Foto: Forestis
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Wir waren zu Gast im Forestis Dolomites in Südtirol – ein Hoteltest

Eine schmale Straße windet sich hinauf in den Berg, bis der Wald den Blick freigibt auf ein Haus, das mehr Rückzugsort als Hotel ist. Chefredakteurin Jenny war zu Gast im Forestis Dolomiten, das im September 2026 auf Platz 68 der erweiterten Liste der »World’s 50 Best Hotels 2026« gewählt wurde. Hier liest du von ihrer Erfahrung.

Während ich diese Zeilen schreibe, klopft mein Herz bis zum Hals. Ich habe Sehnsucht nach Südtirol. Nach dem Forestis. Das nach Minuten schon zu meiner neuen Zen-Oase geworden ist. Hier habe ich gemerkt, dass meine Batterien sich wunderbar aufladen. Dass ich so richtig abschalten kann. Doch von vorne …

Luxuriöse Unterkünfte gibt es viele: Das Forestis in Südtirol überzeugt auch durch die spektakuläre Bergkulisse, auf die man vom Bett aus blickt

Foto: Forestis

Der Moment, in dem ich das Auto verlasse, ist wie ein leiser Übergang in eine andere Wirklichkeit. Die Geräusche der Welt bleiben unten im Tal zurück. Nur ein sanftes Rauschen geht durch die Wipfel, irgendwo ruft ein Vogel, und in der Ferne knackt ein Ast. Die Luft ist kühl und frisch, sie trägt den Duft von Harz und feuchtem Moos. Ich atme tief ein und habe das Gefühl leichter zu werden. (Das wiederum ist auf mehreren Ebenen durchaus erstrebenswert.)

Auf 1.800 Meter Höhe in den Südtiroler Dolomiten

Vor mir ragen die drei Türme des Hotels hoch in den Himmel. Ihre schlichte, klare Form wirkt, als würden sie direkt aus den Bäumen wachsen. Daneben steht das historische Haupthaus aus dem Jahr 1912, warm und einladend wie ein alter Freund. Hoch über Brixen, auf 1.800 Meter Höhe in den Südtiroler Dolomiten, thront dieser Ort zwischen Himmel und Wald.

Beim Betreten umfängt mich sofort eine Atmosphäre, die schwer zu beschreiben ist. Der Duft von Zirbe, das sanfte Spiel von Licht und Schatten, die ruhigen Töne der Wände: Alles ist so stimmig, dass ich automatisch langsamer werde. Das Personal begrüßt mich mit einer Wärme, die sich kaum trainieren lässt. Das hier ist echte Begeisterung und wahre Freude an der Begegnung.

Aussicht aus dem Hotelfenster des Forestis in Südtirol

Foto: Forestis

Meine Suite liegt in einem der Türme. Beim Eintreten fällt mein Blick sofort auf die bodentiefen Fenster, hinter denen sich die Dolomiten so malerisch schön ausbreiten, dass mir fast vor Ergriffenheit die Tränen kommen. Die Gipfel zeichnen sich scharf gegen den Himmel, als hätte jemand sie mit feiner Hand skizziert.

Tief einatmen bitte im Forestis Dolomites

Ich trete hinaus auf den Balkon, atme die frische Bergluft ein und verfolge, wie sich das Licht verändert. Schatten, die die Wolken dramatisch werfen. Lichtblitze, die über die Spitze luschern, als wären sie Spione einer anderen Welt. Es ist die pure Romantik und ich habe anscheinend ein neues Hobby entdeckt. Berg-Watching, vom warmen Lichtgold des späten Nachmittags zum kühlen Blau der Dämmerung.

Blick auf das Forestis Dolomites

Foto: Vill Kirill

Die Nächte hier sind still und oft sternenklar. Die Balkontür bleibt geöffnet, während ich mich in weiche Stoffe kuschle. Keine Geräusche außer dem leisen Atem des Waldes. Der Schlaf kommt tief und ungestört, als würde er von der Stille selbst herbeigerufen.

Am Morgen weckt mich das erste Licht. Der Frühstücksraum empfängt mich mit einer sanften Ruhe, die der Tag noch nicht gestört hat. Die Tische sind wie kleine Muscheln angeordnet, jede Suite hat ihren festen Platz. Immer mit freiem Blick auf die Dolomiten.

Frühstück mit Aussicht auf die Dolomiten

Das Frühstück im Forestis setzt neue Maßstäbe. Es ist die schönste Zeit des Tages. Wer denkt, noch husch-husch schnell ein Porridge »reinschaufeln« zu müssen, bevor der Tag beginnt, hat andere Hotelfrühstücke vor Augen – und war anscheinend noch nie hier.

Restaurant im Forestis mit Blick auf die Berge

Foto: Forestis

Ich hole ein wenig aus. Das Frühstück besteht aus einer Kombination aus à la Carte und Buffet. Die Karte ist gespickt mit feinen, kleinen Gerichten, sodass man sich wünscht, 20 Tage bleiben zu dürfen, um jedes einzelne einmal probieren zu können. Leider ist die Essenskapazität des Menschen nun mal begrenzt.

Und dann das Buffet: makellos, himmlisch, als hätten unsichtbare Hände jeden Teller gerade eben neu angerichtet. Allein die Auswahl an Beeren ist ein malerischer Traum. Jedes einzelne Produkt, das hier präsentiert wird, ist von höchster Qualität. Alles ist einen Bissen wert. Was soll ich sagen – selbst 20 Tage würden nicht ausreichen.

Im eigenen Saftraum presse ich mir eine Mischung aus Roter Bete, Möhre und Ingwer. Die Farben leuchten, der Duft ist erdig und frisch. Jeder Schluck schmeckt nach Gesundheit und Wohlgefühl. Genau so sollte ein Tag starten, oder?

Pool im Hotel Forestis in Südtirol

Foto: Forestis

Hier werden Spa-Träume wahr!

Nach dem Frühstück zieht es mich ins Spa, inspiriert von den Lehren der Kelten. Holz, Stein und Wasser bilden hier eine Einheit. Sechs Saunas, jede mit eigenem Charakter, warten darauf entdeckt zu werden. In einer dringt das Licht wie flüssiges Gold durch schmale Fenster, in einer anderen flackert ein Feuer.

Der Pool verbindet innen und außen. Ich lasse mich treiben, während Nebel zwischen den Bäumen tanzt und die Wasseroberfläche von kleinen Wellen bricht. Wer mag, kann an einer Wyda-Session teilnehmen, das ist so etwas wie das Yoga der Druiden, oder sich einen Privat-Spa gönnen.

stilolle Spa-Suite im Hotel Forestis

Foto: Forestis

Doch das Spa begeistert noch mehr mit den kleinen Dingen. Wer am Pool Platz nimmt, bekommt vom Personal auch kleine Leckereien überreicht, Popcorn beispielsweise. Auch hier wartet ein Minimenü der Köstlichkeiten. Dann gibt es mitten im Spa frisches Quellwasser. Und das schmeckt fantastisch. Ja, es gibt Unterschiede beim Wasser. Und irgendwie schmeckt in Südtirol alles besser.

Auf in den Wald!

Am Nachmittag erkunde ich den Wald. Weiche Pfade führen zwischen hohen Stämmen hindurch, das Moos federt unter meinen Schritten. Sonnenstrahlen durchbrechen das Blätterdach, und der Duft von Erde, Holz und Harz begleitet mich. Ich setze mich auf einen umgestürzten Baumstamm, höre dem leisen Plätschern eines Bachs zu und vergesse die Zeit.

der Wald im Forestis in Südtirol

Foto: Forestis

Doch wie es meine Physis so will, meldet sich mein Magen und macht unmissverständlich klar, dass es Abendessenszeit ist. In Schale werfen muss sich hier theoretisch niemand. Es geht nicht darum, dass der Gast zeigt, was er hat – sondern darum, dass er findet, was ihm vielleicht verloren gegangen ist. Oft leider er selbst.

Und genau das gelingt hier wunderbar: in einer Form der Zurückgezogenheit, die streng genommen gar keine ist, die aber so viel »safe space« schafft, dass jeder einfach in seiner Komfortzone bleiben darf.

Zu Besuch im Restaurant »Yera«

Ein Abendessen am Muscheltisch. Das bedeutet, sieben Gänge, die einem klaren Credo folgen: Natur auf dem Teller. Und auch wenn ich selbst nicht vor Ort sein konnte, weil es noch nicht eröffnet war, scheint das neue Restaurant »Yera« perfekt in dieses Konzept zu passen.

Ein schmaler Pfad führt bergauf zu einer schweren Tür. Dahinter eröffnet sich eine Höhle aus roter Erde und Holz, in deren Mitte ein Feuer lodert. Hier erzählt Küchenchef Roland Lamprecht seine Geschichten – nicht in Worten, sondern in Gängen, die den Rhythmus der Jahreszeiten widerspiegeln.

Kulinarik im Forestis Dolomites

Foto: Forestis

Der Frühling schmeckt nach jungen Fichtensprossen und Bärlauch, zart und frisch.

Der Sommer bringt eine Fülle von Beeren, Kräutern und leichten Fermenten, die im Mund wie Sonnenlicht wirken. Der Herbst legt Pilze, Wurzeln und kräftige Aromen auf den Teller, und im Winter wird es schließlich rauchig, wärmend, erdig.

Das vielleicht Schönste: Mobiltelefone sind hier tabu. Nein – hier wird das Essen nicht für den eigenen Content-Kanal fotografiert, sondern einfach genossen.

Ja, das ist ein Grund zurückzukehren. Für mich und für all die Hollywood-Promis, die sich hier bereits eingefunden haben. Ich kann es verstehen. Wir sprachen schon darüber: Dieses Hotel ist so viel mehr als ein puristisches Zimmer und ritualisierte Mahlzeiten. Es ist ein pochendes Herz, ein Ort voller Freude und Freundlichkeit, ein Sehnsuchtsort und ein Vorbild. Ehrlich gesagt: Die Welt wäre ein so viel besserer Ort, wenn sie mehr vom Forestis hätte.

Pool in der Penthouse Suite im Forestis

Foto: Forestis

Als ich von einer Wanderung den Rückweg zum Forestis antrete, hängt Nebel tief im Tal. Das Haus leuchtet warm aus der Dunkelheit, wie ein stiller Anker. Drinnen umfängt mich die gleiche Ruhe wie am ersten Tag. Draußen rauscht der Wald, drinnen schlägt mein Herz im gleichen Takt. Hoch oben, weit weg vom Alltag, fühlt sich alles an wie ein Kapitel, das noch lange nachhallt.

Das Forestis zum Hören

Noch mehr Forestis gibt es in unserem Podcast »Hotel der Woche«: Hier erzählen wir, was das Haus hoch über Brixen so besonders macht. Zur Folge mit allen Infos

Forestis Dolomites: Preise und Infos

Forestis Dolomites
Palmschoß 22
39042 Brixen, Italien

Tel. +39 0472 521 008

Suiten ab 850 Euro inkl. Frühstück für zwei Personen und inklusive Minibar. Mehr Infos findest du auf der Webseite des Forestis Dolomites.

Lohnenswerte Aktivitäten in und um Brixen haben wir hier online parat.

Einrichtung im Forestis

Foto: Forestis

Häufige Fragen

Wie komme ich zum Forestis?
Mit dem Auto über die Brennerautobahn A22 bis zur Ausfahrt Brixen/Vahrn. Wer aus Süden kommt, fährt bei Klausen ab. Von dort geht es der Beschilderung zum Skigebiet Plose nach, über Afers bis nach Palmschoß. Die nächsten Flughäfen sind Bozen (rund 50 km), Innsbruck (rund 90 km) und München (rund 260 km). Das Hotel bietet gegen Aufpreis einen Transfer ab Flughafen oder Bahnhof an, im Tesla Model X oder im Kleinbus für bis zu acht Personen.
Kann ich mit Kindern anreisen?
Nur mit älteren Kindern. Das Forestis nimmt Gäste ab 14 Jahren auf.
Sind Hunde erlaubt?
Ja, das Forestis ist hundefreundlich.
Wann ist Check-in und Check-out?
Die Zimmer stehen ab 15 Uhr bereit, abreisen musst du bis 11 Uhr.
Kann ich vom Forestis aus Ski fahren?
Ja. Das Hotel liegt direkt im Skigebiet Plose und bietet Ski-in/Ski-out. Im Sommer starten Wander- und Radtouren direkt am Haus.
Welche Zimmerkategorien gibt es?
Es gibt vier Kategorien: Room (35 m²), Suite (50 m²), Tower Suite (55 m²) und das Penthouse mit 200 m² und eigenem Pool auf der Dachterrasse. Alle sind für zwei Personen ausgelegt.
Was steckt hinter dem Spa-Konzept?
Das Spa arbeitet mit vier Bäumen, die rund um das Hotel wachsen: Latschenkiefer, Fichte, Lärche und Zirbe. Dazu gehören vier Heilhölzer, vier Heilsteine und vier »Baumfrequenzen«. Vor jeder Behandlung steht ein Gespräch, danach wird sie individuell abgestimmt. Die Pools werden mit Quellwasser von der Plose gespeist.
Gibt es eine Alternative für Gruppen oder Familien?
Ja, die Forestis Villa. Sie bietet über 1.200 m² Wohnfläche und fünf Schlafzimmer mit eigenem Bad für bis zu zehn Personen. Dazu kommen ein beheizter Innen- und Außenpool, ein privates Spa, ein Privatkoch und ein sichtgeschützter Garten von 1.000 m². Die Villa ist nur exklusiv buchbar, ab 25.000 Euro pro Nacht und für mindestens zwei Nächte.
Jennifer Latuperisa-Andresen
Je kälter, karger und einsamer es um sie herum wird, desto höher schlägt Jennys Herz. Wer braucht schon Palmen im Urlaub, wenn man auch Eisberge haben kann? Deshalb verbringt die Chefredakteurin aus dem Ruhrpott ihre Sommer auch gerne mal in der Arktis bei den Eisbären. Sie sagt: Das ewige Eis kann zur Sucht werden.