen ist die Straße zurzeit gesperrt, und Gäste lassen sich am besten an der Piazza del Nettuno absetzen – und können dort auch gleich mit dem Sightseeing beginnen!

Denn nur eine Gehminute vom Hotel entfernt liegt das kulturelle Herz der Stadt – mit Palazzi, Kirchen, Teilen der historischen Universität (nach manchen Theorien eine der ältesten der Welt!) und dem Neptunbrunnen. Durch einen der vielen überdachten Laubengänge, die für Bologna typisch und als Unesco-Welterbe geschützt sind, gelangen Gäste von hier direkt zum Eingang des Grand Hotel Majestic. Das Luxushotel ist ein Grandhotel, wie es im Buche steht: Ein roter Teppich führt die Marmortreppe hinauf zum Palast aus dem 18. Jahrhundert, überall prunken Kronleuchter, hängen Gemälde, blitzen Statuen und Licht fällt durch gläserne Kuppeln. Ein Herr in Anzug begrüßt an der Rezeption, die schweren Zimmerschlüssel liegen im Setzkasten bereit zum Einchecken, der goldene Gepäckwagen rollt los, und der Aufzug klackert nach oben. Gäste sind in einem Italien des vergangenen Luxus angekommen, den man so authentisch noch selten auf der Welt findet.

Wer wohnt hier?

Es sind viele ältere amerikanische Paare, die auf ihrer großen Italienreise in Bologna und im Grand Hotel Majestic einen Stopp einlegen. Aber auch deutsche Städtereisende finden sich unter der Gästeschar. Denn dank der guten Flugverbindungen sind Besucher von vielen deutschen Städten aus in gut einer Flugstunde hier. Es gibt kein anderes Fünf-Sterne-Luxushotel in der Stadt – internationale Ketten sucht man gar vergebens. Das Grand Hotel Majestic ist zudem das älteste Hotel der Stadt – und so seit 1912 über das Jahrhundert zu einer Institution geworden. Auf dem Weg zum Restaurant sollten Gäste unbedingt einmal die historischen Schwarz-Weiß-Fotos genauer anschauen. Neben Elton John (in jüngeren Jahren), Lady Di, Bob Dylan, Sean Connery, Sting und sogar dem Dalai Lama entdeckst du hier viele weitere Weltstars, die bereits im Grand Hotel nächtigten.

Gut geschlafen?

Manch einem mögen die opulenten 106 Zimmer und Suiten im Grand Hotel Majestic auf den ersten Blick überladen vorkommen. Doch beim genaueren Hinsehen hat jedes Detail auf seine Weise Stil: die dicken Vorhänge, das Fischgrätenparkett, die gemusterte Tapete, die gepolsterten Sessel, die verspiegelten Schranktüren. Gäste schlafen in einer Zeitkapsel. Die Modernität ist gut getarnt. So fährt der gigantische Smart-TV beispielsweise erst aus dem ledernen Bettkasten, wenn man die Fernbedienung tätigt.

Auch im Badezimmer wohnt eine Eleganz, die Italien treu bleibt: Hier ist, wie könnte es anders sein, alles aus Marmor. Es gibt feinste italienische Beauty-Produkte, vorgewärmte Bademäntel, zusätzlich ein klassisches Bidet, und in manchen Zimmern auch zwei Regenduschen in einer gigantischen Dusche. Nur im vierten Stock wurden die Junior Suiten und Deluxe-Zimmer so renoviert, dass Gäste sich nun wie im 18. Jahrhundert in Frankreich fühlen!

Der Wellnessfaktor

Seit 2012 gibt es einen kleinen, aber feinen Wellnessbereich samt Fitnessstudio im Haus. Neben angebotenen Massagen, Facials und Body Scrubs können Hotelgäste hier nach einem Tag Sightseeing im Dampfbad oder in der Sauna entspannen. Wer unterwegs nicht auf seine Sportroutine verzichten mag, der wird bei den verschiedenen Sportkursen wie Aerobic, Stretching oder Yoga glücklich – oder gönnt sich gleich einen Personal Trainer.

Bauchgefühl

Wie sollte jeder Tag am besten beginnen? Richtig, mit einem guten Frühstück! Und genau das bekommen Gäste im Grand Hotel Majestic im renovierten Breakfast Room mit angrenzendem Wintergarten – am Buffet und à la carte bleiben wirklich keine Wünsche offen.

Kulinarischer Dreh- und Angelpunkt im Haus ist das Restaurant »I Carracci«, benannt nach den ausladenden Fresken an der Decke, die von eben dieser berühmten Künstler-familie und -schule stammen. Auch auf die Teller kommen Klassiker der Region Emilia-Romagna: von Käse und Wurst (die Mortadella kommt aus Bologna – und hat hier wenig gemein mit dem, was wir aus dem deutschen Supermarkt kennen) über Tagliatelle Bolognese (ja, auch hier ist der Name kein Zufall!) hin zu feinstem Rindersteak. In Italien immer eine gute Idee: Platz lassen fürs Dessert. Oder besser zwei, dann muss man sich nicht zwischen Tiramisu oder warmem Schokokuchen mit Gelato entscheiden.

Das neueste Restaurant des Hotels findet sich im Weinkeller. Die »Enoteca Morandi« wird gerne für Weintastings und Privatdinner gebucht. Der Aperitivo-Spot im Haus ist die »Terrazze Majestic«. Und falls das Wetter mal nicht stimmt gibt’s das »Cafè Marinetti«. Kulinarisch sind Gäste also bestens umsorgt! Und wer spät anreist, bestellt einfach eine Lasagne oder Mitternachts-Sandwiches beim Room Service, die in weißen Handschuhen und unter Silberhauben serviert werden.

Das besondere Etwas

Das Grand Hotel Majestic già Baglioni verkörpert alten Luxus in seiner Reinform. Antike Möbel, schwere Stoffe, Kronleuchter, Marmor, dazu Butlerservice und Portier. Hier hat alles eine lange Tradition und feine Etikette. Diese Nostalgie lässt einen fühlen wie in einem Wes-Anderson-Film.

3 gute Gründe, dort zu buchen

  1. Besser wohnen geht nicht in Bologna. Das Grand Hotel Majestic ist das luxuriöseste Hotel der Stadt und das in bester Lage. Und nicht ohne Grund Mitglied der »The Leading Hotels of the World«.
  2. Bologna ist einfach ein wunderbarer Ort. Immer was los und dennoch entspannt. Überall atmet man in der Stadt Geschichte und ist trotzdem umrundet von Studenten und Streetart. Und dazu italienisches Dolce Vita. Perfetto!
  3. Im Grand Hotel Majestic schlafen Besucher in einem echten Stück Geschichte der Stadt. Der Futurismus-Gründer Filippo Tommaso Marinetti organisierte hier seine berühmte Blitz-Ausstellung, im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus von den deutschen Truppen eingenommen und als Hauptquartier genutzt – was wiederum die Widerstandsbewegung dazu motivierte, hier eine Bombe zu deponieren. Die Geschichte und Geschichte(n) um das Hotel und seine berühmten Besucher sind unendlich.
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Photocredit: The Leading Hotels of the World, Aromi.group, Marie Tysiak

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