Foto: Alikaphoto / Tahiti Tourisme
Französisch-Polynesien

Französisch-Polynesien: Diese kulinarischen Schätze solltest du kennen

Traumstrände und türkisblaues Wasser machen die sogenannten Inseln von Tahiti weltberühmt. Doch auch kulinarisch überrascht Französisch-Polynesien mit besonderen Zutaten und jahrhundertealten Traditionen. Warum Brotfrucht, Taro und Vanille eine so große Rolle spielen, erfährst du hier.

Tahitis Erscheinungsbild prägen weiße Sandstrände, türkisfarbene Lagunen und üppige Regenwälder. Das weiß wohl fast jeder. Weniger bekannt ist, dass Französisch-Polynesien auch kulinarisch einiges zu bieten hat. Die Küche verbindet polynesische Traditionen mit französischen Einflüssen und setzt auf frische, regionale Zutaten. Fisch, tropische Früchte, Wurzelgemüse und die berühmte Tahiti-Vanille prägen viele Gerichte. Einige dieser Lebensmittel gelten inzwischen sogar als sogenannte Superfoods.

Brotfrucht gehört seit Jahrhunderten auf den Speiseplan

Zu den wichtigsten Nutzpflanzen der Inseln zählt die Brotfrucht. Sie wächst an bis zu 20 Meter hohen Bäumen und gehört seit Jahrhunderten zu den Grundnahrungsmitteln in Polynesien. Das stärkehaltige Fruchtfleisch lässt sich kochen, backen, rösten oder frittieren. Je nach Zubereitung erinnert der Geschmack an Kartoffeln, frisches Brot oder Maronen.

Brotfrucht wächst an einem Baum auf Tahiti. Die großen grünen Früchte zählen seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln Polynesiens.

Foto: Grégoire Le Bacon / Tahiti Tourisme

Auch ökologisch gilt die Brotfrucht als bemerkenswert. Die Bäume tragen über viele Jahre Früchte, benötigen vergleichsweise wenig Pflege und liefern hohe Erträge. Deshalb rückt die Pflanze weltweit zunehmend als nachhaltige Alternative zu anderen stärkehaltigen Grundnahrungsmitteln in den Fokus.

Taro ist weit mehr als nur eine Beilage

Eine ebenso wichtige Rolle spielt Taro. Die Knolle gehört zu den ältesten Kulturpflanzen Ozeaniens und wird auf den Inseln von Tahiti seit Generationen angebaut. Sie liefert komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe sowie Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium. In der Küche kommt Taro gekocht, püriert oder frittiert auf den Teller und bildet die Grundlage zahlreicher traditioneller Gerichte.

Frisch geerntete Taroknollen bei einer traditionellen Veranstaltung auf Tahiti. Im Hintergrund sind Menschen in polynesischer Kleidung zu sehen.

Foto: Teriitua Maoni

Darüber hinaus besitzt Taro eine besondere kulturelle Bedeutung. In vielen polynesischen Familien steht die Pflanze symbolisch für Herkunft, Gemeinschaft und die enge Verbindung zur Natur.

Tahiti-Vanille zählt zu den edelsten der Welt

Weltweit bekannt ist Französisch-Polynesien vor allem für seine außergewöhnliche Vanille. Anders als die Bourbon-Vanille stammt sie von einer anderen Pflanzenart (Vanilla tahitensis) und zeichnet sich durch ein besonders intensives, blumig-fruchtiges Aroma aus. Viele beschreiben Noten von Kirsche, Pflaume, Lakritz oder Anis.

Getrocknete Tahiti-Vanilleschoten liegen in den Händen einer Person auf Moorea in Französisch-Polynesien.

Foto: Tahiti Tourisme

Der Anbau ist aufwendig. Jede Blüte wird von Hand bestäubt, anschließend reifen die Schoten monatelang und werden sorgfältig fermentiert. Die begrenzte Produktion macht Tahiti-Vanille zu einer der exklusivsten Vanillesorten weltweit. Sie findet sich deshalb häufig in der gehobenen Gastronomie sowie in hochwertigen Desserts und Parfüms.

Poisson cru gilt als Nationalgericht

Wer die Inseln von Tahiti besucht, kommt an einem Gericht kaum vorbei: Poisson cru. Das Nationalgericht besteht meist aus rohem Thunfisch, der zunächst in Limettensaft mariniert und anschließend mit Kokosmilch, Gurken, Tomaten, Karotten und Zwiebeln vermischt wird. Das Ergebnis ist ein leichtes, erfrischendes Gericht, das den Geschmack der Inseln perfekt widerspiegelt.

Eine Schüssel Poisson cru mit rohem Fisch, Kokosmilch, Gurke, Karotten und Limetten, dem Nationalgericht Tahitis.

Foto: EQRoy / Shutterstock.com

Daneben gehören auch frischer Hummer, Oktopus, Brotfrucht, Süßkartoffeln sowie zahlreiche tropische Früchte wie Papaya, Mango und Ananas regelmäßig auf den Speiseplan.

Häufige Fragen

Kann man auf Tahiti gut vegetarisch essen?
Ja. Viele traditionelle Gerichte basieren auf Brotfrucht, Taro, Süßkartoffeln, tropischen Früchten und Kokosnuss. Daneben bieten zahlreiche Restaurants auch moderne vegetarische und vegane Speisen an.
Wo kann man auf Tahiti die regionale Küche kennenlernen?
Besonders authentisch ist die Küche auf den bunten Märkten von Papeete, in familiengeführten Restaurants (Roulottes) und bei traditionellen Festessen, bei denen viele Gerichte nach alten polynesischen Rezepten zubereitet werden.
Wie teuer ist Essen in Restaurants auf Tahiti?
Essen gehen auf Tahiti ist meist teurer als in Deutschland, vor allem weil viele Lebensmittel importiert werden müssen. In den beliebten Roulottes (Foodtrucks) kostet ein Hauptgericht meist 13 bis 21 Euro. In einem klassischen Restaurant liegen Hauptgerichte häufig zwischen 25 und 55 Euro, in gehobenen Restaurants oder Resorts auch deutlich darüber. Wer authentisch und vergleichsweise günstig essen möchte, ist in den Roulottes oder kleinen Familienrestaurants meist am besten aufgehoben.
Kann man Tahitis Spezialitäten auch in Deutschland kaufen?
Einige Spezialitäten der Inseln von Tahiti sind auch in Deutschland erhältlich, allerdings oft nur im Feinkosthandel oder in Online-Shops. Besonders Tahiti-Vanille wird wegen ihres intensiven Aromas von Spitzenköchen und Hobbybäckern geschätzt. Auch Taro ist in gut sortierten Asialäden erhältlich. Brotfrucht findet sich dagegen nur selten und meist tiefgekühlt oder in spezialisierten Lebensmittelgeschäften. Wer die authentische polynesische Küche kennenlernen möchte, erlebt die größte Auswahl jedoch nach wie vor direkt auf den Inseln von Tahiti.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.