Saint-Barthélemy macht auf den ersten Blick ziemlich genau das, was man von einer exklusiven Karibikinsel erwartet: Im Hafen von Gustavia schaukeln Segelboote und Yachten, in den Straßen warten kleine Boutiquen und hinter grünen Hügeln verstecken sich weiße Sandstrände. Doch ein paar Kilometer weiter sieht die Insel plötzlich ganz anders aus. Dort schlägt der Atlantik gegen die felsige Küste, schmale Pfade führen durch karge Landschaften und kleine Fischerdörfer erinnern an ein Saint-Barth jenseits von Luxushotels und Beach Clubs.
Gerade einmal 24 Quadratkilometer misst Saint-Barthélemy. Viel Platz braucht die Karibikinsel offenbar nicht, um erstaunlich unterschiedliche Landschaften unterzubringen. Geschützte Lagunen wechseln sich mit einsamen Buchten, trockenen Hügeln und überraschend wilder Küste ab. Hinzu kommt der Hauptort Gustavia mit seinem schwedischen Erbe, während sich Orte wie Corossol noch etwas vom traditionellen Inselleben bewahrt haben.

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Auch unter Wasser setzt sich die Vielfalt fort. Rund 1.200 Hektar Meeresfläche gehören zur Réserve Naturelle. In den geschützten Gewässern leben unter anderem Meeresschildkröten, Rochen und zahlreiche Fischarten. Wer Saint-Barth, wie das Eiland oft in Kurzform genannt wird, also nur auf Yachten, Champagner und Traumstrände reduziert, verpasst einen beträchtlichen Teil der Insel.
Die Sehenswürdigkeiten von Saint-Barthélemy zeigen eine Karibikinsel, die zwischen Traumstränden, Geschichte und wilder Natur deutlich abwechslungsreicher ist, als ihr Luxusimage vermuten lässt.
Gustavia: ein bisschen Schweden in der Karibik
Gustavia ist Hauptstadt und gesellschaftliches Zentrum der Insel. Rund um den natürlichen Hafen liegen Restaurants, Geschäfte und Boutiquen, dahinter ziehen sich schmale Straßen den Hang hinauf. Auffällig sind die Spuren der schwedischen Vergangenheit. Frankreich überließ Saint-Barthélemy 1784 dem schwedischen König Gustav III., erst 1878 kam die Insel wieder zu Frankreich. Noch heute verbindet Gustavia französisches und schwedisches Erbe. Zu den historischen Gebäuden gehört die um 1820 errichtete Maison Dinzey, auch Le Brigantin genannt. Sie überstand den großen Stadtbrand von 1852 und beherbergt heute einen der beiden Standorte der Musées Territoriaux von Saint-Barthélemy.

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Shell, Colombier und Gouverneur Beach
Von Gustavia ist es nur ein kurzer Spaziergang bis zum Meer. Shell Beach heißt offiziell Plage des Grands Galets und macht seinem bekannteren Namen alle Ehre: Unzählige Muschelstücke bedecken Teile des Strandes. Wer morgens durch Gustavia schlendert, kann deshalb schon wenig später im Wasser liegen, ohne dafür ins Auto steigen zu müssen.

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Wer einen der schönsten Strände der Insel erreichen möchte, muss etwas dafür tun. Nach Colombier führt keine Straße. Die Bucht ist nur mit dem Boot oder zu Fuß über Wanderwege erreichbar. Gerade das macht ihren Reiz aus. Hinter den Hügeln öffnet sich eine geschützte Bucht mit hellem Sand und klarem, türkisfarbenem Wasser. Schnorcheln und Schwimmen gehören hier zu den Hauptbeschäftigungen. Von den Höhen rund um Colombier ergeben sich zudem weite Blicke über das Meer.
Gouverneur erfüllt ziemlich zuverlässig die Erwartungen an einen karibischen Traumstrand. Heller Sand zieht sich zwischen grünen Hügeln entlang, davor leuchtet das Meer in unterschiedlichen Blautönen. Große Hotelanlagen bestimmen hier nicht das Bild. Bei ruhiger See eignet sich das klare Wasser auch zum Schnorcheln. Vor allem aber ist Gouverneur ein Strand zum Baden, Spazierengehen und Nichtstun. Manchmal darf ein Highlight tatsächlich einfach nur schön sein.

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Grande Saline und Grand Cul-de-Sac
Auch Grande Saline gehört zu den Stränden, die Saint-Barths Ruf als Badeinsel begründet haben. Nach Flamands ist er der zweitgrößte Strand der Insel. Vom Parkplatz führt der Weg zunächst durch eine eher karge Landschaft, bevor sich hinter den Dünen plötzlich das Meer zeigt. Die abgeschiedene Lage und die weitgehend naturbelassene Umgebung sorgen dafür, dass Saline trotz seiner Bekanntheit einen anderen Charakter besitzt als die belebteren Strandabschnitte rund um Saint-Jean.
Ganz anders präsentiert sich Grand Cul-de-Sac im Nordosten. Die geschützte Bucht bildet eine flache Lagune innerhalb eines Naturreservats. Stellenweise geht es weit ins hinein, ohne dass das Wasser wesentlich tiefer wird. Zwischen Mangroven, Felsen und Seegras leben Fische und Meeresschildkröten. Eine besonders ruhige Möglichkeit, die Lagune zu erkunden, bieten transparente Kajaks, durch deren Boden sich die Unterwasserwelt beobachten lässt.

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Grand Fond und Toiny: Saint-Barths wilde Seite
Saint-Barth besteht keineswegs nur aus geschützten Buchten. Im Osten trifft der Atlantik mit deutlich mehr Kraft auf die Insel. Grand Fond ist von Felsen geprägt und öffnet sich zum Ozean, Toiny wiederum ist für kräftige Wellen bekannt und bei Surfern beliebt. Gerade dieser Teil der Insel überrascht. Statt Beach Clubs und Yachten bestimmen trockene Hänge, Felsen und das offene Meer die Landschaft. Eine Wanderroute führt von Toiny über die Berge in Richtung Petit Cul-de-Sac.
Eine der interessanteren Wanderungen führt von Grand Fond über die Trois Crêtes. Der Weg verläuft zunächst durch eine trockene, felsige Landschaft und später durch Bestände der für die Karibik typischen Latanierpalmen. Eine weitere Route beginnt bei Flamands und führt über die Höhen von Colombier mit Blick auf das Karibische Meer. Damit zeigt sich auf wenigen Kilometern, wie abwechslungsreich die Landschaft der kleinen Insel sein kann.

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Corossol: das ruhigere Saint-Barth
Nur wenige Autominuten von Gustavia entfernt liegt Corossol, ein kleines Fischerdorf mit einer ausgeprägten lokalen Identität. Traditionelle Häuser, der kleine Fischerhafen und die überschaubare Bucht prägen den Ort. Am Strand treffen sich auch einheimische Familien zum Baden. Für einen unkomplizierten Zwischenstopp bietet die Épicerie de Corossol leckere Sandwiches. Zur Bucht gehören die traditionellen Fischerboote, sogenannte Dories. Dazu kommt eine auffällige Besonderheit: Der Sand ist braun. Gerade diese Mischung aus Booten, Strand und Dorfleben macht den Reiz von Corossol aus.
Der Ort ist außerdem eng mit der traditionellen Flechtkunst der Insel verbunden. Aus getrockneten Palmblättern entstehen Hüte und Körbe; ein Handwerk, das über Generationen weitergegeben wurde. Ein solcher Korb erzählt mehr über die Geschichte von Saint-Barth als die nächste Einkaufstüte aus Gustavia.
Saint-Jean: Baden neben der Landebahn
Dass Saint-Barth einen der spektakulärsten Flughäfen der Karibik besitzt, lässt sich in Saint-Jean kaum übersehen. Der Strand liegt unmittelbar beim kleinen Flughafen der Insel. Maschinen fliegen beim Landeanflug ungewöhnlich niedrig über den Hügel und setzen kurz dahinter auf.

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Saint-Jean selbst gehört zu den lebhafteren Gegenden der Insel. Der Strand bietet feinen Sand und meist ruhiges Wasser, Restaurants und Geschäfte liegen in der Nähe.
Weitere Informationen gibt es auf der Website des Tourismusverbandes der Insel, Saint-Barth Tourisme.


