Foto: Andreas Gruber
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Urlaub im Olm Nature Escape in Südtirol – ein Erfahrungsbericht

Das Olm Nature Escape im Tauferer Ahrntal überrascht: mit seiner Architektur, seiner Küche und seiner Nähe zu den Bergen. Der Gault&Millau Südtirol hat es zum »Hotel des Jahres 2026« gekürt, die Jury des Alps Future Award zum Sieger in der Kategorie Tourismus. Und reisen EXCLUSIV-Redakteurin Jana hat hier ganz unverhofft eine neue Liebe gefunden.

Die Berge haben schon so manchen Dichter zu ausschweifenden Liebeserklärungen getrieben. Hesse, Nietzsche, Rilke. You name it. Bei mir hingegen regte sich beim Anblick der Steinkolosse bislang immer recht wenig – bis zu meinem Aufenthalt im Olm in Südtirol. Aber vor dem Gipfelsturm kommt die Anreise.

Wo Berge als Bodyguards dienen

Meine Begleitung hält schon kurz nach der Abfahrt in Stuttgart nach den ersten Gipfeln am Horizont Ausschau (ihr Verhältnis zu den Bergen ist poetischer als meins). Bei der Überquerung der Grenze zu Österreich, als unser Sichtfeld komplett von kompakter Felsmasse ausgefüllt ist, lehnt sie bequem in ihrem Sitz und genießt voll Vorfreude die Aussicht. Bei mir klopft’s erst schneller in der Brust, als wir im idyllischen Kematen bei Sand in Taufers ankommen und zwischen einer Kuhherde hindurch auf das Olm zufahren.

Eine Kuh steht vor dem Olm Nature Escape in Sand in Taufers.

Foto: Christian Elzenbaumer

Die Architektur des Eco-Aparthotels: kreisrund und flach – was an einen Mühlstein erinnern soll und sich so elegant an den Boden schmiegt, als wolle das Hotel die Umgebung gar nicht weiter mit seiner Anwesenheit belästigen. Und die Natur revanchiert sich: Rund um das sogenannte Nature Escape reihen sich die Berge wie Bodyguards auf, die darum bemüht sind, die außergewöhnliche Unterkunft in ihrer Mitte vor störenden äußeren Einflüssen zu beschützen.

Ein Außenpool mit Aussicht!

Nach der langen Autofahrt ist unser erster Programmpunkt im Hotel gleich geklärt: Koffer abstellen, in den Badeanzug schlüpfen (zufällig haben wir den gleichen in unterschiedlichen Farben und sehen aus wie Hanni und Nanni) und ab in den Pool. In unseren Sandalen – Hotelschlappen gibt’s hier nicht – wandern wir lautlos über weichen Teppich zum Wellnessbereich und sind uns schon beim Öffnen der Tür einig: Aus diesem Schwimmbecken tauchen wir so schnell nicht wieder auf.

Der Außenpool des Olm Nature Escape in Südtirol.

Foto: wealthyadventure

Ein paar Schritte durch das Wasser im Innenbereich gewatet, den Kopf durch die Abtrennung aus Plastikstreifen gesteckt, und schon präsentiert sich uns der längliche, in der Kälte dampfende Außenpool. Was bei uns neben der angenehm warmen Wassertemperatur besonders Eindruck macht, ist die Aussicht: Die untergehende Sonne taucht die umliegenden Berge in goldenes Licht (so langsam habe ich einen kleinen Crush), auf einer nicht weit entfernten Wiese säugt ein Schaf ein kleines Lamm – und nebenan hüpfen Saunagänger nackt in den Naturbadeteich. Auch nett.

Sauna im Zimmer? Gibt’s hier auch

Mit schrumpeligen Händen und Füßen geht’s nach dem ausgiebigen Wasserbad zurück in unsere Suite, die so gemütlich, so stilvoll eingerichtet ist, dass wir sofort einziehen möchten. Wie im gesamten Hotel sind auch hier Grün und Hellbraun die dominierenden Farben, was auf Gäste beruhigend wirken soll und in der farbgleichen Landschaft quasi eine Tarnkleidung ist.

Unser Zimmer, die Apartsuite M, ist neben einer Küchenzeile mit einer Privatsauna und einer frei stehenden Badewanne ausgestattet! Und nicht zu vergessen: die Terrasse mit Schaukelsessel und Blick ins Grüne. In der Apartsuite L gibt’s sogar noch ein abgegrenztes Workation-Studio.

Die Apartsuite L im Olm Nature Escape in Südtirol.

Foto: Hannes Niederkofler

Sauna und Badewanne müssen aber erst einmal warten. Wir haben Hunger, und um diesen zu stillen, müssen wir von unserer Suite aus nur ein paar Treppen nach oben steigen. Dort, direkt neben der Lobby, befindet sich das Prenn – das hoteleigene Restaurant, in dem Küchenchef Berni Aichner und sein Team am Abend aufkochen.

Was das Restaurant Prenn zu bieten hat

Und das auf höchstem Niveau. Denn teure Zutaten verwenden kann jeder. Aber ein einfach klingendes Schokotörtchen so zubereiten, dass es zum Highlight des ohnehin hervorragenden Vier-Gänge-Menüs wird (knapp dahinter die geschmorte und butterzarte Rindsbacke) – das beeindruckt.

Das Konzept des Prenn funktioniert übrigens so: Für das Abendessen müssen sich Gäste extra anmelden. À la carte gibt’s hier nicht, stattdessen stehen abwechselnd ein Vier-Gänge-Menü, traditionelle Speisen aus der Region, Sharing-Gerichte oder alpin-mediterrane Tapas auf dem Menü.

Speckknödel in Brühe im Restaurant Prenn des Olm Nature Escape.

Foto: Hannes Niederkofler

Das Frühstücksbuffet hingegen ist jeden Morgen in etwa gleich und im Zimmerpreis inbegriffen. Wir futtern uns am nächsten Morgen einmal quer durch das Angebot – vom Porridge über die Backwaren bis hin zu den frisch zubereiteten pochierten Eiern mit Trüffel (wir sind Fan!), alles ist ansprechend angerichtet, lecker und aus der Region.

Käse snacken mit Legende Reinhold Messner

Ihr denkt: Genug gefuttert, jetzt wird endlich mal gewandert? Ja, ja, aber wie erwähnt: Berge und ich, das ist ein schwieriges Thema. Auch wenn ich schon etwas angefixt bin – man muss mich ködern. Am besten mit Essen, in diesem Fall mit Käse. Zusammen mit Bergsteiger-Legende Reinhold Messner geht’s im Rahmen der Reihe Olm People, bei der Gäste an einem Tag von einer bekannten Persönlichkeit begleitet werden, ins nahe gelegene Örtchen Mühlwald. Genauer gesagt, zum Käse-Kulturweg, der drei Hofkäsereien miteinander verbindet.

Vom Eggemoa auf 1.300 Metern Höhe führt der Weg am Mittermairhof vorbei und endet auf 1.650 Metern beim Hochgruberhof. An jedem Stopp reicht man uns Probierhappen verschiedenster Sorten, mal gibt’s einen Wein dazu, mal einen Schnaps und je länger die Wanderung und je steiler der Anstieg, desto mehr merken wir: Alkohol und Wandern – vielleicht gar keine so gute Idee.

Reinhold Messner mit Agnes Mittermair.

Foto: Jana Freiberger

Aber mit Messner im Rücken meistern wir den Weg, und am Ziel angekommen, belohnt uns ein atemberaubender Ausblick auf die bergige Landschaft. Wir versuchen, am Horizont das Olm zu entdecken – doch bei der perfekten Tarnung: keine Chance. Dafür schauen die Berge und ich uns in diesem Moment zum ersten Mal verliebt in die Augen. Da könnte etwas Ernsteres draus werden.

Das Olm zum Hören

Noch mehr Olm gibt es in unserem Podcast »Hotel der Woche«: Hier erzählen wir, was das Eco-Aparthotel im Ahrntal so besonders macht.


Olm Nature Escape: Preise und Infos

Olm Nature Escape, Unterwalburgen 21, Kematen, 39032 Sand in Taufers, Südtirol, Italien. Eröffnet im Dezember 2023, 33 Eco-Apart-Suiten und Doppelzimmer, ab 100 Euro pro Person und Nacht inklusive Frühstück. Hier geht’s zur Website des Olm.

Häufige Fragen

Wie komme ich zum Olm Nature Escape?
Mit dem Auto über die Brennerautobahn A22 bis zur Ausfahrt Brixen/Pustertal, dann über die Pustertaler Staatsstraße Richtung Bruneck und weiter ins Ahrntal nach Sand in Taufers. Mit der Bahn geht es bis Bruneck, von dort organisiert das Hotel ein Taxi. Der nächste Flughafen ist Bozen, ein Transfer lässt sich ebenfalls über das Hotel buchen.
Wann ist Check-in und Check-out?
Die Suiten stehen ab 15 Uhr bereit, abreisen musst du bis 10 Uhr. Ein späterer Check-out ist auf Anfrage für 65 Euro pro Suite möglich.
Ist das Olm für Familien geeignet?
Ja. Babybetten, Wickeltische und Hochstühle stehen bereit, und die größte Kategorie, die Apartsuite XL, bietet Platz für bis zu sechs Personen.
Welche Suitenkategorien gibt es?
Es gibt fünf Kategorien: Double (28 m²), Apartsuite S (45 m²), Apartsuite M (53 m²), Apartsuite L (60 m²) und Apartsuite XL (72 m²).
Sind Hunde erlaubt?
Ja, auf Anfrage und gegen Aufpreis.
Bis wann muss ich mich zum Abendessen im Prenn anmelden?
Die Reservierung für das Abendessen muss bis 12 Uhr am selben Tag erfolgen.
Was bietet das Spa außer den Pools?
Zum Eco Spa gehören eine finnische Sauna, eine Panoramasauna mit Blick auf den Naturbadeteich, ein Dampfbad und ein Kneippweg. Dazu kommen ein Fitness- und Yogabereich mit Tageslicht sowie Massagen.
Wie nachhaltig ist das Olm?
Das Olm ist als KlimaHaus A zertifiziert und versorgt sich mit Photovoltaik und Erdwärme weitgehend selbst mit Energie. Außerdem ist es vom Global Sustainable Tourism Council (GSTC) zertifiziert.
Brauche ich vor Ort ein Auto?
Nicht unbedingt. Das Hotel verleiht E-Bikes und einen elektrischen Fiat 500. Wer mit dem eigenen Auto anreist, findet 41 überdachte Stellplätze.
Jana Freiberger
Jana fühlt sich dort wohl, wo das Leben pulsiert. Kapstadt, New York, Tokio. Je größer die Stadt, desto größer die Vorfreude. Und desto größer die Auswahl an Restaurants! Die Saarländerin liebt gutes Essen und reserviert lange bevor’s losgeht. Bei so viel Amore für Food überrascht es nicht wirklich, dass sie ihren Wohnsitz ab und an ins Zentrum des guten Geschmacks verlegt – nach Italien.