Der Inselstaat Taiwan ist gerade einmal so groß wie Baden-Württemberg. Umso beeindruckender, dass sich über diese kleine Fläche mehr als hundert Thermalquellen verteilen! Sie befinden sich in Metropolen, in den Bergen und an der Küste – sechs davon stellen wir hier im Detail vor:
1. Badeviertel Beitou

Das Beitou Hot Spring Museum. | Foto: Taiwan Tourism Administration
Wir starten in Taiwans Hauptstadt Taipeh. Genauer gesagt, im Badeviertel Beitou, das zu den bekanntesten Thermalgebieten des Landes zählt und mit der Metro gut zu erreichen ist. Hier warten ein öffentliches Badehaus (das Beitou Hot Spring Museum) sowie historische Thermalhotels auf dich.
Und das Thermal Valley, das auch als »Höllental« bezeichnet wird. Grund dafür sind die dichten weißen Rauchschwaden, die aus dem Hauptkratersee aufsteigen. Besucher dürfen die kochend heiße, grüne Schwefelquelle allerdings nur vom Rand aus bestaunen, Baden ist ausschließlich in den umliegenden Thermen erlaubt.
Die heißen Quellen von Beitou verdanken ihre Wärme dem nahe gelegenen Datun-Vulkangebiet. Dessen geothermische Aktivität prägt auch den Yangmingshan-Nationalpark, wo dampfende Fumarolen und schwefelhaltige Quellen die Landschaft bestimmen. Eine Besonderheit der Region ist der sogenannte Beitou-Stein, auch Hokutolith genannt. Das seltene Mineral entsteht unter speziellen Bedingungen in Thermalquellen und kommt unter anderem auch im japanischen Tamagawa Onsen vor.
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2. Guanzilings heiße Schlammquellen

Foto: Taiwan Tourism Administration
Dich zieht es eher in die Berge als in die Großstadt? Dann auf in den Südwesten Taiwans, nach Tainan. Im Kurort Guanziling wartet ein in Taiwan einzigartiges Erlebnis auf dich: ein Bad in Schlammthermalquellen. Klingt nach einer Sauerei, ist es aber nicht. Denn anders als erwartet, tauchen Gäste ihren Körper hier nicht in eine breiige Masse, sondern in warmes Karbonatwasser. Feinste Schlammpartikel färben das Wasser grau.
Ein Bad in den Quellen in Guanziling soll für die Haut besonders gut sein. Wer noch eins draufsetzen möchte, bucht sich eine spezielle Schlammmaske dazu. Und auch abseits der Quellen gibt es hier einiges zu entdecken: die historische Geschäftsstraße zum Beispiel, und die ufernahen Spazierwege.
3. Seltene Kaltquellen von Su’ao

Foto: Taiwan Tourism Administration
Die Su’ao Cold Springs im nordöstlichen Landkreis Yilan sind mit einer Wassertemperatur von 22 Grad vergleichsweise erfrischend. Das Wasser ist hier kristallklar, kohlensäurehaltig – und trinkbar! Das Bad in den öffentlichen Becken wie in privaten Bädern mitten im Ort ist besonders angenehm, da die feinen Kohlensäurebläschen wohltuend auf der Haut prickeln.
Als Taiwan eine Kolonie Japans war (von 1895 bis 1945) wurde das Wasser aus den Su’ao Cold Springs übrigens auch zur Herstellung von Limonade und der Süßspeise Yokan genutzt. Während die Limonade heute nicht mehr erhältlich ist, zählt Yokan noch immer als Spezialität Su’aos.
4. »Goldene Quellen« von Ruisui

Foto: Taiwan Tourism Administration
Jetzt aber schnell wieder ins warme Wasser. Und dieses Mal führt die Reise in den osttaiwanischen Landkreis Hualien. Im East Rift Valley in der Gemeinde Ruisui befindet sich ein weitläufiges Thermalgebiet mit »Goldenen Quellen«, einem in Taiwan einzigartigen Quellenkategorie. Die außergewöhnliche gelblich-goldene Farbe ist auf den reichen Eisengehalt der Quellen zurückzuführen.
Mit rund 48 Grad Celsius sprudelt das Wasser zunächst glasklar aus dem Boden, und erst bei Kontakt mit Sauerstoff oxidieren die Mineralien dann. Bei diesem Vorgang bildet sich zudem eine kristalline Schicht auf der Oberfläche, sogenannte Thermalwasser-Blüten.
Achtung: Bei der Wahl des Spa-Hotels sollten Reisende unbedingt genau hinschauen! Denn in Ruisui kommen unterschiedliche Quelladern zum Einsatz: Neben den goldenen Eisenquellen gibt es auch klare, geruchlose Quellen. Nicht, dass du am Ende enttäuscht bist.
Ein Tipp: Bis zum 30. Juni 2027 findet das landesweite Taiwan Hot Spring & Fine-Cuisine Carnival statt. Alle Infos gibt es auf dieser Website.
5. Thermal-Wasserfall Lisong

Foto: Taiwan Tourism Administration
Im Südosten Taiwans, in den Bergen von Taitung bei Lisong, wartet ein weiteres außergewöhnliches Naturschauspiel: Hier rauscht ein heißer Thermal-Wasserfall von 1.075 Metern in die Tiefe! Das Wasser tritt aus Rissen in smaragdgrün leuchtenden Steilfelsen hervor und sorgt so für ein spektakuläres Fotomotiv.
Für ein solches Bild müssen Reisende allerdings hart arbeiten: Die Tagestour, die zu dem Thermal-Wasserfall führt, beinhaltet Abschnitte mit Hilfsseilen und der Xinwulü-Fluss muss mehrfach durchquert werden. In der trockenen Jahreszeit von November bis April wartet am Ende dann aber ein unvergleichliches Naturbad. Außerhalb dieser Monate können die natürlichen Pools allerdings überflutet sein!
6. Salzwasserquelle von Zhaori

Foto: Taiwan Tourism Administration
Zum Abschluss haben wir noch weiteres Schmankerl für dich: die Zhaori Hot Springs auf Green Island. Laut Taiwans Tourismusbehörde zählen diese zu den bekanntesten submarinen Salzwasser-Thermalquellen der Welt – mit Temperaturen bis zu 70 Grad Celsius!
Was den Aufenthalt in den Zhaori Hot Springs besonders macht, ist die Atmosphöre: Gäste baden in den Außenbecken der Therme mit Blick auf die offenen Pazifik, während die Brandung für eine angenehme Geräuschkulisse sorgt. Wie empfehlen, schon früh am Morgen zu kommen, um den Sonnenaufgang sehen zu können. Besonders ist auch ein Bad nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Sterne über den Quellen leuchten.
Mehr Infos auf www.taiwantourismus.de.


