Wer an ein Motel denkt, hat vermutlich eine amerikanische Landstraße vor Augen, davor parkende Autos und dahinter Zimmer, in denen man höchstens eine Nacht verbringt. In Fusch am Großglockner wird diese Vorstellung gerade gründlich überarbeitet. Hier entsteht ein Motel, das sich einen Infinitypool gönnt, ein kleines Dorf auf sein Dach setzt und beim Interieur lieber auf tonnenschwere Granitbrocken als auf geschnitzte Hirschköpfe vertraut.

Rendering: zuchna
Das neue glockna will zwei Welten zusammenbringen, die in der Hotellerie selten gemeinsam auftreten: die Freiheit eines Roadtrips und den Komfort eines gehobenen Wellnesshotels. Hinter dem Projekt stehen die österreichischen Unternehmer Helmut »Heli« Wimreiter und Nicole Köhlbichler. Am 19. Dezember 2026 sollen die ersten Gäste einchecken.
Ein Hotel direkt an Österreichs berühmtester Passstraße
Wo liegt’s? Das glockna entsteht in Fusch an der Großglocknerstraße im Salzburger Land, südlich von Zell am See. Das rund 25.000 Quadratmeter große Grundstück liegt am Beginn der berühmten Großglockner Hochalpenstraße, die über Serpentinen durch den Nationalpark Hohe Tauern führt. Die Adresse ist bewusst gewählt. Wer mit Motorrad, Sportwagen oder Fahrrad unterwegs ist, findet hier einen Ausgangspunkt für eine der spektakulärsten Panoramastrecken Österreichs. Die Straße führt bis auf über 2.500 Meter Höhe und bietet Ausblicke auf die Dreitausender der Hohen Tauern.

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Suiten, Lofts und BergHäuser für die Gäste
Wie viele Zimmer? Das glockna ist für insgesamt rund 100 Gäste ausgelegt. Das Übernachtungsangebot umfasst 13 eingeschossige Suiten, zwei zweigeschossige Lofts, eine Rooftop-Suite und fünf sogenannte BergHäuser. Hinzu kommen weitere Doppelzimmerkategorien. Die eigentliche Besonderheit liegt ganz oben. Auf der obersten Ebene des Hotels bilden fünf eigenständige Chalets ein kleines Bergdorf. Drei Häuser erstrecken sich über zwei Etagen und messen jeweils 110 Quadratmeter, zwei eingeschossige Varianten bieten 100 Quadratmeter. Sie eignen sich für bis zu sechs Personen.
Jedes BergHaus besitzt zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, einen Wohnbereich mit Kochnische und eine private Terrasse. Eigene kleine Gärten, Saunen und Outdoor-Badewannen ergänzen die Ausstattung. Damit verbinden die Unterkünfte die Privatsphäre eines Ferienhauses mit den Dienstleistungen des Hotels. Wer weniger Platz benötigt, kann zwischen Doppelzimmern ab etwa 27 Quadratmetern und verschiedenen Suiten wählen. Die 65 Quadratmeter große Signature Spa Suite bietet beispielsweise deutlich mehr Platz.
Granitbrocken, Altholz und eine markante Fassade
Was verspricht das Interieur? Das glockna verzichtet bewusst auf den klassischen Alpenstil mit viel Schnitzwerk, karierten Stoffen und rustikaler Dekoration. Stattdessen stehen klare Linien, großflächige Fenster und Materialien aus der Region im Mittelpunkt. Besonders prägend ist Naturstein. Große Steinplatten werden im Inneren als Wandgestaltung eingesetzt, während die Fassade teilweise aus massiven Granitbruchsteinen besteht. Manche davon wiegen mehrere Tonnen. Dazu kommen Naturholzverkleidungen und aufbereitetes Altholz.
Gerade diese Kombination macht das Gestaltungskonzept interessant. Holz bringt Wärme in die Räume, während der Stein einen deutlichen Bezug zur rauen Berglandschaft herstellt. Bodentiefe Fenster sollen dafür sorgen, dass die Umgebung nicht hinter schweren Vorhängen verschwindet, sondern Teil des Wohnerlebnisses wird.

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Die BergHäuser verfolgen eine etwas wohnlichere Gestaltung. Hier ergänzen großzügige Sofalandschaften und offene Wohnbereiche die Holzoberflächen. Die Terrassen und kleinen Gärten erweitern die Unterkünfte nach draußen.
Brot aus dem Holzofen und Pizza statt Gourmetküche
Wo essen und trinken? Beim Essen möchten die Betreiber einen bewusst unkomplizierten Weg einschlagen. Das Restaurant glockna setzt auf regionale Produkte, saisonale Gerichte und eine offene Schauküche. Die Gastronomie richtet sich nicht nur an Übernachtungsgäste, sondern auch an Einheimische und Reisende auf der Durchfahrt. Zum Frühstück sind Produkte aus dem Pinzgau vorgesehen, darunter Milch, Joghurt, Käse und Schinken regionaler Produzenten. Das Brot kommt aus dem hauseigenen Holzbackofen. Wer lieber im BergHaus frühstückt, kann sich gegen Aufpreis einen Korb mit Frühstückszutaten vor die Tür liefern lassen.

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Mittags und abends stehen wechselnde Gerichte auf der Karte. Die Küche soll traditionelle österreichische Spezialitäten ebenso aufgreifen wie modernere Interpretationen. Ein Pizzaofen gehört ebenfalls zur Ausstattung.
Besonders praktisch ist das Angebot für Gäste der BergHäuser. Sie können selbst kochen und dafür vorbereitete Foodboxen bestellen. Alternativ lassen sich Mahlzeiten aus der Restaurantküche direkt in die Unterkunft bringen. Auch ein privater Koch ist auf Anfrage vorgesehen. Die glockna Bar ergänzt das Restaurant um Getränke, kleine Gerichte und eine Terrasse mit Bergblick. Nach einer Motorradfahrt dürfte hier das kühle Bier ebenso gefragt sein wie ein Glas Wein zum Sonnenuntergang.
Serpentinen, Murmeltiere und ein Abstecher nach Zell am See
Was kann man in der Umgebung unternehmen? Im Sommer ist die Großglockner Hochalpenstraße die wichtigste Attraktion. Sie führt über 36 Kehren durch die Hochgebirgslandschaft und bietet zahlreiche Aussichtspunkte. Besonders eindrucksvoll sind die Edelweiß-Spitze und die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf den Großglockner und die Pasterze. Die Umgebung eignet sich außerdem zum Wandern und Radfahren. Im Nationalpark Hohe Tauern führen zahlreiche Wege durch alpine Wälder, über Almwiesen und zu Wasserfällen. Familien können den Wild- und Erlebnispark Ferleiten besuchen, in dem unter anderem heimische Wildtiere zu beobachten sind.
Für einen Ausflug bietet sich auch Zell am See an. Die Stadt liegt nördlich von Fusch und verbindet einen historischen Ortskern mit dem Zeller See. Im Winter stehen Skifahren und Winterwanderungen im Mittelpunkt. Allerdings sind die Passstraße und manche hochalpinen Wanderwege dann geschlossen.
Ein kleines Chaletdorf auf dem Dach als größte Überraschung
Highlight des Hotels? Die fünf BergHäuser dürften das außergewöhnlichste Merkmal des glockna sein. Denn ein kleines Dorf mit eigenständigen Chalets auf die oberste Ebene eines Hotels zu setzen, ist eine ziemlich originelle Idee. Die Gäste wohnen dort wie in einem privaten Ferienhaus, können aber gleichzeitig Restaurant, Wellnessbereich und andere Einrichtungen des Hotels nutzen. Eigene Saunen, Gärten und Outdoor-Badewannen machen die Chalets besonders für Familien und gemeinsam reisende Freunde interessant.
Auch der Wellnessbereich verdient Beachtung. Geplant sind Saunen, Infrarotkabinen, ein Fitnessraum und ein Infinitypool mit teilweise verglasten Wänden. Der Pool öffnet einen Traumblick auf die Berge.

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Vom günstigen Winterspecial bis zum privaten BergHaus
Was kostet der Spaß? Das glockna nimmt bereits Reservierungen für Aufenthalte ab dem 19. Dezember 2026 entgegen. Statt eines einheitlichen Einstiegspreises veröffentlicht das Hotel derzeit vor allem Pauschalangebote. Für ausgewählte Termine im Januar und März 2027 gibt es beispielsweise ein Angebot mit drei Übernachtungen zum Preis von zwei ab 276 Euro pro Person. Das entspricht rechnerisch 92 Euro pro Person und Nacht, gilt aber nur unter den Bedingungen dieser Aktion.
Eine fünftägige Weihnachtsauszeit vom 23. bis 28. Dezember 2026 wird ab 793 Euro pro Person angeboten. Auch für die BergHäuser gibt es ein Eröffnungsarrangement mit fünf Nächten ab 1.470 Euro pro Person und 20 Prozent Nachlass.


